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Der Ansturm auf die Sozialämter nimmt zu

Aktualisiert am 22.01.2012 128 Kommentare

Die Schweiz bekommt die Wirtschaftskrise offenbar doch zu spüren. Laut einer Umfrage gab es in vielen Städten 2011 mehr Sozialfälle. Dabei war der Anstieg in einer Bevölkerungsgruppe besonders deutlich.

Stellen werden abgebaut: Eine Person sucht nach Jobangeboten.

Stellen werden abgebaut: Eine Person sucht nach Jobangeboten.
Bild: Keystone

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Die Wirtschafts- und Währungskrise geht auch an der Schweiz nicht spurlos vorbei. Das geht aus einer Umfrage der Zeitung «Sonntag» bei Sozialämtern in 14 Städten hervor. Die Frage, ob die Sozialfälle 2011 zugenommen haben, bejahen 10 Städte. Die höchste Zunahme an Sozialfällen verzeichnen Wohlen AG und Grenchen SO mit plus 10 Prozent. Es folgen Baden AG mit plus 9 Prozent, Luzern mit 8,5, Olten SO mit 7 und Schaffhausen mit plus 5 Prozent.

Bemerkenswert: Die grossen Städte Bern, Zürich und Basel erwarten keinen markanten Anstieg und gehen von stabilen Zahlen aus. Das gilt auch für den Kanton Baselland.

Weiteres Ergebnis: Die Auswirkungen der seit April 2011 geltenden Leistungskürzungen bei der Arbeitslosenversicherung werden sich erst in den nächsten Jahren bei den Sozialämtern bemerkbar machen. Denn Langzeitarbeitslose müssen zuerst ihr Vermögen bis auf 4000 Franken aufbrauchen, bevor sie Sozialhilfe beantragen können.

Ab Mitte 40 bereits altes Eisen

Neu ist gemäss der Umfrage die Zunahme von Sozialfällen bei Personen, die erst Mitte 40 sind und keine Jobs mehr finden. Dieses Phänomen beobachten alle angefragten Städte. «Wir stehen in einer Wirtschaftskrise. Stellen werden abgebaut. Dabei trifft es auch vermehrt Personen, die erst Mitte 40 sind», sagte Renate Salzgeber, Dozentin der Berner Fachhochschule für soziale Arbeit, in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag».

Leider sei dies kein vorübergehendes Phänomen. «Bei einer Erholung des Arbeitsmarktes sind junge, billige und willige Arbeitskräfte zuerst gefragt.» Ohne neue Projekte für diese «Generation 46 » bleibe als Alternative nur die «Verrentung», sagte Salzgeber: «Wenn wir nichts machen, dann werden wir zunehmend Menschen haben, die ab 46 unfreiwillig zu sozialabhängigen Frührentnern werden.»

Es gebe bereits einzelne Projekte, in denen für als nicht mehr vermittlungsfähig geltende Langzeitarbeitslose die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle nicht mehr das primäre Ziel sei. Das Hauptziel sei, sie sozial zu integrieren und aus ihrer Isolation zu holen. (kpn/sda)

Erstellt: 22.01.2012, 12:14 Uhr

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128 Kommentare

will williamson

22.01.2012, 12:31 Uhr
Melden 183 Empfehlung

Woher kommen die genannten jungen, billigen und willigen Arbeitskräfte, die unsere über 40-jährigen als "Alteisen" aus dem Arbeitsmarkt werfen? Natürlich aus der EU! Woher denn sonst? Antworten


petra kaiser

22.01.2012, 12:56 Uhr
Melden 162 Empfehlung

die bevölkerung weiss um diesen zustand schon länger....aber es müssen ja immer mehr billige arbeitskräfte eingeführt werden, damit kräftig verdient werden kann. zumindest in den oberen firmenentagen. wenn mir ein firmenchef einer eingewanderten firma erzählt, er könne keine schweizer anstellen, da sie unmöglich 5000.- sfr bruttolohn zahlen können - wissen wir wo es hinführt. Antworten



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