Schweiz
Der Diplomat mit einem Flair für Humanitäres
Aktualisiert am 19.10.2011 7 Kommentare
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Peter Maurer verlässt nach nur zwei Jahren als Staatssekretär das Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA). Nach dem Rücktritt seiner Chefin Micheline Calmy-Rey verlässt damit die Nummer Zwei des EDA den Staatsdienst und tritt in den Dienst der Humanitären Hilfe. Diese Hilfe ist dem 54-jährigen Diplomaten alles andere als unbekannt. Als langjähriger Chef der Politischen Abteilung IV «Menschliche Sicherheit: Frieden, Menschenrechte, Humanitäre Politik, Migration» war der Kontakt zu Nichtregierungsorganisationen (NGO) fast sein täglich Brot.
In Maurers Amtszeit von 2000 bis 2004 fielen unter anderem die Arbeiten zur Schaffung des UNO-Menschenrechtsrates, die Genfer Initiative für den Nahen Osten und diverse Engagements für die erfolgreichen Friedensbemühungen unter anderem in Kolumbien, in Nepal und im Sudan.
Engagierter Diplomat bei der UNO
Zwischen 2004 und 2010 war Maurer Ständiger Vertreter der Schweiz bei den Vereinten Nationen in New York. Er leitete dort zahlreiche Delegationen und Verhandlungen. Als Vorsitzender der Burundi- Konfiguration der UNO-Kommission für Friedenskonsolidierung musste er sicherstellen, dass das zentralafrikanische Land nach dem Waffenstillstand nicht vergessen geht.
Sein letzter Auftritt in New York war an der Seite von Alt-Bundesrat Joseph Deiss, als dieser im Mai in New York zum Präsidenten der 65. UNO-Generalversammlung gewählt wurde.
Doch die Verbindung zur UNO ging dem engagierten Diplomaten nicht verloren. Als Staatssekretär gehörten zu seinen wichtigsten Dossiers die Zusammenarbeit mit der UNO, aber auch die Entwicklung der Beziehungen zur EU.
Ein Historiker im Dienste der Schweiz
Peter Maurer studierte in Bern und im italienischen Perugia Geschichte, Politische Wissenschaft und internationales öffentliches Recht. Das Studium der Geschichte ebnete Peter Maurer seinen besonderen Zugang zur Diplomatie. «Wenn man mit einer historischen Dimension an seine Tätigkeit herangeht, öffnen sich andere Perspektiven und Horizonte für Optimismus und Pessimismus», sagte er bei seinem Abschied aus New York der Nachrichtenagentur sda.
Dann werde einem bewusst, welches die Fristen sind, die es brauche, um etwas zu bewegen. Historischen Prozessen könne man keine Gewalt antun. «Man kann zur Reifung einer Lösung beitragen, wenn man das diplomatische Handwerk kann und seine Karten gut spielt», sagte er.
Diplomatisches Gespür fürs IKRK
Mit 30 Jahren trat er 1987 in den diplomatischen Dienst der Schweiz ein, absolvierte einen Stage in Südafrika, war diplomatischer Mitarbeiter für Osteuropa in der Politischen Abteilung I und wurde 1990 zum Sekretär des Staatssekretärs des EDA.
Und nun, nach insgesamt 10 Jahren in New York und seiner Arbeit für die Menschliche Sicherheit, wechselt er samt seinem internationalen Beziehungsnetz und seiner Erfahrung zum Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Diplomatisch wird er auch dort sein müssen – weniger im Namen der Schweiz als viel mehr im Namen der Benachteiligten in Konflikten und humanitären Notsituationen. (kpn/sda)
Erstellt: 19.10.2011, 22:38 Uhr
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