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Der CVP-Biermann der Berner Autonomen

Von Hubert Mooser, Bern. Aktualisiert am 10.02.2012 31 Kommentare

Das autonome Kulturzentrum Reithalle ist für den Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) ein Dauerärgernis. Das Bier kommt aus der Brauerei des neuen CVP-Nationalrats Alois Gmür (SZ).

Gemeinsam gegen die Konzentration in der Wirtschaft: Jugendliche feiern mit Freibier ein Abstimmungsergebnis vor der Reitschule in Bern. (26. September 2010)

Gemeinsam gegen die Konzentration in der Wirtschaft: Jugendliche feiern mit Freibier ein Abstimmungsergebnis vor der Reitschule in Bern. (26. September 2010)
Bild: Keystone

Bierlieferant der Autonomen: Alois Gmür als neugewählter CVP-Nationalrat in Schwyz. (23. Oktober 2011) (Bild: Keystone )

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Der Einsiedler Nationalrat Alois Gmür (CVP) war 14 Jahre Bezirksrat, vier Jahre Bezirksammann von Einsiedeln, und seit 2004 Kantonsrat in Schwyz. Seit dem 23. Oktober 2011 gehört er neu auch dem Nationalrat an. Er kommt für Reto Wehrli, der auf Ende der Legislatur zurück trat. Gmür gilt als gradlinig und als einer, der sich in Bern durchsetzen könne. Es ist aber weniger sein politischer Leistungsausweis, der ihn zu einem Original macht. Sondern es ist erstens sein Job als Bierbrauer aus Einsiedeln. Und zweitens seine für einen CVP-Politiker eher ungewöhnliche Kundschaft.

Der grösste Kunde von Gmürs Bierbrauerei ist die Reithalle in Bern, ein alternatives und autonomes Kulturzentrum, welches sich in den achtziger Jahren aus einer Hausbesetzung entwickelte. Die Reithalle ist jedoch besonders für Politiker von der FDP, der SVP und auch für Gmürs CVP seit Jahren ein Ärgernis. Es ist nicht der Kulturbetrieb selber, sondern das Drumherum, das regelmässig für hochrote Köpfe im Stadtparlament von Bern sorgt. Und Gmürs Parteikollege, der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause musste sich wiederholt mit Vorgängen in und um die Reithalle auseinandersetzen.

Im September des letzten Jahres lieferte zum Beispiel eine umstrittene Polizeiaktion in der Reithalle für politischen Zündstoff. Der Einsatz endete mit einer heftigen Auseinandersetzung und verletzten Polizisten. Die Polizei sprach in ihrer Mitteilung von einem Übergriff auf einen Polizisten. Die Reithalle-Betreiber und Augenzeugen sprachen dagegen von einem unverhältnismässigen Aktion und einer völlig übertriebenen Darstellung des Sachverhaltes durch die Polizei. Auch im Stadtparlament gab der Vorfall Anlass zu heftigen politischen Auseinandersetzungen.

Gmür ist gegen Konzentrationsprozess in der Wirtschaft

Mächtig auf den Putz haute hinterher auch die CVP. In einer Mitteilung forderte sie sogar die partielle Schliessung des Restaurants. Bei weiteren «Übergriffen» gegen die Sicherheitsorgane solle dem Gastrobetrieb in der Reithalle die Betriebsbewilligung ganz entzogen werden. Das würde vor allem einen empfindlich treffen: CVP-Nationalrat Alois Gmür. Trotzdem findet der Schwyzer, Reto Nause mache es viel besser als seine Vorgänger, was die Reithalle anbelangt. Nause sieht es auch nicht so eng wie seine Partei. «Mit 99 Prozent der Besucher haben wir kein Problem», sagt der Berner Sicherheitsdirektor. «Und das eine Prozent, das uns Kummer bereitet, hat wahrscheinlich nicht Alois' Bier getrunken, sondern die Getränke selber mitgebracht.»

Das freut Gmür. Der Schwyzer gibt zu, er habe ein bisschen Angst gehabt, als er in den 1990er Jahren zum ersten Mal Bier in die Reithalle nach Bern ausfuhr. «Vor der Halle standen ein paar merkwürdige und gfürchige Gestalten», erinnert er sich. Inzwischen kenne man ihn dort. Wie ein konservativer CVP-Politiker aus dem Kanton Schwyz dazu komme, Bierlieferant der Linksautonomen in Bern zu werden, hat er vor Jahren einmal der Weltwoche geschildert: Er selber sei gegen den Konzentrationsprozess in der Wirtschaft. Und die in der Reithalle würden sich auch dagegen stemmen. Als Nationalrat hat Gmür jetzt während den Sessionen Gelegenheit, seine Klientel in Bern speziell zu pflegen – und mit Sicherheitsdirektor Reto Nause in der Reithalle ein Bier zu stemmen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.02.2012, 18:31 Uhr

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31 Kommentare

ueli keller

11.02.2012, 06:32 Uhr
Melden 65 Empfehlung

Ich sehe das so: Die sogenannten Autonomen trinken Bier aus einer Brauerei, die in der Schweiz liegt und Schweizern gehört. Die anderen (auch die CVP-ler und SVP-ler) trinken Feldschlösschen, Cardinal, Eichhof, Haldengut, Hürlimann,Ittinger Klosterbräu und und.... aus Brauereien, die ausländischen Konzernen gehören. Wer ist da der Patriot ? Zudem ist Einsiedler-Bier wirklich Klasse !! Antworten


Beat Frei

10.02.2012, 19:57 Uhr
Melden 52 Empfehlung

Wer verkauft das Bier im Fussballstadion? Dort sind die Polizeieinätze regelmässiger und teurer. Oder ist es die Angst vor andersdenkenden..? Antworten



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