Schweiz
Den Schweizer Schulen gehen die guten Lehrer aus
Aktualisiert am 10.07.2011 40 Kommentare
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Viele der neu an Schweizer Volksschulen eingestellten Lehrpersonen genügen laut einem Bericht der «NZZ am Sonntag» den Anforderungen offenbar nicht. Ein grosser Teil der offenen Lehrerstellen kann nur besetzt werden, wenn entsprechende Qualitätsabstriche in Kauf genommen werden. Dies zeigt eine Umfrage des Verbands Schweizer Schulleiter, an der 406 Schulleiter der Deutschschweiz teilgenommen haben.
Nur 4 Prozent der Teilnehmer gaben an, für die frei werdenden Stellen nur Lehrpersonen mit geeigneter Qualifikation gefunden zu haben. 29 Prozent bezeichnen die Profile der eingestellten Lehrer als «selten übereinstimmend» mit dem eigentlich geforderten Stellenprofil. So müssen Schulleiter etwa Lehrer ohne stufengerechtes Diplom oder mit offenkundig mangelnden Qualifikationen verpflichten oder solche, die durch zahlreiche vorgängige Stellenwechsel auffallen, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.
«Der Lehrermangel wird sich verstärken»
Rein quantitativ habe sich die Lehrer-Knappheit dadurch leicht entschärft, sagt Franziska Peterhans vom Lehrerverband. «Punktuell existiert aber immer noch ein akuter Lehrermangel, der sich in den kommenden Jahren verstärken wird», sagt sie zur «NZZ am Sonntag». Derzeit befänden sich nur halb so viele Lehrkräfte in Ausbildung wie künftig benötigt.
Im Kanton Zürich etwa gestaltet sich die Suche nach Lehrern dieses Jahr vor allem für die Primarstufe etwas leichter, doch auf anderen Schulstufen sei die Situation nach wie vor prekär, wie Peter Geber vom Zürcher Schulleiter-Verband zur« NZZ am Sonntag» sagt. «Drei Viertel der Schulleiter bekunden Mühe bei der Besetzung von Lehrerstellen auf Sekundarschulstufe.» Im Kanton Zürich sind Anfang Juli noch 129 Stellen – darunter 40 Klassenlehrerstellen – zu besetzen.
Rettung aus Deutschland
Im Kanton Aargau sind noch etwa 110 Inserate für Lehrerstellen aufgeschaltet, wovon 60 Anzeigen Vollzeitstellen betreffen. Im vergangenen Jahr waren es zur selben Zeit 181 Inserate, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Im Frühjahr schaltete der Kanton deshalb Inserate in Deutschland, die auf das Stellenportal der Aargauer Volksschuldirektion hinwiesen. Die Anzeigen verfehlten ihre Wirkung nicht.
«Wir haben dieses Jahr eine Zunahme von Lehrpersonen aus dem deutschsprachigen Ausland von 20 Prozent», sagt Urs Eichenberger vom Aargauer Bildungsdepartement zur «NZZ am Sonntag». Auch der Kanton Basel-Stadt verzeichnet mehr deutsche Bewerber. «Vor allem die Quereinsteiger-Kampagne hat viele Deutsche angezogen», sagt Pierre Felder, Amtsleiter der Volksschulen beim Kanton Basel-Stadt. (pbe)
Erstellt: 10.07.2011, 12:54 Uhr
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40 Kommentare
Der Anteil an fremdsprachigen Schülern wird immer höher und der vermittelnde Lehrstoff immer langsamer. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Lehrer mit dieser Herausforderungen bzw. Schwierigkeiten an den Rand ihrer Kapazität kommen. Auch das wurde über die Jahre einfach totgeschwiegen. Jetzt wandern die Familien mit deutschsprachigen Kindern ab. Die Gettoisierung ist programmiert. Antworten
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