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Darbellay: «Hasskampagne auf tiefstem Niveau»

Die Parteien erwarten von der Schweizer Post nach den jüngsten Turbulenzen an der Konzernspitze eine Rückkehr zur Normalität. SVP-Präsident Toni Brunner spricht von einem Scherbenhaufen.

«Es muss wieder Ruhe einkehren im Verwaltungsrat und in der Post»:  CVP-Präsident Christophe Darbellay.

«Es muss wieder Ruhe einkehren im Verwaltungsrat und in der Post»: CVP-Präsident Christophe Darbellay. (Bild: Keystone)

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CVP-Präsident Christophe Darbellay hat den sofortigen Rücktritt von Post-Verwaltungsratspräsident Claude Béglés als Resultat einer Hasskampagne auf tiefstem Niveau bezeichnet. Diese sei mit Unterstützung von PR-Beratern von der alten Postgarde geführt worden. Man habe offensichtlich Angst vor jemandem, der mit neuen Ideen eine Debatte zur Zukunft der Post lanciert habe, sagt Darbellay.

Béglé sei sicher zum Teil vorgeprescht und habe eine nicht konsolidierte Meinung vertreten, was nicht immer sehr glücklich gewesen sei, räumt der CVP-Präsident ein. Béglé habe aber eine sehr fundierte internationale Erfahrung mitgebracht und etwas für sein Land machen wollen. Die Post könne nicht so weitergeführt werden, wie in den letzten 15 Jahren. Er hoffe nun, dass die alte Garde Ideen habe für die Zukunft der Post.

Jetzt gehe es darum, sehr schnell einen neuen Präsidenten zu ernennen, der Ideen habe, wie ein sehr starker Service Public finanziert werden könne. «Es muss wieder Ruhe einkehren im Verwaltungsrat und in der Post», fordert der CVP-Präsident.

SVP kritisiert Leuenberger

Laut SVP-Präsident Toni Brunner steht die Post nach dem Rücktritt von Verwaltungsratspräsident Claude Béglé vor einem Scherbenhaufen. Bundesrat Leuenberger, der das Debakel massgeblich zu verantworten habe, stehe in der Pflicht.

Die SVP fordere nun, dass sich der Gesamtbundesrat dem Dossier Post annehme und eine Nachfolgeregelung in die Wege leite, sagte Brunner. Es müsse mit allen Mitteln verhindert werden, dass so «weiter gefuhrwerkt» werde wie bisher.

SP fordert Gleichgewicht der Kräfte

SP-Präsident Christian Levrat wünscht sich eine Person an der Post-Spitze, die den Service Public und das politische Räderwerk kennt. Eine Rückkehr der alten Garde sei ausgeschlossen.

Zwischen Verwaltungsrat und Konzernleitung der Post müsse künftig ein gutes Gleichgewicht herrschen, sagte Levrat. Während dem früheren Verwaltungsrat zu wenig Einfluss nachgesagt wurde, wollte Béglé die Gewichte zugunsten des Aufsichtsorgans verschieben.

FDP erwartet klare Strategie

Keine Überraschung ist der Rücktritt Béglés für die FDP. Nötig sei jetzt eine Persönlichkeit, die solide in der Politik abgestützt sei. Bundesrat Moritz Leuenberger, in dessen Departement die Post fällt, solle der Post nun eine klare Strategie vorgeben.

Die BDP begrüsste den Entscheid Béglés zurückzutreten. Die Partei habe sich mit dem forschen Führungsstil des Post-Präsidenten nie anfreunden können. Béglés Schritt sei im Interesse der Post. Die Post-Spitze müsse nun mit der nötigen Sorgfalt neu besetzt werden.

Post-Angestellte sind erleichtert

Die Gewerkschaften Kommunikation (GeKo) und transfair haben Béglés Rücktritt erwartet. Für die Post-Angestellten sei das eine Erleichterung, hiess es am Dienstagabend bei transfair. Nun müsse bei der Post Ruhe einkehren, forderte Fritz Gurtner von der GeKo.

Der Ball liege bei der Arbeitsgruppe des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek), sagte Gurtner. Der Auftrag sei klar: «Rückbesinnung auf den Service Public». (bru)

Erstellt: 19.01.2010, 20:44 Uhr

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15 Kommentare

Reto Eglin

20.01.2010, 11:06 Uhr
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Herr Wetter ich kann Ihnen nur recht geben. Gewisse Leute sollten einfach zuerst denken bevor sie reden. Leider passiert das in der heutigen Gesellschaft immer wie seltener. Man hat Begle nicht rausgemobbt sondern er hat sich selber ins Abstellgleis gestellt mit Aussagen und Vorstellungen die nicht zumutbar waren. Alles wissen die Medien nun auch nicht immer. Antworten


Hanspeter Elmer

20.01.2010, 11:01 Uhr
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Wie war das nochmals, als Herr Darbellay nach der Abstimmung über die Minarette ein Verbot von jüdischen und muslimischen Friedhöfen gefordert hatte? Das ist natürlich viel höheres Niveau, nicht wahr, Herr Darbellay? Antworten


Johann Vonbergen

20.01.2010, 10:05 Uhr
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Dass jemand, der jüdische Friedhöfe und Kopftücher verbieten will, andere des Betreibens von Hasskampagnen bezichtigt, ist unterste Schublade. Das Niveau Schweizer Politiker ist nicht zu unterbieten. Antworten


Markus Steiner

20.01.2010, 09:29 Uhr
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Béglé löste im VR der Post eine kreative Unruhe aus, die nicht jedem gut bekommen ist. Ich kann nicht glauben, dass es - wenn es um Gruppendynamik geht - zwischen Staats- und einem Privatbetrieb so viel anders ist. Beidenorts muss ein VRP wissen, auf welche Weise er Strategien umsetzen will. Er sollte aber auch welche von aussen erkennbare haben, bevor in den Medien losgeplaudert wird. Antworten


rene klingler

20.01.2010, 09:19 Uhr
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Toni Brunner sagt es offen, ehrlich und unverblümt und ich sage, dass nun endlich auch die Aera Leuenberger zu Ende sein müsste! Antworten


Albert Finlayson

19.01.2010, 22:36 Uhr
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Es ist sehr bedauerlich, dass es so weit kommen musste. Was kommt nun? Zurück in die 80er Jahre mit einem Benedikt Weibel an der Spitze? Wo kommen wir hin wenn es eine Geschäftsleitung und Teile des VR schaffen, den chef hinaus zu mobben? Offenbar war Claude Béglé der richtige Mann zur falschen Zeit. Es bleibt abzuwarten ob seine Visionen nicht doch in der näheren Zukunft umgesetzt werden. Antworten


Rene Wetter

19.01.2010, 22:08 Uhr
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Darbellay ist etwas ähnlich wie B, er redet einfach immer drauflos. Nein, Béglé stolperte weil er die Leute rausbugsierte und seine Vergangenheit zeigte, dass er oft nur Staub aufwirbelte und wenig brachte. Er bekam den Posten wegen mangelhafter Auswahl (z.B. Nichtanfrage von Referenzen) und jetzt wird ein Fehlentscheid durch den Rücktritt korrigiert. Das hat nichts mit Hasskampagne zu tun. Antworten


Otto Kunz-Torres

19.01.2010, 21:59 Uhr
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Béglé hat selber wacker an seiner Demontage gearbeitet. Ein PR-Berater für seine Gegner war dazu nicht mehr nötig. Hoffentlich versucht der neue Post-Verwaltungsratspräsident nicht wieder mit Kopfnicker-Gremien eine Alleinherrschaft zu installieren. Antworten


Sibylle Weiss

19.01.2010, 21:38 Uhr
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Meine Freiheit hört dort auf, wo Deine beginnt.Dasselbe gilt für den bevorstehenden Verwaltungsratwechsel. Aber keine Angst. Hr Béglé wird weder arbeitslos noch verhungern;hierüber mache ich mir KEINE Sorgen,nachdem er ja noch einen Reservejob hat. Antworten


ralph kocher

19.01.2010, 21:06 Uhr
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Leider macht das ganze Szenario für den kleinen Arbeiter wenig Sinn. Auch so vollzieht sich eine wörtlich genannte Fahrplangestaltung immer stressanfälliger. Schlanker, knapper, effizienter, und trotzdem dynamisch > es bleibt beim alten Credo. Ich sehe sicherheitsverantwortliche Busführer, welchen es noch immer gelingt, dem Plansoll gerecht zu werden. Mit der Verantwortung eines Fluglinienpiloten! Antworten


Alex Hanselmann

19.01.2010, 20:56 Uhr
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Begles rascher Entscheid tut der Schweiz gut. Die Geschäfte der Schweizer Post steht jetzt wieder Zentrum. Auch hat der Parteichef der SP im Radio(Echo der Zeit) mutig Fehler im Department des SP Bundesrats zugegeben. Die Medien scheinen recht einseitig berichtet zu haben. Von den Vorwürfen scheint bereits jetzt nichts hängen zu bleiben. Antworten


ruth leemann

19.01.2010, 20:31 Uhr
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Herr Darbellay - mit Herr Peter Hasler könnte Ruhe einkehren - Herr Bührer ist keine gute Nomination Antworten


toni müller

19.01.2010, 20:22 Uhr
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tiefstes niveau konnte ich nur ausmachen, wenn ich die politik von darbellay verfolgte. und die habe ich sehr genau verfolgt. das niveau von darbellay ist so tief, dass man da wo er auftritt noch einen zusätzlichen betonboden einsetzen musste, damit er nicht noch tiefer einsinkt. Antworten


Antonio La Fontana

19.01.2010, 20:16 Uhr
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Herr Brunner hat ja gar keine Qualifikationen dafür, sich darüber äussern zu können, äussert sich aber so als könne er sich darüber äussern. Antworten


Erwin Marti

19.01.2010, 20:13 Uhr
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Die Geschichte mit Herr Béglé ist nicht eine Frage seines nicht über allen Zweifeln erhabenen Verhaltens, das Züge aufweist, die zu weit gehen. Grundlage ist, dass er kein Teamplayer ist und nicht versteht mit seinen Kollegen zu sinnvollen Lösungen zu gelangen. Das lässt tief blicken auf das Verhalten seines Chefs. Gewisse BR machen statt CH vorwiegend Parteipolitik. Das kommt sehr schlecht. Antworten



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