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Den Grünen zieht es ins Grüne

Aktualisiert am 02.01.2010

Hubert Zurkinden, ehemaliger Generalsekretär der Grünen Schweiz, beginnt im neuen Jahr ein neues Leben – auf 1400 Metern über dem Meeresspiegel.

Bergidyll: Die neue Wirkungsstätte des Ex-Politikers.

Bergidyll: Die neue Wirkungsstätte des Ex-Politikers.
Bild: /www.hotel-rhaetia.ch

Politische Karriere zu den Akten: Zurkinden an einer Delegiertenversammlung im Januar 2003.

Politische Karriere zu den Akten: Zurkinden an einer Delegiertenversammlung im Januar 2003. (Bild: Keystone)

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Der ausgebildete Theologe, Lehrer, Journalist und Politiker Zurkinden wird nun Hotelier. Mit seiner Frau übernimmt er das «Rhätia» in St. Antönien GR. Das kleine Dorf auf rund 1400 Metern, oberhalb des Prättigau, bietet den beiden, wonach sie suchten. Natur, Wandern im Sommer und Skitouren im Winter.

Im August 2009 hatte Zurkinden das Generalsekretariat der Grünen verlassen. Von einer beruflichen Neuorientierung hatte er damals gesprochen, doch Genaueres hatte er nicht verraten. Mit seiner Ankündigung, die Grünen ausgerechnet in einer Wachstumsphase zu verlassen, überraschte er damals ebenso wie nun mit seiner Berufswahl.

«Alles wie durch ein Wunder»

Auf der Suche nach einem passenden Betrieb durchforstete das Paar das «GastroJournal». «Und dann kam alles wie durch ein Wunder», sagt Zurkinden. Ausgerechnet der Betrieb in St. Antönien war zum Verkauf ausgeschrieben. Damit waren die Würfel gefallen. Der 54-jährige Zurkinden hat sich auf seinen Neuanfang gründlich vorbereitet, unter anderem mit einem Kurs bei Gastro Bern und einem praktischen Stage an der Lenk im Berner Oberland.

Zuerst ein Studium der Theologie

Damit gibt Zurkinden seinem Berufsleben nicht zum ersten Mal eine neue Richtung. Ursprünglich wollte der in Düdingen FR geborene Deutschfreiburger Priester werden. Nach dem Studium in Freiburg und Tübingen (D) war er Pastoralassistent in Bern-Bethlehem und Freiburg.

Zweifel an der kirchlichen Hierarchie und am Zölibat veranlassten ihn zu einer ersten Wende: Er unterrichtete, nachdem er auch diplomierter Organist geworden war, am Lehrerseminar Freiburg Katechese und Orgel. Politisiert wurde er über die Befreiungstheologie und seine Kindheit in einer Arbeiterfamilie, wie er selbst sagt.

Von Nicaragua in Redaktionen und Politik

Nächste Stationen waren ein Aufenthalt in Nicaragua, wo er sich mit der sandinistischen Revolution beschäftigte, dann die Katholische Internationale Presseagentur (kipa) und die Zeitschrift «Aufbruch». Diese war als Reaktion auf die umstrittene Ernennung von Wolfgang Haas zum Bischof von Chur gegründet worden.

Politik betrieb Zurkinden im Generalrat der Stadt Freiburg und im Kantonsparlament, dem Grossen Rat. Ein roter Faden zog sich nach seiner eigenen Einschätzung durch alle Karrierestationen: «Ich mag es, mit Menschen zusammenzusein. Ich liebe Kontakte und den Austausch», sagt er. (raa/sda)

Erstellt: 02.01.2010, 10:30 Uhr

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