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Den Yogi-Hotels fehlt die Erleuchtung

Von Hugo Stamm. Aktualisiert am 20.07.2010 1 Kommentar

Die Luxusherbergen von Seelisberg UR, in denen yogische Flieger wohnen, drohen zu zerfallen.

Porträt des Gurus Maharishi Mahesh Yogi im Grand Hotel Sonnenberg.

Porträt des Gurus Maharishi Mahesh Yogi im Grand Hotel Sonnenberg.
Bild: Keystone

Die Residenz der Transzendentalen Meditation (TM) hoch über dem Urnersee ist bedroht. Die beiden ehemaligen Nobelhotels sind baufällig, doch TM will kein Geld für die Renovation aufwenden. Raja Felix Kägi, der Schweizer TM-Fürst, möchte deshalb die Residenz und das ayurvedische Gesundheitszentrum mit den 5 Hektaren Land verkaufen.

Doch damit ist Otto Odermatt, der ranghöchste yogische Flieger von Seelisberg, nicht einverstanden. Für ihn ist der Sitz der schönste Ort der Welt, ja der Himmel auf Erden. Ähnlich hat es sein 2008 verstorbener Guru Maharishi Mahesh Yogi formuliert, der von 1972 bis 1983 in den ehemaligen Grandhotels Sonnenberg und Kulm residierte. So führt uns Odermatt zum riesigen Saal, wo einst Maharishi seine Konferenzen zur Erschaffung des Weltfriedens durchführte. Der Prunk mit den dicken roten Teppichen und über 100 fürstlichen Fauteuils setzt sichtbar Patina an.

Der nie gebaute Rekord-Turm

Die wechselvolle Geschichte der Grandhotels begann vor gut zehn Jahren. Die yogischen Flieger, die behaupten, dank Meditation die Anziehungskraft überwinden zu können, hoben gewaltig ab. «Wir bauen in Seelisberg für 4,5 Milliarden Franken einen 500 Meter hohen Turm für 50'000 Personen», erklärten sie. Es sollte das höchste Gebäude der Erde werden. Nicht genug: Gleich zwölf solcher «Maharishi-Türme des Weltfriedens» wollte der Guru bauen.

Doch der Turm blieb im Projektstadium stecken. Die Besucherzahlen waren rückläufig, das Defizit wuchs an, und die TM-Führung war sich uneinig über die Zukunft des Zentrums. Das Hotel Kulm mit seinen 100 Zimmern steht seit langem leer und ist unbewohnbar.

Verkauf der Immobilien?

Als Nächstes kündigten die TM-Leute ein neues Zentrum für 20 bis 30 Millionen in Herlisberg LU über dem Baldeggersee an. Drei Jahre später gründete TM-Fürst Felix Kägi die Raja Builders AG in Sarnen OW, ein Baugeschäft für vedische Architektur. Nur wer beim Bau eines Gebäudes einen Bezug zum Kosmos herstelle, fühle sich darin wohl, sagte Raja Felix. Es blieb bei der Planung. Ein Jahr später die nächsten Schlagzeilen: «Yogis bauen Hotel Kulm neu.» Der Komplex werde abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

Die Yogis von Seelisberg hatten 2005 einen Wettbewerb ausgeschrieben. Neben Fachleuten engagierten sich auch Vertreter der Gemeinde, des Kantons und des Heimatschutzes in der Jury. Doch seither liegt auch dieses Projekt auf Eis. Raja Felix möchte die Immobilien verkaufen und 100 bis 150 Millionen lösen. Fachleute schätzen den Verkehrswert aber auf 10 bis 15 Millionen.

Bangen um die Zukunft

So bangt Seelisberg um die Zukunft der traditionsreichen Hotels. Die Behörden befürchten, dass die Gebäude zerfallen, wenn nicht bald Massnahmen ergriffen werden. Gemeindepräsident Karl Huser ist einsilbig, er will es mit den Yogis nicht verscherzen. «Im Moment läuft nichts», sagt er. Es sei schwierig, Investoren zu finden. «Hoffnung hat man aber immer», meint er. In seiner Stimme schwingt Resignation mit.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.07.2010, 21:49 Uhr

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1 Kommentar

Raja Felix Kägi

20.07.2010, 16:13 Uhr
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Erleuchtung ist ein seltenes Gut, wenn man es am falschen Ort sucht. Hotels, auch wenn es Yogi-Hotels sind, verfügen über keine Gott-gegebenen Strukturen und Funktionen, wie wir sie im menschlichen Körper finden, um das stille Glück des Seins zu erfahren und die Herrlichkeit der Schöpfung zu geniessen. Mit der Transzendentalen Meditation hat jedoch jeder Mensch die Chance Erleuchtung zu erlangen. Antworten



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