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«Der Informant wandte sich in grosser Not an mich»

Aktualisiert am 07.01.2012 173 Kommentare

Er stellte den Kontakt zwischen dem Sarasin-Mitarbeiter und Christoph Blocher her. Erstmals äussert sich der Thurgauer SVP-Kantonsrat und Anwalt Hermann Lei zu seiner Rolle in der Affäre Hildebrand.

«Diesem Wunsch kam ich nach»: Der Thurgauer Kantonsrat Hermann Lei. (Bild: SVP, TG)

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Hermann Lei bereut nicht, die gestohlenen Bankdaten des Nationalbankpräsidenten Philipp Hildebrand weitergegeben zu haben. «Ich möchte betonen, dass sich der Informant in grosser Not an mich wandte, weil er entdeckt hat, dass Philipp Hildebrand mutmasslich ein Devisenspekulant ist», sagte Lei in einem Interview im «St. Galler Tagblatt». Bankintern sei der Informant mit seinen Vorbehalten angestossen und nicht weiter gekommen.

Damit widerspricht Lei den Darstellungen der betroffenen Bank Sarasin. Diese hatte in einer Mitteilung vom Freitag festgehalten, dass sich der Betreffende weder bei seinem Vorgesetzten noch bei der internen Compliance Abteilung gemeldet habe. Vielmehr habe sich der Mann gemäss seinen eigenen Aussagen einem ihm persönlich bekannten Anwalt anvertraut.

Ziel war Untersuchung

Dazu sagte Lei im Interview, dass er den Informanten aus der Schulzeit kenne und dieser seine «kritische Haltung» gegenüber Hildebrand kenne. Der Bankmitarbeiter habe ihn darum gebeten, einen Kontakt zu einer politisch einflussreichen Person zu vermitteln. «Und diesem Wunsch kam ich nach.» Das Ziel sei gewesen, «eine Untersuchung zu erreichen, etwa mit einer Interpellation im Nationalrat», sagte Lei. Der Informant habe mit Christoph Blocher sprechen wollen und habe ihn – Lei – darum gebeten, ihn zu begleiten. «Wir wollten eine saubere, diskrete Abklärung der Transaktion.»

Mit Blocher seien sie übereingekommen, nicht an die Medien zu gelangen, sagte Lei weiter. Es stimme aber, dass er die «Weltwoche» auf Ungereimtheiten im Fall Hildebrand hingewiesen habe.

Lei wie Blocher: «Ich war Briefträger»

Er sei sich keines Fehlverhaltens bewusst. «Ich war eine Art Briefträger», sagte Lei – wie vor ihm bereits Christoph Blocher. Der oberste Währungshüter dürfe nicht spekulieren. Dass Hildebrand den Währungsgewinn gespendet hat, betrachtet Lei als Schuldeingeständnis.

Der 39-jährige Anwalt Hermann Lei sitzt seit 2007 im Thurgauer Kantonsrat. Er führt seit 2005 ein eigenes Advokaturbüro in Weinfelden. Sein Vater mit dem gleichen Namen war ebenfalls Politiker, gehörte der FDP an und sass zwischen 1992 und 2002 in der Thurgauer Regierung. (rub/sda)

Erstellt: 07.01.2012, 18:03 Uhr

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173 Kommentare

Eron Thiersen

07.01.2012, 18:13 Uhr
Melden 284 Empfehlung

Ein Witz und skurril konstruiert! Schlicht eine Lügengeschichte! Dem voraus muss es eine Absicht gegeben haben, prominente Leute aus Politik und Wirtschaft zu überwachen! Das Motiv des IT-Fachmannes war sicher nicht Zufall. Wieso sollte er zu Lei rennen er doch zum Rechtsdienst der Bank Sarasin kann! Das wollte er offensichtlich nicht! Da haben einige Leute schmutzige Hände, nicht Hildebrand! Antworten


Tom Dubach

07.01.2012, 18:28 Uhr
Melden 222 Empfehlung

Drüber gestolpert oder danach gesucht? Normalerweise kommt ein IT-Supporter doch nicht in Berührung mit Kundentransaktionen. Dort hat er doch schlichtweg nichts zu suchen! Er mag Hildebrand nicht? Und darum begeht er ein Offizialdelikt, das ihm die Entlassung und 6 Monate Gefängnis bescheren kann? Scheint mir irgendwie ein Sonderling zu sein. Antworten



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