«Der Islam ist jetzt auch eine Schweizer Religion»

Für den Schweizer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan existiert ein europäischer Islam. Das Zusammenleben funktioniere auf lokaler Ebene schon gut, national brauche es aber noch Zeit.

«Indem ich mich integriere, verändere ich die Kultur, in die ich mich integriere»: Tariq Ramadan.

«Indem ich mich integriere, verändere ich die Kultur, in die ich mich integriere»: Tariq Ramadan.
Bild: Keystone

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Vordenker eines modernen Islam

Der 47-jährige Islamwissenschaftler kam in Genf zur Welt. Er studierte an der dortigen Universität französische Literatur, Philosophie und Islamwissenschaft. Später liess er sich an der Al-Azhar-Universität in Kairo zum Islamgelehrten ausbilden. Er gehört zu den bekanntesten Vordenkern eines modernen Islam.

Junge Muslime in der Diaspora feiern Ramadan wie einen Popstar. Er reist oft in der Welt herum, um seine Vorstellungen eines aufgeklärten, vernunftgeleiteten Islam zu verkünden. Seine Bücher und seine vertonten Vorträge erreichen Auflagen von über 50'000 Stück. Ramadan lehrt derzeit an der Universität Oxford Islamwissenschaft. Zudem berät er regelmässig europäische Regierungen in Fragen der Integration.

Das US-Magazin «Time» hat ihn zu einem der 100 einflussreichsten Intellektuellen gekürt. Seine Gegner behaupten derweil, Ramadan sei ein verkappter Islamist, er spreche mit doppelter Zunge. Als Beweis für die Behauptung wird oft seine familiäre Herkunft angeführt.

Sein Grossvater Hassan al-Banna war tatsächlich ein Islamist. Er hat 1928 die ägyptische Muslimbruderschaft gegründet, eine radikalislamische Bewegung, die seit 1954 verboten ist. Sein Vater Saeed Ramadan war auch ein einflussreicher Vertreter der Muslimbrüder.

Tariq Ramadan beschritt einen anderen Weg. Er fordert eine radikale Reform des Islam. Islamistische Gewalt und Terrorismus lehnt er als unislamisch ab. Im Januar haben die USA eine Einreisesperre, die 2004 gegen ihn verhängt worden war, wieder aufgehoben.

Ramadan ist verheiratet und hat vier Kinder. Sein neustes Buch «What I Believe» (Was ich glaube), ein schmaler Band, der sein Denken und seine Visionen zusammenfasst, erschien vergangenen Oktober bei Oxford University Press.

Nach dem Ja zum Minarettverbot wurde der Schweiz ein Sturm der Entrüstung in den islamischen Ländern prophezeit. Doch passiert ist nichts. Warum?
Es war von Anfang an klar, dass es keinen Entrüstungssturm wie nach den Mohammed-Karikaturen geben würde. Alle islamischen Gelehrten dieser Welt wissen, dass Minarette in den Schriften nicht vorgeschrieben sind. Es handelt sich um eine architektonische Frage. Das war aber nicht Sinn und Zweck der Abstimmung: Es ging der SVP von Anfang an darum, eine Atmosphäre des Konflikts zu schüren. Das war die versteckte, implizite Botschaft dieser Initiative.

Ist das gelungen?
Nein. Die Initiative wurde zwar angenommen, doch die Muslime haben sehr besonnen reagiert. Sie sind nicht in die Falle der SVP getappt. Dennoch müssen wir uns fragen, was hinter der Symbolik steckt mit der Schweizer Flagge, die von Minaretten bedroht wird, die wie Raketen aussehen. Das Ja zur Minarett-Initiative will uns etwas sagen. Es geht letztlich um die Zukunft einer pluralistischen Gesellschaft und speziell der Muslime im Westen. Das zu diskutieren, wie diese Zukunft verbessert werden kann, ist wichtig.

Wird darüber denn diskutiert?
Die Organisation der Islamischen Konferenz zum Beispiel hat mich angerufen. Sie möchte in einem institutionellen Rahmen mit Gelehrten aus der ganzen Welt darüber debattieren, wie man auf das Minarettverbot in der Schweiz reagieren soll.

Was haben Sie empfohlen?
Es geht in erster Linie darum, die westlichen Gesellschaften zu überzeugen, dass von den Muslimen und dem Islam keine Gefahr ausgeht. Deshalb ist es gut, dass nicht emotional reagiert wurde. Es wäre aber auch gut und richtig, wenn die Muslime jetzt nicht einfach schweigen. Man muss das Signal, das von der Minarettabstimmung ausging, ernst nehmen. Wir brauchen einen konstruktiven Dialog. Je konstruktiver, rationaler, vernünftiger die Reaktion der muslimischen Welt, desto hilfreicher für uns.

Sie sagen, die Minarett-Initiative habe Misstrauen und Zwist zwischen Muslimen und Schweizern schüren wollen. Ist das gelungen?
Anders als jetzt behauptet wird, ist die Situation der Muslime in der Schweiz auch nach dem Minarettverbot immer noch sehr viel besser als in fast allen europäischen Ländern. Die Muslime in der Schweiz müssen eine klare Unterscheidung machen: Selbst wenn sich eine Mehrheit der Bevölkerung von der Angst vor dem Islam, die von der SVP geschürt wurde, hat anstecken lassen, ist das immer noch ein Minderheitenanliegen. Die SVP ist zwar die grösste Partei in der Schweiz, sie ist aber eine Minderheit. Die grosse Mehrheit der demokratischen Parteien war gegen das Minarettverbot. Hier müssen wir ansetzen.

Wie denn?
Wir müssen ein neues «Wir» schaffen, den Bürgern sagen, das ist nicht das, was wir für unsere Zukunft wollen, weil es unsere Werte untergräbt. Die Abstimmung repräsentiert weder Schweizer Werte noch Traditionen. Ich sage: Lasst uns an den Tisch zurückkehren und die wichtigen Dinge diskutieren.

Inwiefern repräsentiert das nicht die Schweizer Werte?
Ich bin Schweizer Bürger. Wo immer ich hinkomme, wird die Schweizer Tradition im friedlichen Zusammenleben verschiedener Kulturen, verschiedener Sprachen gesehen. Das ist auch die aussenpolitische Botschaft der Schweiz, die zu vermitteln versucht und die humanitäre und völkerrechtliche Tradition hochhält.

Warum ist die Situation der Muslime in der Schweiz besser als in Frankreich oder Grossbritannien?
Weil der grösste Teil dieser Muslime aus dem Balkan stammt und schon seit Jahrzehnten in der Schweiz lebt, hier heimisch geworden ist, sich in die Gemeinschaft integriert hat. Das sind nicht die Leute, die heute Probleme machen. Die jüngste Einwanderung aus arabischen Ländern bereitet Schwierigkeiten, oder es sind sehr reiche Araber in Genf, die für Konflikte sorgen. Die grosse Masse der Muslime in der Schweiz ist auf Gemeindeebene sehr gut eingebunden, der Dialog mit den lokalen Behörden funktioniert gut, selbst im Kanton Zürich, der Hochburg der SVP.

Malen Sie die Situation nicht etwas zu rosig?
Natürlich gibt es auch in der Schweiz Probleme mit Immigranten. Das ist aber mit den gewaltigen sozialen Problemen, die mit der Einwanderung in Grossbritannien oder in Frankreich verbunden sind, nicht vergleichbar. In der Schweiz sind die sozialen Konflikte sehr viel geringer. Dennoch gibt es auch hier eine Debatte über die «anderen», ihre Religion, ihre Kultur, die Gefahr, die von ihnen ausgeht. Auch wenn die Präsenz dieser «anderen» von der Mehrheit noch nicht als Gefahr für die Schweizer Kultur angesehen wird. Umso mehr versucht die SVP, die Debatte zu generalisieren, indem sie behauptet, der Islam an sich sei nicht kompatibel mit Schweizer Werten.

Damit wird es ein grundsätzliches Problem.
Ja, es geht nicht mehr um islamistische Extremisten oder um die Scharia. Die SVP sagt – und das habe ich am eigenen Leib erlebt –, dass der Islam als solcher ein Problem ist. SVP-Nationalrat Oskar Freysinger hat verlangt, man solle mir, der ich in der Schweiz zur Welt kam und aufwuchs, das Schweizer Bürgerrecht entziehen, weil ich zu viel Muslim und zu wenig Schweizer sei. Das ist eine sehr gefährliche Denkweise.

Was macht denn Ihre Schweizer Identität aus?
Das Hauptmerkmal einer schweizerischen Identität ist ihre Vielschichtigkeit. Ich komme aus dem französischsprachigen Teil, aus Genf, das sich als Grenzregion sehr stark mit der Westschweizer Kultur verbunden fühlt. Viele Franzosen haben mir zu verstehen gegeben, dass die Art und Weise, wie ich an die französische Literatur oder Kultur herangehe, typisch schweizerisch sei. Das ist in mir drin, und ich weiss, dass das stimmt, weil ich aus dieser Umgebung komme. Sie können selbst meine kulinarischen Vorlieben nehmen, meine Vorliebe für Käse, meine sportlichen Präferenzen. Man staunt hier in Oxford nicht schlecht, wenn ich erzähle, dass ich Skilehrer gewesen sei. All das hat meine Persönlichkeit geprägt, gehört zu meiner Identität als Mensch, als Schweizer, als Europäer, aber auch als Muslim, der ägyptische Wurzeln hat.

Sie haben sich immer in erster Linie als Schweizer gefühlt?
Nein, ich bin erst mit 22 Jahren Schweizer Bürger geworden. Um ehrlich zu sein, selbst nachdem ich mich hatte einbürgern lassen, war ich überzeugt, eines Tages für immer nach Ägypten zurückzukehren. Als ich aber zwei Jahre später, mit 24, tatsächlich mit der Absicht zu bleiben nach Kairo fuhr, realisierte ich, dass das nicht mehr meine Kultur war. Ich beschloss, mein Leben fortan in der Schweiz zu führen. So geht es übrigens auch meinen vier Kindern. Sie sind in Grossbritannien nicht wirklich glücklich. Sie sagen mir, sie möchten gerne nach Hause gehen – und meinen damit Genf.

Hat die gute Integration der Muslime in der Schweiz auch damit zu tun, dass die meisten zwar kulturell Muslime sind, aber ihre Religion nicht ausüben?
Ich glaube nicht, dass die Frage, ob jemand praktizierender Muslim ist oder nicht, ein Zeichen guter Integration ist.

Die Minarett-Initiative richtete sich aber gerade gegen die kleine Minderheit von strenggläubigen Muslimen, die eine Moschee mit einem Minarett bauen möchte.
Das zeigt genau den Kern des Problems: Man versucht, die Menschen aufgrund einer Äusserlichkeit zu qualifizieren. Tatsache ist, dass die heutige Immigration in Europa überwiegend aus muslimischen Ländern erfolgt. Wie immer entstehen bei starker Immigration soziale Probleme. Populistische Parteien versuchen, eine direkte Verbindung zwischen der Religion dieser Ausländer und den sozialen Problemen herzustellen, die diese Einwanderung schafft. Dabei haben diese Probleme nichts mit dem Islam zu tun. Es sind soziale Probleme. Sie können ein praktizierender Muslim – wie ich – und Schweizer sein, also bestens integriert. Sie können ein nicht praktizierender Muslim sein und trotzdem soziale Probleme haben. Und Sie können schliesslich ein nicht praktizierender Muslim sein und allein aufgrund ihres Namens, ihrer Gesichtszüge, ihrer Hautfarbe den Muslimen zugeordnet und ausgegrenzt werden. Dagegen kämpfe ich an. Der Punkt ist: Wie gehe ich mit anderen um? Es geht um eine vorurteilslose Wahrnehmung.

Richten Sie sich mit Ihren Büchern nicht vor allem an die 20 Prozent der praktizierenden Muslime, um ihnen klarzumachen, dass ihre Religion kompatibel ist mit den westlichen Werten?
Mir geht es nicht nur um die religiöse Dimension. Praktizierenden Muslimen sage ich, dass es kein Widerspruch ist, ein praktizierender Muslim und ein europäischer Staatsbürger zu sein. Den anderen, den nicht praktizierenden, die sich aber am Islam ausrichten, sage ich, eure Anwesenheit in europäischen Ländern sollte auf einem Zugehörigkeitsgefühl basieren. Mit oder ohne Religion: Es geht darum, ein vollwertiger Bürger zu sein, und zwar mit allen Rechten und Pflichten. Das ist entscheidend. Es geht darum, sich im sozialen wie politischen Leben des jeweiligen Landes als Bürger zu engagieren. Es ist falsch, zu glauben, wir hätten die grössten Probleme mit tiefgläubigen, religiösen Menschen. In der Taskforce, die der damalige britische Premier Tony Blair nach den Terroranschlägen vom 7. Juli 2005 in London einberief, haben wir festgestellt, dass die Täter innert weniger Wochen radikalisiert wurden. Es waren junge, nicht praktizierende Muslime, die in erster Linie die Gesellschaft, in der sie lebten, radikal ablehnten. Eine Atmosphäre gegen den Islam führte dazu, dass sie sich plötzlich zum Islam bekannten,zu praktizieren begannen und in sehr kurzer Zeit sehr radikal wurden. Eine präventive Politik muss nicht bei der Religion ansetzen. Man muss den Menschen sagen: Schaut, ihr seid hier zu Hause, es geht nicht um «sie gegen uns».

Sie sprechen in Ihrem letzten Buch von einer «stillen Revolution» im Islam, von einer Reform, die der Islam in Europa vollzogen habe. Er teile nun die gleichen universellen Werte wie der Westen. Weshalb nimmt die Angst vor den Muslimen dennoch zu? Weshalb Verbote von Burkas und von Minaretten?
Das sind rein politische Debatten und Diskussionen, die genährt werden von populistischen Parteien, die eine rückwärtsgewandte, nationalistische und ausländerfeindliche Politik betreiben wollen. Sie haben keine Vorschläge zu einer Integrationspolitik oder zur Lösung sozialer Probleme.

Aber die Angstmacherei verfängt. Wie würden Sie dagegen angehen?
Mit Zahlen und Fakten. Nehmen wir zum Beispiel den Diskurs in der muslimischen Gemeinschaft: Als ich 1996 öffentlich sagte: «Wir sind europäische Muslime», bekam ich entrüstet zu hören: «Nein, wir sind Muslime in Europa.» Heute spricht man in den USA von einem amerikanischen Islam, in Europa von einem europäischen Islam. Das ist normal geworden. Genauso, wie es schon immer einen philippinischen Islam, einen malaysischen Islam usw. gegeben hat. Wir haben immer noch Angst vor der Integration. Das ist verständlich, weil es um eine grosse Anzahl Menschen geht, die in die Gesellschaft zu integrieren sind und aus weit entfernten Kulturen stammen. Aber lassen Sie uns darüber sprechen, was auf lokaler Ebene wirklich passiert. Hier funktioniert das Zusammenleben weit besser, als uns die Parteien glauben machen wollen. Hier kann man sehen, dass sich die Muslime entwickeln und anpassen. Das zeigen übrigens auch Umfragen unter jungen Europäern. Die haben mit dem Islam deutlich weniger Probleme als Sie und ich.

Weil die Muslime, von denen Sie jetzt sprechen, unsere universellen Werte teilen?
Nein, weil sich die europäischen Jugendlichen, von denen ich spreche und die Muslime kennen, weil sie sich vertrauen. Es zeigt sich im Alltag, dass die universellen Werte von allen geteilt werden – sonst wären es nicht universelle Werte. Universelle Werte sind per definitionem gemeinsame Werte. Der Westen hat kein Monopol darauf. Das neue Wir basiert auf der Ethik des Bürgerrechts, wo wir zusammenkommen und zusammenarbeiten. Es funktioniert viel besser, als man meint.

Wie lange wird es dauern, bis dieses Vertrauen auf lokaler Ebene auch auf die nationale und internationale Ebene ausstrahlt?
Das braucht Zeit. Es wird mindestens zwei Generationen, also 50 Jahre, dauern. Es ist ein langwieriger Prozess. Wir brauchen mutige Politiker, die eine Vision haben und nicht nur an die nächsten Wahlen denken.

Bis es aber so weit ist, sagen Sie den Muslimen, sie sollten stolz sein auf ihre Religion.
Jeder und jede, Sie, ich, sollten stolz sein auf die Vielschichtigkeit ihrer Identität. Jeder – ob Christ, ob Jude, ob Muslim oder Atheist – sollte selbstbewusst sein.

Was heisst das politisch: Soll es neben christdemokratischen Parteien neu auch islamdemokratische Parteien geben?
Das würde ich nicht empfehlen. Dahinter stünde die Vorstellung eines Ghettos, einer Abkapselung und Isolierung von der übrigen Gesellschaft. Ich würde bevorzugen, die Muslime würden sich jenen Parteien anschliessen, die ihren Visionen und ethischen Grundsätzen am nächsten kommen. Ich hätte nichts gegen Muslime in der christdemokratischen Partei.

Gibt es so etwas wie ein Vorrecht für die Kultur des Gastlandes? Sollten eingewanderte Muslime die «lokale Leitkultur» der Mehrheit respektieren?
Sie müssen die Kultur der Mehrheit akzeptieren und respektieren. Mehr noch, sie müssen ihre Geschichte kennen. Wer in der Schweiz lebt, sollte die Schweizer Geschichte kennen. Aber keine Kultur oder Tradition ist statisch. Es ist ein Geben und Nehmen. Ich empfange etwas von der Schweizer Kultur, aber jetzt bin ich Schweizer und bringe als Muslim auch etwas ein. Indem ich mich integriere, verändere ich gleichzeitig die Kultur, in die ich mich integriere. Darauf hat auch der amerikanische Präsident Barack Obama angespielt, als er in seiner Rede in Kairo eine Botschaft an die amerikanischen Muslime sandte, indem er erklärte, der Islam sei Teil der amerikanischen Kultur. Genauso ist der Islam Teil der Schweizer Kultur: Der Islam ist auch eine Schweizer Religion. Das bedeutet nicht, dass wir die Wurzeln der Schweiz verändern, wir fügen ihren Qualitäten und ihrem Reichtum etwas hinzu.

Welche Auswirkungen wird der europäische Islam auf die arabische Welt haben?
Er wird und er hat bereits einen Einfluss. Jahrzehntelang wurden wir beeinflusst von jenen, die aus mehrheitlich muslimischen Ländern hierherkamen. Jetzt ist es ein gegenseitiger Prozess. Als ich kürzlich nach Marokko fuhr, kamen 4000 Leute zu meinen Vorträgen. Warum? Weil sie auch dort den gleichen Herausforderungen gegenüberstehen wie wir in Europa. Sie stellen sich die gleichen Fragen wie wir im Westen: über die Zukunft der Demokratie, über die Rolle der Frau usw. Wir kommen mit neuen Antworten, weil wir in einem anderen Umfeld leben. Wenn ich über neuen Ijtihad (vernunftgeleitetes kritisches Denken) rede, heisst es, «Oh, das ist sehr interessant. Daran müssen wir arbeiten.» Wir müssen diesen jungen Muslimen zeigen, dass wir zwar Europäer sind, aber deswegen nicht weniger Muslime.

Wollen Sie damit sagen, dass innerhalb der muslimischen Gemeinschaft das Volk weiter ist als die Gelehrten?
Manche Gelehrte verstecken sich hinter den Schriften, doch andere fühlen sich von den Veränderungen im Alltag herausgefordert. Muslime stellen neue Fragen. Das ist, wofür ich mich einsetze in meinem Buch «Radical Reform». Eine radikale Reform ist nötig. Ein Wechsel des Zentrums der Autorität im Islam. Die Gelehrten der Texte können nicht alles machen, weil sie das Umfeld nicht kennen, die Gesellschaft nicht kennen. Sie verstehen die Texte, aber sie wissen nicht, wie man sich mit Wirtschaft, Kultur, Umweltschutz, Kunst auseinandersetzt. Und trotzdem fällen sie Fatwas (Rechtsgutachten) auf diesen Gebieten. Wie das? Sie kennen die Strasse nicht, geben aber Fahranweisungen. Es ist notwendig, dass die Leute die Themen der Zukunft kennen, wenn wir eine brauchbare angewandte Ethik haben wollen.

Geben Sie uns zum Abschluss einen Rat: In der Schweiz möchte ein muslimisches Mädchen nur mit dem Kopftuch Basketball spielen? Soll man es ihr erlauben?
Es gibt keine Basketballregel, die sagt, dass man nur ohne Kopftuch spielen darf. Darum sage ich: Verändert nicht wegen einer einzigen kopftuchtragenden Muslimin die Basketballregeln. Und lasst die Frau entscheiden.

Tragen Ihre Töchter ein Kopftuch?
Die ältere Ja. Es war ihre Entscheidung. Sie ist darin völlig frei. Sie ist übrigens eine engagierte und aktive Feministin. Die jüngere ist noch zu klein.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.02.2010, 11:41 Uhr

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70 KOMMENTARE

Hans Vögtlin

30.04.2010, 09:48 Uhr

Gibt esauch ein toleriertes und gleichrangiges Christentum in islamischen Ländern? Wohl kaum. Der Islam ist keine schweizerische Religion, solange seine Angehörigen in ihrem Verhalten den hiesigen Gepflogenheiten nicht angepasst sind. So ist die zweitrangige Stellung der Frau unakzeptierbar, ebenso deren Vollverschlei- erung, selbst wenn sie sie selbst wünscht. Islamische Sonderschulen ? Nein!


Rolf Günther

14.04.2010, 11:53 Uhr

Herr Ramadan gehört mit seinem überaus intelligenten Auftritten zu den umstrittensten Vertretern des Islams. Was aber nichts an der Wurzel des Problems mit dem Anspruch auf alleinige Seligmachung dieser totalitären Ideologie ändert. Wir leben im Zustand der Hudna(Windstille). Dieses ganze Euroislamgewäsch gilt nur solange die Muslime sich unterordnen müssen. Die Zukunft danach ist schon geplant!


Alain Jean-Mairet

26.02.2010, 10:15 Uhr

Den Sonderbundkrieg (der 27 Tage gedauert hat) haben wir lange hinter uns. Die Schiiten kämpfen heute noch gegen die Sunniten.


Thomas Mann

26.02.2010, 01:36 Uhr

@Sabrina Meier. Du verwechselt Islam mit Tradition. Was mich wundert ist,dass auch in der Schweiz solche Schlussfolgerungen gibt die auf Vorurteile basiert sind. Man muss Selber lesen und recherchieren und nicht nur die Medien blind vertrauen.Das hat kein Sinn seine Meinung in der Astronomie zu geben wenn man nicht weis was ein Stern ist. Eine Meinung muss man sich selber bilden...


Ahmet Gündogan

25.02.2010, 12:21 Uhr

Das ist ja schlimmer als beim Fussball: Jeder glaubt zu wissen, wie man zu spielen bzw den Koran zu lesen hat. Aber langsam überrascht mich nichts mehr in der Schweiz. Was kommt als nächstes? Entdeckt ein echter Patriot, dass sich die Schweizer im Sonderbundskrieg nur wegen den Muslimen die Köpfe eingeschlagen haben? An den Kreuzzügen sind wir ja mittlerweile schon selber schuld...


Muhammad Hanel

24.02.2010, 22:51 Uhr

@richard lauber: "Es ist nicht der gleiche Gott" Ich dachte es gibt nur EINEN !? Was es gibt - verschiedene Verständnisse über diesen EINEN. Dennoch können diese verschiedenen Verständnisse zu gegenseitigem Respekt und Anerkennung führen. Absolutistische Rechthaberei, das ABSOLUT Setzen des eigenen relativen Verständnisses, führt nicht nur zu Missverständnis, sondern in die Schlacht. OBACHT!


Thomas Schneider

24.02.2010, 22:43 Uhr

Die wichtigen Fragen wurden nicht gestellt. Werden sie gestellt, heisst es dann "das hat mit dem Islam nichts zu tun, das ist Sache der Kulturen". Seltsam, denn offenbar toleriert der Islam für uns unakzeptable kulturelle Bräuche. Umgekehrt werden sofort höchste Gerichte bemüht. Die Moderaten gehören zu den Verlieren. Uns Schuld zu geben nützt nichts, diese Frage müssen sie intern selber lösen.


Fritz Nussbaumer

24.02.2010, 21:47 Uhr

Intergration der Muslime? Wo denn? Ich erlebe eine Parallelgesellschaft, die wenig bis gar nichts von Integration hält. Das würde erst bessern, wenn die Television aus den Heimatländern auf max 30 Minuten pro Tag reduziert würde. Die Muslime haben keinen Grund, sich zu integrieren, den sie erleben uns als Gesellschaft von Kriechern ohne Rückgrad.


Hertha Jene

24.02.2010, 21:18 Uhr

Wie Ramadan, hat Herr Alboga bis vor kurzem,erklärt, der Koran sei historisch zu lesen, die Todesaufrufe im Koran seien nicht für uns gedacht. Nun erklärt er, die Ditib lehne einen Europäischen Islam ab, bestehe auf einem "strengen" Islam. Die Rezension des Ditib-Buches "Christen und Juden im erhabenen Islam" (Knödler,Verteiler) verrät klar, was man mit uns Christen vorhat! DenKoran 1:1umsetzen!


Alain Jean-Mairet

24.02.2010, 21:08 Uhr

Der Koran gibt gute Ratschläge für Muslime unter sich. Aber kein gutes Wort für nicht-Muslime. Anderslautenden Behauptungen basieren auf Abschnitten dessen Kontext diese Interpretation nicht erlaubt. Dafür tut der Koran die nicht-Muslime systematisch beschimpfen, anfeinden, beschuldigen, verleumden, entehren, bedrohen, verdammen, verfluchen. Es ist eine ganz eindeutige Hass-Schrift.


Kurt Gsell1

24.02.2010, 19:25 Uhr

@ Chadischa Leuenberger: So, so ein "Moratorium". Was heisst denn das? Aussetzung auf Zeit - bis sich die Lage beruhigt hat. Er hat aber nicht für die ABSCHAFFUNG de rSteinigungen gesprochen. Deshalb sage ich ja: Wolf im Schafspelz.


Herbert Müller

24.02.2010, 18:16 Uhr

Ramadan ist wirklich der Wolf im Schafspelz. Er tut so als ob der Islam eine friedliche Religion wäre, was sie einfach nicht ist. Nicht umsonst steht in den Suren: Der Islam ist die Religion des Krieges und weil dies so ist, ziert die Vorerseite des Koran nicht ein Kreuz oder eine Friedenstaube, sondern zwei gekreuzte Macheten. Mahammed hatte auch nicht die Absicht, der Welt den Frieden zu pred


Chadischa Leuenberger

24.02.2010, 17:08 Uhr

@Kurt Gsell: das war Hani Ramadani, der Bruder. Tariq Ramadan hat bereits 2005 von muslimischen Staaten ein Moratorium für die Körperstrafen gefordert.


Mike Putscher

24.02.2010, 16:52 Uhr

Das Problem liegt ganz woanders:Wir Schweizer und auch andere Europäer gehen mit der Religion um wie mit etwas sehr privatem.Wir sind uns nicht gewohnt dass man jemandem seine religiöse Gesinnung "ansieht".Religion soll nach unserem Verständnis keine offensichtliche Beeinflussung im öffentlichen Bereich darstellen.Geschieht das doch, irritiert es eben.Das ist auch bei einem Kopftuch so.


Kurt Gsell

24.02.2010, 16:44 Uhr

@ Kurt Schwob: Was heisst hier "Schreihälse in weiter Ferne"? Herr Ramadan ist in der Schweiz nicht bereit sich gegen Steinigungen auszusprechen. Hier zeigt er sich nun als Wolf im Schafspelz - und die dummen Schafe fallen darauf herein.


Muhammad Hanel

24.02.2010, 16:31 Uhr

@rolf kienast. Was Ramdan sagt, ist kein Widerspruch. Doch gibt es innerhalb der muslimischen Gemeinschaft widersprüchliche Lager - welche alle offenbar überzeugt sind, eine korrekte Interpretation des authentischen Wort Gottes umzusetzen. Die einen meinen, man müsste einige Verse aus dem Qur'an streichen, die anderen meinen, Gott selbst hätte einige Verse gestrichen (abrogiert) und andere ... !


Alain Jean-Mairet

24.02.2010, 16:28 Uhr

Was Muslime über Islam sagen spielt nur eine sehr beschränkte Rolle. So lange dass Islam mit dem Glauben im Koran/Sunnah definiert ist, werden die Texte (d.h. Gotteswort für die Gläubiger) das A und O bleiben. Und diese werden für alle Ewigkeit zu den gleichen Schlussfolgerungen führen: Es sind keine Parabeln, sondern klare Geschichte und Befehle, die die typischen Probleme des Islam verursachen.


Maciej Pietrzak

24.02.2010, 16:27 Uhr

Der Islam ist in der ersten Linie ein totalitäres politisches und soziales System. Ein politisches und soziales System das mit unserer Verfassung, unserer sozialen Werte und politischer Tradition völlig unvereinbart ist. Ich kenne kein einziges Land in der Welt wo Muslime friedlich mit Ungläubigen leben (ausser in einer Diktatur).


Muhammad Hanel

24.02.2010, 16:26 Uhr

Stets um Ausgleich bemüht, spricht T.R. grundsätzlich gut. Doch die Frage: Weshalb nimmt die Angst vor den Muslimen dennoch zu? ist nicht mehr adäquat beantwortet. Wenn Scheich Uthaimin sagt:" ... wir greifen sie (die Ungläubigen) an, wenn wir dazu in der Lage sind", ist die Spaltung vollzogen, & Recht & Pflicht wurde für ALLE Menschen, ihren Standpunkt zu beziehen, zu erklären und zu verteidigen


Serhad Karatekin

24.02.2010, 16:26 Uhr

@Lauter Zuerst müsste die SVP Beweisen dass sie keine Rasissten sind wie sie behaupten! @peter Keller Feministinnen sind welche die Rechte und Interessen von Frauen thematisieren welche im Islam schon seit über 1400 Jahren vorhanden sind @Stefan Studer unmenschlichen Seiten der islamischen Schriften gibt es nicht! Es ist nur so weil sie es so lesen und verstehen möchten! Sonst wäre die Thora ja au


Alberto Fonseca

24.02.2010, 16:16 Uhr

Ja, ich sehe das auch immer wieder, dass Muslime zu vielen Dingen, die uns Angst machen, nicht klar Stellung nehmen wollen. Eben Aussagen wie "Aussetzung" von Körperstrafen etc. Wir Europäer möchten von Muslimen, die hier leben, ein klares, unzweideutiges Bekenntnis zu Rechtstaatlichkeit, Freiheit die Religion zu wählen oder zu wechseln, Eheschliessungsfreiheit, Gewaltmonopol des Staates etc.


Akif Özmen

24.02.2010, 16:14 Uhr

Was spricht dagen dass eine Kopftuch tragen Frau eine Feministin ist solgen sie das Kopftuch freiwillig trägt?


Aschy Furrer

24.02.2010, 16:13 Uhr

Religion wie sie heute in der Öffentlichkeit präsentiert wird, ist ein befremdliches Statement der Ewiggestrigen aller Schattierungen, wo es primär immer um Sonderrechte und Missionieren (also um Macht) geht. Ich lehne dies ab, ohne mich als Atheist bezeichnen zu müssen. Ich habe einfach nicht die Frechheit, andere mit meiner Religion zu behelligen - das geht nur mich etwas an und meine Nächsten.


Akif Özmen

24.02.2010, 16:11 Uhr

Es wird immer einseitig gegen den Islam oder Muslime berichtet. Herr Ramadan hat alles auf den Punkt gebracht und den richtigen Islam oder wie sich ein Moslem zu verhalten hat zum Ausdruck gebracht.


Heldner Jürg

24.02.2010, 16:03 Uhr

@Peter Keller Was musste ich ob Ihrem Eintrag lachen und ich stimme Ihrer Aussage zu 100% zu. Die politisch korrekte, ideologisch motivierten Doktrinen der Weltoffenheit nimmt immer abstrusere Formen an. Da solidarisieren sich plötzlich Frauen mit dem Islam, eine in ihren Grundzügen EXTREM patriarchisch, engstirnig und aggressiven monotheistischen Religion. Hauptsache politisch korrekt bleiben.


Andreas Tobler

24.02.2010, 16:01 Uhr

Seltsamerweise habe ich nicht wegen der SVP angst vor dem islam, sondern ich hab wegen dem islam angst vor dem islam. Zum beispiel wenn ich sehe, dass es kein einziges beispiel in der ganzen welt gibt, indem nach einem starken zustrom vom muslimen in ein gebiet menschenrechte, demokratie und allgemeine freiheiten zugenommen haben. Genau das gegenteil ist universell der fall.


Kurt Schwob

24.02.2010, 15:50 Uhr

@Lauter, 10.25: "Die Moslems sollen uns mal beweisen, wie friedlich und angepasst ihre Religion ist" - wer sind denn "die Moslems"? Über 400 000 Moslems in der Schweiz beweisen das täglich, haben ihre Probleme wie Sie und ich, aber verhalten sich im Wesentlichen friedlich. Um diese Menschen geht es doch, nicht um Schreihälse in weiter Ferne. Stärken wir die Friedlichen, nicht die Schreihälse.


peter Keller

24.02.2010, 15:25 Uhr

Interessant wie weit es schon gekommen ist: Nun sind also überzeugte Kopftuch- Trägerinnen engagierte, aktive Feministinnen . Was wohl Alice Schwarzer und ihre Mitstreiterinnen zu so etwas sagen würden? Das ist etwa dasselbe, wie wenn ein waffentragender Soldat vorgibt ein überzeugter und aktiver Pazifist zu sein. Was ist nur los mit unserer Welt?!


Markus Knoll

24.02.2010, 15:13 Uhr

"R. setzt sich für die da’wa ein, die islamische Mission in Europa. Ihr Ziel sei, dass die Europäer den Islam freiwillig annähmen, ohne jedoch ihre Sprache oder Sitten ablegen zu sollen, >>>solange diese mit der Scharia vereinbar seien<<<. ...Auch wendet er sich gegen die Auffassung, dass Europäer als Harbis keinerlei Rechte hätten.”


Richard Lauber

24.02.2010, 15:12 Uhr

@Robert Aeschlimann: Einverstanden & kleine Ergänzung: Wir Schweizer sollten uns wieder zu unseren christlichen Wurzeln rückbesinnen, und wieder nach Gott fragen. Das ist etwas, was wir von Muslimen lernen können. Aber aufgepasst: Es ist nicht der gleiche Gott.


Chadischa Leuenberger

24.02.2010, 15:08 Uhr

@Robert Aeschlimann: Sind Juden für Sie keine Schweizer? Und was machen Sie mit Menschen wie mir, die konvertiert sind? Was mit Schweizern, die Buddhisten oder Hindu sind?


Peter Gutknecht

24.02.2010, 14:56 Uhr

Der gekonnt provokative Titel des Artikels ist doppelt falsch: erstens ist der Islam arabisch, nicht schweizerisch. Und zweitens ist der Islam keine Religion, sondern eine Staatsform UND eine Religion. - Oft gibt es ein Geschrei wegen angeblich verletzter Religionsfreiheit (Antirassismusgesetz), obwohl nicht der Religionsteil des Islams, sondern die Staatsform des Islams in der Kritik steht.


Gisela Niedermann

24.02.2010, 14:37 Uhr

Das soll eine Schweizer Religion sein, welche über die SVP herzieht? Genau da zeigt sich, wie sehr der Islam keine Religion, sondern eine Ideologie ist. Trennen Sie Ihre Religion vom Staat, dann brauchen Sie sich nicht gegen andersdenkende politische Strömungen zu äussern. Solange sich die Moslems in der Kleiderwahl zum Glauben äussern müssen, wird das hier immer fremd bleiben und nicht integriert


Leo Nauber

24.02.2010, 14:13 Uhr

"Angst vor den Muslimen" wird laufend thematisiert. Und "Ihr müsst keine Angst haben..." Doch , müssen wir. Wir wollen nun mal weder Muslime werden noch muslimische Wertvorstellungen. Und die Muslime missionieren, schöner geht's nicht mehr. Und das mach laufend Menschen unsicher und es treten regelmässig Menschen zum Islam über - gerade auch Frauen. Davor haben viele Angst.


Robert Aeschlimann

24.02.2010, 14:10 Uhr

Der Islam ist keine Religion der Schweizer.Sie war nie ein Bestandteil unserer Schweiz.Natürlich ist diese Religion zu tolerieren,wie jede andere Religion auch.Aber sie als Schweizer Religion zu bezeichnen,ist überheblich und völlig unnötig.Was soll diese provokannte Aussage bewirken?Man kann Menschen einbürgern,aber keine Religionen.Wir Schweizer sind ,waren und werden immer Christen sein.


Rafiq Tschannen

24.02.2010, 14:09 Uhr

Vielen Dank fuer dieses Interview. Es ist gut eben auch die Stimmen der Mehrheit der Muslims zur Sprache kommen zu lassen. Zu oft sucht sich die Presse nur die Extremisten aus.


Heldner Jürg

24.02.2010, 13:52 Uhr

Was für ein undifferenziertes, unkritsch und einseitges Interview. Keine unkritischen Fragen an Herr Ramadan zu seinen getätigten Äusserungen zur Rolle der Frauen, der Züchtigung, Scharia und den Umgang mit den zahlreichen extremistischen Elementen in der islamischen Gesellschaft. Herr Ramadan propagiert in keinster Weise einen weltoffenen Islam. Was für ein naives und befremdendes Interview.


Alain Jean-Mairet

24.02.2010, 13:26 Uhr

Eine Schweizer Religion? Das gibt eigentlich nicht. Die Verfassung (Art.15) regelt nur die persönliche Angelegenheiten dazu, und die Religionsgemeinschaften sind Sache der Kantonen. Wir könnten das ändern. Und dann könnten die Schweizer stimmen, um zu sagen, welche Religionen Schweizer sind. Und das könnte wohl die Islam-Diskussion abschliessen.


Pascal Gemperli

24.02.2010, 13:15 Uhr

@ Darja Rauber ich empfehle Ihnen das Kapitel "13 - Frauen: Traditionen und Befreiung" aus Tariq Ramadan's Buch "Radikale Reform" (das Buch ist allgemein sehr zu empfehlen), dort finden Sie Antworten zu Ihren Fragen, und ich glaube ganz in Ihrem Sinne.


Chadischa Leuenberger

24.02.2010, 13:15 Uhr

Als stolze und selbstbewusste Schweizer Muslimin freut es mich, dieses Interview eines zeitgenössischen Denkers zu lesen, der - nota bene - auch weiblichen muslimischen Aktivistinnen Raum gibt, sich klar vom Terror distanziert hat und bereits 2005 zur Aussetzung der Hudud-Körperstrafen in muslimischen Ländern aufrief.


Thomas Schmied

24.02.2010, 13:08 Uhr

Tariq Ramadan ist der Sohn des Gruenders der muslimischen Bruederschaft. Sein Vater musste sich waehrend der Aera Nasser in der Schweiz in Sicherheit begeben. Fragen wir doch mal die koptischen Christen in Aegypten was sie von der muslimischen Bruederschaft halten. Die Aeusserungen der Gebrueder Ramadan zu Fragen der Steinigung ist mir und vielen anderen bestens bekannt.


Karin Lanz

24.02.2010, 13:02 Uhr

Eine verschleierte "Feministin" ist ungefähr so glaubwürdig wie ein drogenabhängiger Sozialarbeiter, der Junkies beim Entzug hilft. Und genauso "glaubwürdig" ist auch Herr Ramadan. Der Wolf kann noch so viel Kreide fressen, er wird doch kein Schaf, solange Ramadan vor seinesgleichen ganz andere Töne anschlägt. Aber in Interviews gibt er sich immer total fortschrittlich. Ich glaube ihm kein Wort.


Roger Nufer

24.02.2010, 13:02 Uhr

Zu schön und romantisch sind die Schalmeientöne des Herrn Ramadan. Man würde sie zu gerne glauben. Wie sieht denn die Realität in den muslimischen Ländern aus? Christliche Kirchen werden niedergebrannt. Christen werden verfolgt, versklavt und ermordet. Bevor an die westlichen Staaten Forderungen gestellt werden, sollten die muslimischen Länder endlich, endlich ihre Hausaufgaben machen.


rainer raschle

24.02.2010, 12:46 Uhr

Die Französiche Schriftstellerin Caroline Fourest sieht in ihm gleichwohl eine sich nur scheinbar aufgeklärt gebende Stimme des im Kern antiwestlich orientierten Islamismus. Fourest hält ihn gerade deswegen für besonders gefährlich, weil seine Ansichten auf den ersten Blick völlig vernünftig erscheinen.


Reinhard Kürzinger

24.02.2010, 12:35 Uhr

Ein wirklich interessantes Interview.....aber es fällt mir sehr schwer Herr Ramadan Glauben zu schenken!!! In meinen Augen ist ER der Populist, der die Vision von einem reformierten, modernen Islam zu verbreiten versucht. Und....hat nicht der selbe Islamwissenschaftler die Schweiz eindringlich vor einem Minarett-Verbot und möglichen Konsequenzen gewarnt? Für mich sehr schleierhaft!!!


daniel revlon

24.02.2010, 12:23 Uhr

Der Punkt ist, wie gehe ich mit anderen um. Richtig. Er sollte dies bloss mal seinen Glaubensgenossen mitteilen (und zwar auch hier bei uns in der CH). Stichwort Ehre oder Frauenrechte. Aber ja klar, das hat ja nichts mit dem Islam zu tun. Der Dialog ist nicht mit Christen oder Atheisten nötig, sondern *innerhalb* der muslimischen Gesellschaft. Bin ich jetzt Rassist?


Michael Steffen

24.02.2010, 12:13 Uhr

Der schleichende Djihad ist noch viel gefährlicher als der offene Terror. Denn er kommt auf Samtpfoten daher, spricht die Sprache der naiven ahnungslosen Gutmenschen und schafft Fakten, die später nur sehr schwer wieder zu beseitigen sein werden.


Hans Müller

24.02.2010, 12:12 Uhr

"Verändert nicht wegen einer einzigen kopftuchtragenden Muslimin die Basketballregeln. Und lasst die Frau entscheiden." - Wieso sollte sie diejeinige sein, die über die Regeln entscheidet?


Daniel Giger

24.02.2010, 12:10 Uhr

-> dass unser Land nicht von der SVP in eine falsche Richtung gelenkt wird. Ich habe aber leider meine Zweifel, wenn ich die Kommentare hier so lese.


Chadischa Leuenberger

24.02.2010, 12:09 Uhr

@Daria Rauber: Ich bin Muslimin, Schweizerin, stolz und selbstbewusst. ich kenne andere wie mich. Würde mich mein Mann schlagen, würde ich ihn verlassen. Das kann in diesem Land jede Frau, die ihr eigenes Brot verdienen kann. Die persönliche Freiheit eines Menschen ist abhängig von seinen Möglichkeiten, und ist in Ländern der 3.Welt für alle Religionen und beide Geschlechter arg eingeschränkt.


Daniel Giger

24.02.2010, 12:08 Uhr

@ Jürg Suter So weit sind wir also schon in unserem Land. Es ist salonfähig geworden, etwas gegen allgemeine Multikulturalität zu haben. Schweizer über alles. Von diesem übertriebenen Patriotismus ist es ein katzensprung zum Fremdenhass. Ich schäme michs eit geraumer Zeit für mein Land, welches ich eigetnlich so liebe. Herr Ramadan, ich hoffe Leute wie Sie und ich sorgen dafür, ->


Richard Lauber

24.02.2010, 12:03 Uhr

Der Islam ist keine Schweizer Religion, sie wurde importiert. In der CH haben wir Religionsfreiheit, was in kaum einem muslimischen Land gegeben ist. Der genannte Zweck der Minarettinitiative "Konflikt schüren" ist eine Unterstellung. Das Problem ist & bleibt leider der Machtanspruch des (Radikal-)Islam, welcher über Migration, Gesetzesänderungen, Terror & Kriege durchzusetzen ist.


Emrah Erken

24.02.2010, 12:02 Uhr

Ramadan ist ein Islamist, der öffentlich zu einem "Moratorium" (!) von Steinigungen aufgerufen hat, ohne diese zu verurteilen. Hier ein Zitat TRs: Die westliche Lebensweise stützt sich auf und erhält sich durch die Verführung zur Aufstachelung der natürlichsten und primitivsten Instinkte des Menschen: sozialer Erfolg, Wille zur Macht, Drang zur Freiheit, Liebe zum Besitz, sexuelles Bedürfnis usw.“


Jörg Suter

24.02.2010, 12:02 Uhr

Das Engagement von Herrn Tariq Ramadan ist beispielhaft und lobenswert. Solche Muslime sollten wir (und auch die Medien) verstärkt zu Wort kommen und das Feld nicht den ignoranten und hassschürenden Polemikern überlassen. Es braucht Mut, Willen und Geduld auf beiden Seiten, den "europäischen Islam" als Chance zur interkulturellen und -religiösen Entspannung zu nutzen. Packen wir's an!


Jürg König

24.02.2010, 11:58 Uhr

Riad - Islam-Gelehrter in Saudi-Arabien hat gefordert, jeden Muslim zu töten, der sich für die Aufhebung der Geschlechtertrennung in Saudi-Arabien ausspricht. In einer Fatwa die am Dienstag auf der Website des Religionsgelehrten Scheich Abdurrahman al-Barrak veröffentlicht wurde, hiess es, wer erlaube, dass Männer und Frauen am Arbeitsplatz zusammentreffen, sei ein Ungläubiger und sei zu töten.


Hans Rüttimann

24.02.2010, 11:57 Uhr

Ist das nicht der nette Herr, der sich partout nicht gegen den schönen Brauch der Steinigung aussprechen kann? Der Grund ist darin zu finden, dass – anders als die Minarette – die Steinigung eben sehr wohl in ‚den Schriften’ vorgeschrieben ist. Und wieso stellte der Interviewer nicht die viel interessantere Frage, ob denn seine Tochter einen ‚Ungläubigen’ heiraten und dessen Glauben annehmen dürfte. (Und danach ein normales, unbehelligtes Leben führen könnte.)


cristiano safado

24.02.2010, 11:55 Uhr

Tariq Ramadan ist ein Wolf im Schafspelz der zwar im ersten Augenblick vernünftig tönt, in Tat und Wahrheit (mit seinem Bruder Hani) einen harten antiwestlichen Kurs des Islams vertritt. Das hat sich in mehreren Debatten (z.B. in Frankreich mit Sarkoszi) und den vielen von ihm veröffentlichten Schriften gezeigt. Nicht grundlos wurde er deshalb auch schon mit Einreisesperren (z.B. den USA) belegt.


beat bürki

24.02.2010, 11:49 Uhr

sehr erfrischend zu lesen, hoffentlich lesen und verstehen das einige herren und damen, die für das minarettverbot waren. zur frage ob das volk weiter ist als die gelehrten: sicher. genau wie im christlichen glauben, explizit im katholischen. der papst lebt auch noch im 19. jahrhundert. zum glück haben das fast alle gemerkt und die kirche wird nicht mehr wörtlich und zu ernst genommen.


michi surrer

24.02.2010, 11:46 Uhr

herr tariq ramadan: sie haben doch ibrahim als stammvater,den die juden und christen abraham nennen. moses stammt von abraham ab. wenn gott dem menschen die freie wahl gegebn hat zwischen segen & fluch, leben & tod (5.mose 30,19) aber er gab noch den tip was man wählen sollte. WARUM kapieren es manche querulanten nicht? gott ist KEINE religion. no katolik, no islam, no budism. just jesus. and why?


David Herzog

24.02.2010, 11:29 Uhr

Es gibt Schweizer Schokolade und Schweizer Käse, aber keine "Schweizer Religion". Unsere Verfassung ruft Gott an, gewährt die Glaubens- und Gewissensfreiheit und verbietet den Bau von Minaretten. Das muss man einfach mal so zur Kenntnis nehmen! Nach Abstimmungen wird gerne aus einer Minderheit eine fast-Mehrheit gemacht und aus einer Mehrheit eine im-Prinzip-Minderheit. Das hilft aber nichts...


Darja Rauber

24.02.2010, 11:11 Uhr

Ein sehr interessantes Interview, und gute Antworten, Herr Ramadan. Aber eine Frage habe ich: Darf ich, in Ihren Augen, auch als Frau stolz und selbstbewusst sein? Teilen wir alle tatsächlich die gleiche Weltanschauung, dass Männer und Frauen vor dem Recht und in ihrer persönlichen Freiheit gleich sind? Oder hat ein Mann das Recht, mich zu schlagen, und ich darf mich nicht wehren?


Roland Moser

24.02.2010, 10:48 Uhr

Stimmt nicht, Herr Ramadan! Der internationale Basketballverband verbietet während Spielen das Tragen von Kopfbedeckungen. Dies gilt sowohl für Angehörige von Religionen als auch Gläubige, welche keiner Religionsgemeinschaft angehören und auch für Atheisten. Eine Ausnahme kann nicht gemacht werden, da sonst die anderen diskriminiert werden.


Ahmet Gündogan

24.02.2010, 10:45 Uhr

Ein sehr besonnener und kluger Mann. Kein Wunder, hat er viele Feinde: Er nimmt den Scharfmachern im Westen wie im Osten den Wind aus den Segeln. Was er predigt, eignet sich nicht für Entrüstungsstürme. Davon aber leben nun mal die Scharfmacher.


Martin Holzherr

24.02.2010, 10:43 Uhr

Den Islam mit der Moderne versöhnen. Da bin ich nicht optimistisch. Das gelingt nicht einmal mit der katholischen Kirche, die immer noch antimodern ist. Ein Arzt hier verschreibt im allgemeinen Kontrazeptiva an junge Frauen gegen den Willen der kath.Kirche auch wenn er Christ ist. Menschrechte sind wichtiger als die Religion. Der Islam hat leider etwa totales: Glauben+Leben+Politik


Andreas R. Schulthess

24.02.2010, 10:42 Uhr

Meint es Herr Ramadan ehrlich oder ist er der "Wolf im Schafspelz"? Ich weiss es nicht. Vielleicht ist er beides.


Jürg Suter

24.02.2010, 10:40 Uhr

Ist immer wieder spannend wie die Islam Wissenschaftler uns die pluralistische Gesellschaft schmackhaft machen wollen. Möglicherweise könnte das Nein zur Minarettinitiative auch als Nein zu einer Multikultigesellschaft verstanden werden.


Bruno Waldvogel

24.02.2010, 10:33 Uhr

Warum einem Mann so viel Platz eingeräumt wirdm der Steinigungen befürwortet und seinen Lehrstuhl wegen islamistischer Tendenzen in Holland verloren hat, wundert mich offen gesagt. Er spielt ein doppeltes Spiel. Für die Westler zeigt er den integrierten Intellektuellen, vor dem eigenen Publikum den islamtreuen Vorkämpfer. Kann man alles gut dokumentieren - wurde sogar im Fernsehen gezeigt.


Romeo Mueller

24.02.2010, 10:31 Uhr

Ein Problem besteht darin das sich der Islam nicht entschlossen und lautstark genug gegen die radikalisierten Gruppen und Fanatiker von denen sicher der Westen fuerchtet aussprechen und sich wehement distanzieren. Solang diese Radikalen Gruppierungen (Flugzeug Terroristen etc.) nicht von der eigenen Religion sichtbar bekaempft werden, wird der Islam in der westlichen Welt nie willkommen sein.


heiner lauter

24.02.2010, 10:25 Uhr

die moslems sollen uns mal beweisen wie friedlich und angepasst ihre religion ist, wenn wir uns dann davon überzeugt haben, können wir über zugeständnisse sprechen, nicht ankommen, verlangen und sich mit allen mitteln durchzusetzen versuchen in einem land welches schon seit urzeiten christlich ist


rolf kienast

24.02.2010, 09:55 Uhr

Ramadan ist ein fragwürdiges Beispiel von einem assimilierten Moslem. Einerseits sagt er hier in CH ist meine Kultur, und redet ständig vom Islam. Er kann nicht über seinen Schatten springen. Seine propagierte Modernität, Anpassungsfähigkeit und Toleranz des Islams dürften in Moslemländern überhaupt nicht ankommen. Das ist ein völliger Widerspruch zum Korans und für Moslems nicht annehmbar.



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