Schweiz

Startseite · Abo · Immobilien · Job · Auto · Kleinanzeigen

Claude Béglé gibt auf

Claude Béglé macht den Spekulationen ein Ende: Am Dienstagabend hat er in einem Brief seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Die öffentliche Diffamierung sei unerträglich geworden, so Béglé.

Nimmt den Hut: Post-Verwaltungsratspräsident Claude Béglé.

Nimmt den Hut: Post-Verwaltungsratspräsident Claude Béglé.
Bild: Keystone

Knapp zehn Monate nach seinem Amtsantritt hat der in die Kritik geratene Verwaltungsratspräsident der Schweizerischen Post, Claude Béglé, seinen Rücktritt bekannt gegeben.

Er habe den Bundesrat über seinen sofortigen Rücktritt informiert, schreibt Béglé in einer persönlichen Erklärung. Ein Grund sei «die über weite Strecken polemisch geführte Diskussion» über seinen Arbeitsstil.

«Die unqualifizierten Angriffe gegen meine Person sowie die damit verbundene öffentliche Diffamierung veranlassen mich zu diesem Schritt.» Mit seinem Rücktritt - «einem für mich sehr drastischen Schritt, der mir ausserordentlich schwer fällt» - wolle er das Unternehmen Post und dessen Werte schützen und die Diskussion um die Zukunftsstrategie versachlichen.

Béglé gesteht Fehler ein

«Ich bin mir bewusst, dass mir bei meinem Vorwärtsdrang Fehler unterlaufen sind», schreibt Béglé weiter. Er habe die Bereitschaft zur Veränderung in der Post mit ihrer ausgeprägten Kultur zu optimistisch eingeschätzt.

Er habe bei seinem Amtsantritt im Frühjahr 2009 vom Bundesrat den Auftrag gehabt, die Post in eine neue Ära der Marktöffnung und Liberalisierung zu führen, die Strukturen zu modernisieren und den Staatsbetrieb in eine Zukunft mit nachhaltig gesicherter Ertragskraft zu führen.

«Dabei hatte ich von Beginn weg mit erbittertem Widerstand einer starken Fraktion von Beharrern mit Partikularinteressen zu kämpfen.»

Zunehmend in der Kritik

Spätestens seit dem Rauswurf von Postchef Michel Kunz Ende 2009 und dem Rücktritt der beiden Verwaltungsräte Rudolf Hug und Wolfgang Werlé hatte die Kritik an Béglé und an Postminister Moritz Leuenberger zugenommen.

Leuenberger informierte Béglé am Dienstag über die Schlussfolgerungen der Arbeitsgruppe, die er eingesetzt hatte, wie es in einer Mitteilung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) heisst.

Die Arbeitsgruppe - bestehend aus UVEK-Generalsekretär Hans Werder und dem Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung Peter Siegenthaler - hatte zuvor Gespräche mit den Verwaltungsräten, der Konzernleitung sowie einer Kadervertretung der Post geführt.

Negative Rückmeldungen

Die Resultate seien «nicht wahnsinnig positiv» ausgefallen, sagte UVEK-Sprecher Harald Hammel auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Béglé habe danach den Schluss gezogen, dass sein Rücktritt das Beste für die Post sei.

Das UVEK ist vom sofortigen Rücktritt des Postpräsidenten nicht wirklich überrascht, sagte Hammel weiter. Nach dem Medienrummel der letzten Wochen habe man allerdings nicht mehr ausschliessen können, dass es zu diesem Schritt komme. In diesem Sinne äusserten sich in ersten Stellungnahmen auch Parteien und Gewerkschaften.

Der Bundesrat wird sich am Mittwoch mit der Situation der Post nach Béglés Rücktritt befassen. Béglé selber wird sich am Mittwochmorgen an einer Medienkonferenz in Bern näher erklären.

Die Rücktrittserklärung im Wortlaut (bru/sda/ddp/)

Erstellt: 20.01.2010, 13:14 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

26 Kommentare

Pat Sulzberger

20.01.2010, 09:55 Uhr
Melden

@rene klingler: ja, es ist traurig Herr Klingler, dass Sie mit Ihren tollen Statements BR Leuenberger nicht zum Rücktritt zwingen können... Antworten


Rene Wetter

20.01.2010, 09:38 Uhr
Melden

Man kann Béglé zugutehalten, dass er wenigstens die Konsequenzen zog. Seine Position war nicht mehr zu halten, da er bei der Post in kurzer Zeit allen Goodwill verspielte. Man mag nun nur hoffen, dass sein Nachfolger nun seriös ausgewählt wird und Ruhe bei der Post einkehrt. Antworten


Ruth Chartrand

20.01.2010, 08:57 Uhr
Melden

Aber bitte jetzt nicht die alten Zöpfe, wie Gygi oder Weibel. Und davon ,dass Leuenberger die Konsequenzen zieht. darf ruhig geträumt werden ! Der will ja im Jahr 2011 nochmals Bundespräsident werden, schon vergessen ? Antworten


rene klingler

20.01.2010, 02:50 Uhr
Melden

So...nun habt ihr es also geschafft! Herzliche Gratulation?! Eines muss man Herr Béglé, aller Unkenrufe zum Trotz, aber attestieren, er hat mehr Rückgrat und Stil als gewisse Exponenten/innen die sich trotz massivster Kritik, bestes Beispiel sein Chef, krampfhaft auf dem "Stängeli" halten! Antworten


Max Gloor

19.01.2010, 23:16 Uhr
Melden

Endlich! Er hat es doch noch selber begriffen! Späte Einsicht zwar, aber immerhin. Hoffentlich kehrt jetzt wieder etwas Ruhe in den stürmischen Laden, damit die "kleinen" Leute wieder normal arbeiten und wieder Freude an ihrem Beruf haben können. Béglé hat dem Unternehmen viel gebracht: sehr viel Unruhe! Antworten


Sibylle Weiss

19.01.2010, 21:44 Uhr
Melden

Es hätte auch keinen Sinn gehabt, auf derselben Schiene weiterzufahren und um jeden Preis durchzuboxen.Er hatte genügend Zeit sich unter Beweis zu stellen;wenn's bis jetzt nicht kam,dann wäre die Wahrscheinlichkeit gering bis 0 gewesen,dass es noch wird.Dem kleine Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft wird nicht halb so viel Zeit eingeräumt u.wenn er Pech hat,nach 3 Tagen wieder "ausgelagert"! Antworten


Daniel Kälin

19.01.2010, 20:57 Uhr
Melden

Ok, Claude Béglé war nicht gerade ein Sympathieträger, hat Fehler gemacht und diese auch eingestanden, aber er war und ist nicht so schlecht, wie sein Vorgesetzter. Was darf sich Leuenberger noch alles erlauben und leisten, bis er einsieht, dass der Fisch immer am Kopf zu stinken beginnt und er endlich seinen Hut nimmt? Dieser Mann ist einfach nicht mehr tragbar - sofern er das jemals war... Antworten


Markus Berner

19.01.2010, 20:27 Uhr
Melden

Béglés Rücktritt ist eine logische Tatsache, nachdem fast täglich neue Ungereimtheiten hinsichtlich seiner Person und seinen Tätigkeiten bekannt wurden. Hätte ein professionelles Auswahlverfahren (Leistungsausweis, Persönlichkeitsstruktur) stattgefunden, wäre es gar nicht zu einer Wahl von C. Béglé gekommen. Schuld an der Misere sind somit primär der BR und die Verwaltung und nicht der "Bewerber" Antworten


ruth leemann

19.01.2010, 20:10 Uhr
Melden

Jetzt wurde entlich aufgeräumt - bei den neu Nominierten sollte man Peter Hasler im Auge behalten - hingegen Gerold Bührer (FDP) aus dem Rennen nehmen Antworten


Beat Zimmermann

19.01.2010, 20:09 Uhr
Melden

Endlich!!!! Und jetzt bezahlen wir sicher noch eine milionenschwere Abfindung. Schade um die Personen welche vorher wegen ihm gekündigt haben. Baetli Antworten


Kurt Aegeri

19.01.2010, 20:00 Uhr
Melden

Irgendwie seltsam: es gäbe Personen, die viel dringlicher von der Bildfläche verschwinden sollten. Das ist jedenfalls meine persönliche Ansicht. Aber wenn man die wirklich wichtigen Leute nicht loswerden kann, dann nimmt man mit dem VR-Präsi der Post Vorblieb. Mir bleibt ein ungutes Gefühl bei dieser Geschichte. In jeder Hinsicht. Antworten


Jürg Simeon

19.01.2010, 19:57 Uhr
Melden

Es ist auch der kritischen Haltung und Hartnäckigkeit des Tagesanzeiger zu verdanken, dass dieses Trauerspiel endlich zu ende ist. Ein gutes Beispiel von investigativem Journalismus. Antworten


Rene Meier

19.01.2010, 19:52 Uhr
Melden

Jetzt ist die Meinung von Herrn Toni Brunner aus dem Toggenburg gefragt. Antworten


peter meier

19.01.2010, 19:48 Uhr
Melden

schade, dass er nicht Leuenberger mitnimmt.....aber eigentlich kann ja Herr Béglé zufrieden sein, die Abfindungssumme wird schon stimmen. Ich frage mich, ob Herr Leuenberger jetzt auch zur Sache weiter befragt wird oder ist Béglé einfach das Bauernopfer?? Antworten


Adrian Frey

19.01.2010, 19:47 Uhr
Melden

Wieviel erhält er wohl als Abfindung?! Antworten


Sabine Diethelm

19.01.2010, 19:45 Uhr
Melden

Herr Béglé tat das einzig Richtige. Nun kann die riskante Auslandstrategie von seinem Nachfolger in allen Belangen abgeklärt werden. Die Post soll ihre Preise senken wenn sie im Inland so viel verdient, dass sie das Geld im Ausland investieren muss. Béglé wäre so oder so gegen die lokale Post im Ausland kläglich gescheitert. Es ging wohl auch sehr um seine persönlichen Vorteile - siehe Dubai. Antworten


Dieter Meier

19.01.2010, 19:43 Uhr
Melden

O-Ton BR Leuenberger vor ca. 2 Wochen: Es ist eine "Schlammschlacht", was hier gegen Herrn Béglé läuft. Blabla. Heute hat er die Schlammschlächter bestätigt. Es währe manchmal schlauer, sich vor allzu gewagten Äusserungen zu hüten - v.a. als Bundesrat. Aber vielleicht möchte er auch nur BR Merz nacheifern, um dessen Medienpresänz etwas zu korrigieren. Weiter so, das schafft Vertrauen. Antworten


Sibylle Weiss

19.01.2010, 19:33 Uhr
Melden

"Die Resultate seien nicht wahnsinnig positiv ausgefallen";dies erklärt vermutlich den Rücktritt und ist das ganze Geheimnis desselben!Nehme auch mal an,dass Béglé über das Resultat informiert wurde u.dieses seinen sofortigen Rücktritt auslöste. Antworten


theo stutz

19.01.2010, 19:31 Uhr
Melden

Schande, Herr Mooser. Ich hoffe Sie sehen diesen Schritt nicht als persönlichen Erfolg Ihrer Diffamierungsstrategie. Dieser Missbrauch der journalistischen Machtstellung bestürzt mich. Ihre Scheinheiligkeit und Selbstgefälligkeit dreht mir den Magen um. Kann man den einem Mann nicht einen Fehler verzeihen? Lesen Sie doch einmal den Artikel über Herrn Berninghaus. Danke. Antworten


Alfred Cavelti

19.01.2010, 19:29 Uhr
Melden

Die Schönwetter-Manager und -Verwaltungsräte der vergangenen Jahrzehnte haben es geschafft: Der Störenfried ist weg. Die Post ruhe sanft und in Frieden, ohne störende neue Ideen. Antworten


Reto Eglin

19.01.2010, 19:28 Uhr
Melden

Endlich es wurde Zeit! Ein Hochstapler (der nicht mal mehr selber merkt das er einer ist) weniger in unserer Wirtschaft! Und nun lasst die Korcken knallen liebe Postmitarbeiter!!!! Hipp hipp hurra Antworten


roger göttschi

19.01.2010, 19:25 Uhr
Melden

So, jetzt ist es eingetroffen. Herr Beglé hat sein Ziel erreicht und ist viele Fränkli reicher, ohne Leistungen erbracht zu haben. Er kann diesen Eindruck nur entkräften, wenn er - anständig - zurücktritt OHNE ENTSCHÄDIGUNG! Aber ich zweifle daran.... Anstand ist nicht das Ding der heutigen Managergilde, leider!!! Antworten


Marina Müller

19.01.2010, 19:25 Uhr
Melden

Ob der Rücktritt von Herrn Béglé ein Grund zur Freude ist, kann man noch nicht sagen. Es kommt drauf an, wer nachfolgt. Wenn wieder jemand kommt, der die Grenzen nicht beachten und nur der Liberalisierung folgen will, dann geht s weiter wie bis anhin. Ich hoffe, dass auch die Politik endlich einsieht, dass die Liberalisierung vieles zugrunde richtet! Nur neu und gleich falsch bringt nichts! Antworten


Ronald Lack

19.01.2010, 19:03 Uhr
Melden

Mit Begles Rücktritt ist das Problem bei der Post nicht gelöst. Hätte BR Leuenberger einmal in seiner Amtszeit Courage wäre er auch zurückgetreten. So aber ist das Probelem weiterhin vorhanden, solange die ROTE Politik weiterwurstelt und sich den Problemen nicht annimmt dann gute Nacht Schweiz Antworten


Jon Semadeni

19.01.2010, 18:57 Uhr
Melden

Schade,dass Herr Béglé zurückgetreten ist. Die ganze Diffamierungskampagne macht aber diesen Schritt notwendig. Sicher hätte Herr Béglé in seinem Vorwärtsdrang, der der Post nur gut getan hätte, etwas diplomatischer vorgehen können und nicht so viele "Leichen" am Wegrand in dieser kurzen Zeit zurücklassen müssen,aber diesem Staatsbetrieb mit seinen Funktionären wäre Unternehmertum gut bekommen. Antworten


Daniel Hunziker

19.01.2010, 18:54 Uhr
Melden

Na endlich, das wurde aber auch Zeit. Antworten



Schweiz

Populär auf Facebook – Privatsphäre

Umfrage

Gesetzt den Fall, Geld spielt für Sie eine untergeordnete Rolle. Würden Sie in Andermatt eine Ferienwohnung kaufen?




AKTUELLE JOBS

Marktplatz

PackEasy Shop Betreuer/in (50 - 80%) Manor AG, Zürich

Leiter/in Pflege und Betreuung 100% TERTIANUM AG Residenz Im Brühl, Zürich

Anwendungsentwickler/in Klinikinformationssystem Phoenix (100%) Zürcher Höhenkliniken Wald & Davos, Faltigberg