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Da! Eine Burka!

Aktualisiert am 28.04.2010

Noch sind Burkas hierzulande eine Seltenheit. Doch das könnte sich bald ändern. Denn die Schweiz verzeichnet einen Zulauf von arabischen Touristinnen.

Zugeknöpft: Die Burka ist die extremste Form der Verschleierung.

Zugeknöpft: Die Burka ist die extremste Form der Verschleierung.

Nicht einmal die Augen sind zu sehen. Muslimische Frauen, die eine Burka tragen, sind maximal verhüllt. Es gibt keinen Sehschlitz wie bei der Nikab, sondern lediglich ein Netz, durch das die Frauen hindurchsehen können. Für den Betrachter ist die Muslima komplett vermummt.

Häufig tragen sie Touristinnen

Noch sieht man Burkas in der Schweiz selten. Doch sie nehmen zu, wenn auch nur geringfügig. «Noch sind es relativ wenige, aber die Zahl steigt im überschaubaren Rahmen», sagt Christiane Faschon, Autorin des Buches «Islam in der Schweiz» gegenüber der «Mittelland Zeitung». Vor allem Konvertitinnen und arabische Touristinnen tragen den Ganzkörperschleier.

In die Schweiz übergesiedelte Muslime hingegen legen die Burka gerne ab, sofern es die Familie erlaube. Während «Konvertiten oft zu einer extrem Form der Religion neigen», so Faschon.

Doch gerade muslimische Touristen sind häufiger in der Schweiz anzutreffen, wie das Beispiel Interlaken belegt. In den letzten sieben Jahren hat sich im bernischen Touristenort die Zahl arabischer Touristen verzehnfacht.

Debatte neu entfacht

Nach der Annahme der Minarett-Initiative wurde auch rege über ein mögliches Burka-Verbot diskutiert. Die Berichterstattung über den Islamischen Zentralrat Schweiz habe diese Debatte neu entfacht, so die «Mittelland Zeitung».

«Der Druck in der Schweiz für ein Burka-Verbot nimmt zu», zitiert das Blatt den CVP-Präsidenten Christophe Darbellay. Einstige Burka-Gegner seien jedoch von der Idee eines Verbots abgekommen und gäben sich heute eher Burka-freundlich. So antwortete der Bundesrat im Februar 2010 auf einen Vorstoss von Darbellay: «Solange sich eine Frau aus freien Stücken für das Tragen einer Burka oder eines Nikab entscheidet, sind ihre eigenen Grundrechte nicht verletzt.»

Auch Eveline Widmer-Schlumpf, die einst ein mögliches Burka-Verbot befürwortete, spreche sich nun dagegen aus. Die Siutation müsse erst dann neu beurteilt werden, wenn «Burka-Trägerinnen in grosser Zahl auftreten». (reh)

Erstellt: 28.04.2010, 10:39 Uhr

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