Das letzte Wahlbarometer, bevor es ernst gilt

Aktualisiert am 13.10.2011 284 Kommentare

Die SRG präsentierte am Mittwoch das letzte Barometer vor den Wahlen am 23. Oktober 2011. Die Grünliberalen und die BDP gehen dabei als Wahlgewinner hervor.


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Die Parteipräsidenten in der sogenannten Elefantenrunde im letzten Jahr. (Bild: Keystone )

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Der Countdown läuft: Kurz vor den Wahlen befinden sich die Parteien im Schlussspurt des Wahlkampfs. Von der letzten Mobilisierung profitiert gemäss SRG-Wahlbarometer die SVP. Im Vergleich zum letzten Barometer von Ende August hat sie zugelegt.

Wäre Anfang Oktober gewählt worden, hätte die SVP einen Stimmenanteil von 29,3 Prozent erreicht – leicht mehr, als sie 2007 erzielt hat. Wie jedes Mal sind die Zahlen jedoch mit Vorsicht zu geniessen: Mit einem statistischen Fehlerbereich von plus/minus 2,2 Prozentpunkten könnten diese Zahlen auch anders aussehen.

BDP: Von null auf 3,6 Prozent

Gewinner der Wahlen wären Anfang Oktober die Grünliberalen gewesen mit einem Plus von 3,5 Prozentpunkten im Vergleich zu 2007 und einem Wähleranteil von 4,9 Prozent. Auch die BDP würde zu den Gewinnerinnen zählen mit einem Wähleranteil von 3,6 Prozent. Die Partei startet von null aus, da sie sich 2007 im Parlament von der SVP abgespaltet hatte und nicht zu den Wahlen angetreten war.

BDP und GLP profitieren laut der Umfrage des Forschungsinstituts Gfs.Bern von Wählenden anderer Parteien, wie SRF am Mittwoch mitteilte. Die GLP verzeichnet Zuflüsse von der SP, den Grünen und – in geringerem Ausmass – auch von der FDP. Doch auch bisher Nicht-Wählende wollen der GLP ihre Stimme geben. Die BDP profitiert von Nicht-Wählenden wie auch von CVP- und SVP-Wechselwählern.

Verluste für die FDP

Das Nachsehen hätte die FDP gehabt. Ihr Verlust betrüge im Vergleich zu 2007 2,5 Prozentpunkte, ihr Wähleranteil läge noch bei 15,2 Prozent. Gemäss dem Wahlbarometer der SRG SSR vom Mittwoch würden sich die CVP, SP und die Grünen wenig bewegen. Die SP könnte um 0,4, CVP und Grüne je um 0,3 Prozentpunkte zulegen.

Gemäss Umfrage kann die FDP kaum neue Wählende für sich gewinnen. Zugleich leidet sie gemäss Analyse des Gfs.Bern an der Demobilisierung ihrer eigenen Wählerschaft. Immerhin konnte sie diese Abgänge im neusten Wahlbarometer begrenzen.

Am attraktivsten für bisher Nicht-Wählende sind jedoch insgesamt die Pol-Parteien SP und SVP, welche die stärksten Zuflüsse aus dieser relevanten Gruppe verzeichnen.

Das Barometer des Forschungsinstituts Gfs.Bern basiert auf einer repräsentativen Umfrage. Gemäss dieser Umfrage wollen am 23. Oktober 49 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne gehen – mehr als noch bei der letzten Befragung.

Gemäss Gfs.Bern wollen vor allem auf dem Land mehr Leute von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Gestiegen sei die Teilnahmeabsicht vor allem in den unteren Bildungsschichten und bei den 18- bis 39- Jährigen, wie SRF mitteilte. Klar überdurchschnittlich wollen sich die über 65-Jährigen an den Wahlen beteiligen. 74 Prozent der Befragten dieser Altersgruppe versicherten, wählen zu gehen.

Wichtige Migrationsfrage

In der Reihenfolge der wichtigsten Themen, die aus Sicht der Wählerschaft gelöst werden sollten, steht weiterhin die Migrationsfrage an erster Stelle. Mit 35 Prozent nannten es weniger Wählende als dringendstes Thema als noch Ende August (40 Prozent).

Knapp dahinter folgt die Umwelt/Atomfrage mit 34 Prozent. Damit hat dieser Themenbereich wieder an Wichtigkeit gewonnen. Auftrieb hat gemäss Gfs.Bern auch das Thema «Krankenkassen und Gesundheitswesen» erhalten.

(mrs/sda)

Erstellt: 12.10.2011, 17:19 Uhr

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284 Kommentare

Andreas Steiner

12.10.2011, 19:38 Uhr
Melden 192 Empfehlung

29,3% SVP? Wenn man dann noch die vielen dazurechnet die sich immer noch nicht getrauen zu sagen dass sie SVP wählen dann sind wir bei 35%. Das ist ja ein sehr erfreuliches Ergebnis. Antworten


Isabelle Deschamps

12.10.2011, 18:13 Uhr
Melden 151 Empfehlung

Mir ist wichtig, dass eine Partei nicht zuviel verspricht, auf dem Boden der Realität bleibt und in grundlegenden Ansichten unverrückbare Positionen hat. Das hat leider nur die SVP (vorallem was den EU-Beitritt anbelangt, tiefe Steuern, Ausländerproblematik). War früher für links, es ist aber nie zu spät zur Einsicht. Die nächsten 4 Jahre sind sehr wichtig für unser Land !! Antworten



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