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«Der Kantönligeist macht Menschen glücklich»

Mit wissenschaftlicher Präzision vermisst der Ökonom und Forscher Bruno S. Frey das flüchtige Gefühl Glück. Mit seiner Forschung kommt er auch zu unsinnigen Resultaten – auf den ersten Blick.

«Das Glück sinkt nach der Heirat»: Der Volkswirtschaftsprofessor Bruno S. Frey weiss, was Schweizerinnen und Schweizer glücklich macht.

«Das Glück sinkt nach der Heirat»: Der Volkswirtschaftsprofessor Bruno S. Frey weiss, was Schweizerinnen und Schweizer glücklich macht.
Bild: Keystone

Unkonventionelle Ökonomie

Zum neuen Jahr wünscht man Freunden und Bekannten Glück. Glück ist aber schwer fassbar. Denn einerseits entzieht es sich jenen, die es erzwingen wollen, und andererseits besteht es aus Emotionen, die sich nicht wie ein Gut in Kilogramm messen lassen.

Wer Antworten auf Fragen nach dem Glück sucht, findet solche in Ratgeberbüchern, in der Psychologie, Philosophie oder Theologie. Seit einigen Jahrzehnten vermisst auch die Wissenschaft Glück mit quantitativen Untersuchungen. Dazu hat der Zürcher Volkswirtschaftsprofessor Bruno S.Frey eine Reihe von Schriften publiziert. Die meisten davon sind jedoch in für Laien unverständlicher wissenschaftlicher Sprache gehalten. Eine Ausnahme ist das Büchlein «Glück – Die Sicht der Ökonomie», das er gemeinsam mit Claudia Frey Marti verfasst hat.

Einige seiner Ergebnisse sind naheliegend, wie zum Beispiel, dass gesunde Menschen glücklicher sind. Eher überraschend ist hingegen der wissenschaftliche Nachweis, dass umgekehrt das Glück auch einen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat. Und manche der statistischen Resultate mögen einige als Provokation empfinden: So sind Hausfrauen im Durchschnitt nachweislich glücklicher als erwerbstätige Frauen.

Der 70-jährige Bruno S.Frey arbeitet am volks-wirtschaftlichen Institut der Universität Zürich. Seit je verfolgt er unkonventionelle Forschungsansätze. Er wendet die Ökonomie auf nichtwirtschaftliche Bereiche an wie Politik, Umwelt, Familie, Konflikte, Geschichte und Kunst. Seit einiger Zeit beschäftigt sich der Wissenschaftler auch mit der Verknüpfung von Ökonomie und Psychologie. Zu verschiedenen Themen veröffentlichte Frey mehr als 20 Bücher und über 600 Aufsätze.

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Korrektur-Hinweis

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Sie forschen nach dem Glück. Haben Sie es gefunden?
Ja, ich bin ein sehr glücklicher Mensch. Auf einer Skala von eins bis zehn befinde ich mich nahe bei zehn.

Warum sind Sie glücklich?
Ich habe einen wunderbaren Beruf, der mich ausfüllt. Es macht mir Freude, junge Menschen an die Wissenschaft heranzuführen. Zudem erlebe ich auch in der Familie viel Glück.

Sind Arbeit und Familie wichtige Glücksfaktoren?
Die sind entscheidend. In unserer Gesellschaft dreht sich vieles um den Beruf. Die Vorstellung, dass nur die Freizeit Erfüllung bringt, halte ich für völlig falsch. Die Freizeit darf man aber auch nicht vernachlässigen – es ist wichtig, ein Familienleben zu haben und private Freundschaften zu pflegen. Dafür braucht man Zeit.

Macht Arbeit glücklicher, wenn sie mit hohem Einkommen belohnt wird?
Sehr viele Leute meinen, das Materielle spiele keine Rolle fürs Glück. Aber die Forschung kommt klar zum Schluss, dass Menschen mit hohem Einkommen glücklicher sind. Am Beispiel von armen Ländern leuchtet das sofort ein: Menschen hungern, leiden vermehrt an Krankheiten und erhalten nach einem Unfall keine gute gesundheitliche Versorgung. In einer solchen Situation ist es sehr schwierig, glücklich zu sein.

Je höher mein Einkommen ist, desto glücklicher werde ich also?
Wenn ein tiefes Einkommen steigt und man sich endlich etwas leisten kann, erhöht sich das Glück beträchtlich. Wenn hohe Einkommen weiter wachsen, so bringt es nicht mehr viel.

Aber Leute mit hohem Einkommen scheinen mehr Wert auf noch höhere Entschädigung zu legen.
Der Mensch vergleicht sich stark mit anderen. Dabei ist entscheidend, welche Referenzgruppe er wählt. Sie verändert sich laufend. Wer ein höheres Einkommen erhält, schaut auf einmal auf Menschen, die noch mehr verdienen. Man vergleicht sich stets nach oben und nicht nach unten. Das liegt im Wesen des Menschen.

Was ist für das berufliche Glück wichtiger als Einkommen?
Für die Arbeitszufriedenheit ist es sehr wichtig, dass nicht alles von oben diktiert wird. Ein Angestellter muss die Möglichkeit haben, selber Entscheide zu fällen.

Das ist nicht in allen Berufen gleich gut möglich.
Eine bessere Ausbildung erhöht die Chance, einen Beruf mit mehr Gestaltungsmöglichkeiten zu finden. Mit schlechter Ausbildung stehen wir in direkter Konkurrenz mit Milliarden von Chinesen und Indern.

Über die Festtage sitzen viele Leute länger vor dem Fernseher. Sie auch?
Eigentlich nicht. Ich habe in meiner Wohnung kein Fernsehgerät.

Warum nicht?
Ich bin fernsehabhängig. Mich interessieren derart viele Themen aus Wirtschaft, Politik, Sport, Geschichte und Unterhaltung, dass ich zu viel fernsehe. Für mich ist es einfacher, auf ein Fernsehgerät zu verzichten. So bleibt mir mehr Zeit, andere Menschen zu treffen. Das macht im Gegensatz zum Fernsehen richtig Spass.

Macht Fernsehen unglücklich?
Nicht in jedem Fall. Wer alt, krank, arbeitslos oder einsam ist, den macht Fernsehen glücklich. Unglückliche Menschen schauen aber zu viel, isolieren sich so zunehmend und werden noch unglücklicher. Aber auch Menschen, für die Zeit ein kostbares Gut ist, werden unglücklicher, wenn sie zu viele Fernsehsendungen konsumieren. Das Problem ist: Nach stundenlangem Fernsehen erinnert man sich kaum noch an das Gesehene – die Zeit wurde sinnlos verplempert. Im Gegensatz dazu sind persönliche Gespräche erfüllend.

Gibt es beim Glücksempfinden kulturelle Unterschiede?
Wenn jemand seine Stelle verliert, so wird das in fast allen Ländern als gleich belastend empfunden. Da gibt es also kaum kulturelle Unterschiede. Das Gleiche gilt beim Einkommen. Auch die Heirat führt in fast allen Ländern zu mehr Zufriedenheit. Beim Verlauf gibt es aber Unterschiede.

Inwiefern?
In der Schweiz und in anderen westlichen Ländern geht es vor der Heirat zuerst steil bergauf, und die Leute werden sehr glücklich. Danach geht es wieder runter. Anders bei arrangierten Ehen, die in vielen Ländern immer noch die Regel sind. Hier werden die Ehepartner erst im Verlauf der Ehe glücklicher, wenn so etwas wie Freundschaft oder gegenseitige Achtung entsteht. Bei uns ist es eher umgekehrt: Menschen gehen mit zu hohen Erwartungen in die Ehe, die sich später nicht erfüllen können.

Was können Heiratswillige mit dieser wissenschaftlichen Erkenntnis anfangen?
Sie sollten nicht zu hohe Erwartungen haben. Wer nicht glücklich ist, sollte nicht glauben, die Heirat mache ihn glücklich. Nur wer glücklich ist, kann auch jemand anderem Glück geben – dann wird die Ehe gut. Eine Heirat taugt nicht, um eine kriselnde Beziehung zu retten. Und schliesslich ist es falsch, von einer Ehe nur Liebe und Sex zu erwarten. Stattdessen wäre es wichtiger, sich in praktischen Dingen wie zum Beispiel der Ferienplanung auf freundschaftliche Weise gut zu verstehen. Das bringt für Glück in der Ehe mehr als hohe Erwartungen an eine abstrakte Liebe.

Gilt das generell: Wer glücklich bleiben will, sollte nicht zu hohe Erwartungen haben?
Junge Menschen sind glücklich mit hohen Erwartungen. Sie träumen davon, Olympiasieger oder Nobelpreisträger zu werden. Später erleben sie Enttäuschungen, weil sie ihre Ziele nicht erreichen können. Wer sehr hohe Erwartungen hat, wird vom Leben hart zurechtgewiesen. Ab einem gewissen Alter senken Menschen ihre Erwartungen an das Leben und werden deshalb zufriedener. Es ist deshalb nicht falsch, ältere Menschen zu beobachten. Es gibt zwar auch gesundheitliche Probleme und vereinzelt Altersdepressionen, aber in der Regel sind die älteren Menschen in der Schweiz heute sehr glücklich.

Heirat bringt also in der Schweiz nur kurzfristig Glück – das ist eine ernüchternde Erkenntnis.
Ja, leider. Die Hälfte aller Ehen werden geschieden. Viele weitere sind vermutlich unglücklich, die Paare bleiben aber wegen Kindern oder eines gemeinsamen Hauses zusammen.

Macht eine Scheidung unglücklich?
Eine Scheidung kann kurzfristig enorm belasten. Aber davon erholt man sich und wird wieder glücklicher. Menschen haben die Fähigkeit, dass sie sich von einem Tiefschlag erholen können. Das gilt in der Regel sogar für Leute, die zum Beispiel nach einem Unfall querschnittgelähmt bleiben. Nach dem ersten Schock gewöhnt man sich an das neue Leben. Betroffene werden vielleicht nicht mehr ganz so glücklich wie zuvor, aber doch recht glücklich. Ich habe das bei erblindeten Menschen erlebt.

Es gibt Studien, die das Glücksbefinden verschiedener Länder vergleichen. Diese zeigen, dass auch Menschen in ärmeren Ländern sehr glücklich sein können. Ist das kulturell bedingt?
Glück hängt nicht nur vom finanziellen Wohlstand ab, sondern auch von politischen Verhältnissen. In Diktaturen sind Menschen deutlich weniger glücklich als in Demokratien. Und in Demokratien ist das Glück grösser, wenn Gemeinden dezentral entscheiden können. Es gibt Länder wie Frankreich, in denen die Regierung fast alle Beschlüsse zentral fasst. So orientiert sich die Politik weniger direkt an den Bürgern – das macht unglücklich.

Bedeutet das, der Schweizer Kantönligeist macht glücklich?
Ja. Das haben Alois Stutzer und ich für die Schweiz vertieft untersucht. Bei den Mitbestimmungsmöglichkeiten gibt es auch kantonale Unterschiede. Zum Beispiel: In Baselland können die Menschen vergleichsweise viel mitreden, in Genf wenig. Wir konnten nachweisen, dass unter sonst gleichen Lebensbedingungen Menschen in Baselland glücklicher sind als in Genf.

Die Politik arbeitet aber daran, den Föderalismus zu schwächen. So werden zum Beispiel Bildung und Steuern zunehmend harmonisiert.
Ich beobachte mit Missvergnügen, dass Kompetenzen je länger, desto mehr zentralisiert werden. Das geschieht im Glauben, dass das System so besser funktioniere, was aber überhaupt nicht stimmt. In Tat und Wahrheit ist es eine schlechte Entwicklung. Ich plädiere im Gegenteil dafür, mehr Kompetenzen nach unten zu delegieren – ich finde, dass zum Beispiel auch Quartierorganisationen in Städten mehr Einfluss erhalten sollten.

Aber gewisse Aufgaben sind doch einfacher zu lösen, wenn es weniger Kantönligeist gibt.
Für die Verwaltung wird es einfacher, aber nicht für die Bürgerin und den Bürger. Ich gebe ein Beispiel: Schon vor einiger Zeit ging es im Kanton Thurgau darum, Gemeinden zusammenzulegen. In einem Seminar mit Verantwortungsträgern des Kantons konnten wir Punkt für Punkt nachweisen, dass die Argumente für eine Fusion nicht stichhaltig waren. Ich halte es zum Beispiel für falsch, wenn der Kanton von einer Gemeinde so viel Expertenwissen erwartet, dass sie juristische Fachtexte richtig interpretieren kann. Stattdessen sollte es doch möglich sein, dass der Kanton die Gemeinden so dokumentiert, dass jedermann den Inhalt versteht. Die Verwaltung muss für Bürgerinnen und Bürger da sein und nicht umgekehrt. Die Entwicklung geht derzeit in die falsche Richtung. Aber die Schweiz steht immer noch besser da als die meisten anderen Länder.

Mit dem Föderalismusabbau schwindet also auch das Glück. Sind weniger glückliche Menschen auch weniger produktiv?
Ja, Glück wirkt sich auf wirtschaftliche Aktivität aus. Untersuchungen belegen, dass in Kantonen mit mehr Mitbestimmung auch das Pro-Kopf-Einkommen höher ist.

Glückliche Menschen sind also generell produktiver?
Wir sprechen jetzt nicht mehr darüber, was glücklich macht, sondern wie Glück wirkt. Glückliche Menschen sind in vielerlei Hinsicht erfolgreicher. Sie finden zum Beispiel leichter eine erfüllte Partnerschaft. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Wer will schon mit einem unzufriedenen Menschen zusammenleben. Auch bei Bewerbungsgesprächen haben selbstverständlich glückliche Menschen bessere Chancen als griesgrämige Kandidatinnen oder Kandidaten. Und besonders interessant ist: Glückliche Menschen sind im Durchschnitt gesünder und leben deutlich länger. Das ist wissenschaftlich erwiesen.

Ist es nicht gerade umgekehrt: Gesündere Menschen sind glücklicher?
Das ist auch der Fall. In aufwendigen Untersuchungen liess sich aber auch das Gegenteil nachweisen.

Es lohnt sich also, glücklich zu sein. Helfen Vorsätze fürs neue Jahr, das persönliche Glück zu erhöhen?
Es funktioniert nicht, wenn sich jemand vornimmt, ab dem nächsten Tag glücklich zu sein.

Dann sollte man also grundsätzlich keine Vorsätze fassen.
Vorsätze können schon ein wenig helfen. So zum Beispiel, wenn man sich vornimmt, Menschen oder Ereignisse einmal von der positiven Seite her zu betrachten. Anstatt mich über Unzulänglichkeiten zu ärgern, überlege ich mir zuerst, was mir eine neue Bekanntschaft Positives mitgeben kann. Dabei geht es um die Frage, ob man das Glas als halb voll oder halb leer betrachtet. Das lässt sich bis zu einem gewissen Grad trainieren. So sollte man zum Beispiel bei Kindern nicht stets sagen: «Das ist schlecht», sondern: «Das ist prima, aber das kannst du noch verbessern.» Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit Angestellten.

Lässt sich Glück erzwingen?
Das ist sehr wichtig: Glück lässt sich nicht erzwingen. Wer versucht, Glück zu erhaschen, der findet es nicht.

Was ist Ihr Rezept für ein glückliches Leben?
Man muss gut leben. Das bedeutet eine möglichst gute Ausbildung zu absolvieren, Zeit für Freunde und Familie zu haben. Das lässt sich nicht husch, husch erledigen. Es muss ein gegenseitiges Geben und Nehmen entstehen. Wer auf diese Weise gut lebt, kann langfristig glücklich sein.

Es gibt auch Schicksalsschläge.
Wer gut lebt, hat Freunde, die in schwierigen Situationen zur Seite stehen. Hier hilft übrigens auch Religion weiter. Gläubige haben Kontakte mit Gleichgesinnten. Und der Gottglaube ist hilfreich, weil man sich an etwas Höherem orientieren kann. Es ist vielleicht merkwürdig, wenn ein Ökonom das sagt – aber das konnten wir in unseren Untersuchungen nachweisen.

Sind Sie selber auch religiös?
Ich bin nicht gegen Religion, aber ich lebe nicht religiös.

In Ihren Untersuchungen kommen Sie zum Schluss, dass glücklicher ist, wer seine Freizeit wenigstens teilweise für Freiwilligenarbeit opfert. Es überrascht, dass Sie als Ökonom zu einem solchen Schluss kommen.
Auch Spenden macht glücklich, was einen Ökonomen nicht weniger überrascht. Aber viele Menschen wissen aus eigener Erfahrung, dass es ein gutes Gefühl gibt, wenn sie etwas schenken. Ein Ökonom geht davon aus, dass jemand eine Leistung erbringt und dafür mit einer Gegenleistung belohnt wird. Auch bei der Freiwilligenarbeit gibt es eine Gegenleistung, nur findet die völlig anders statt als durch die im Beruf übliche Entlöhnung.

Warum macht es glücklich, wenn jemand seine Freizeit für Freiwilligenarbeit opfert?
Bei Freiwilligenarbeit findet die Gegenleistung auf einer persönlichen Ebene statt – ein Helfer oder einer Helferin erhält persönliche Wertschätzung. Das ist allen Menschen wichtig. Deshalb gibt es Auszeichnungen, zum Beispiel auch für Wissenschaftler wie mich. Und ich versichere Ihnen, dass das Geld bei der Freude über eine Auszeichnung höchstens eine untergeordnete Rolle spielt.

Manche Menschen scheinen auch mit dem Glück einfach mehr Glück zu haben.
Die genetische Veranlagung kann sehr wichtig sein. Einer bricht sich beim Skifahren das Bein und ist todunglücklich. Ein anderer, der genetisch mit mehr Glück ausgestattet ist, sagt: «Zum Glück habe ich mir nicht beide Beine gebrochen.» Menschen interpretieren genau das gleiche Phänomen völlig unterschiedlich.

Haben die Gene einen massgeblichen Einfluss?
Ja, er ist erheblich. Das unterschiedliche Glücksempfinden der Menschen ist ungefähr zur Hälfte genetisch bedingt. Aber das bedeutet nicht, dass andere Faktoren nicht auch eine grosse Rolle spielen. Wer genetisch wenig Glück hat, kann mit einem spannenden Beruf oder guten Freunden durchaus glücklich werden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 03.01.2012, 11:18 Uhr

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16 Kommentare

Pascal Meister

08.01.2012, 16:24 Uhr
Melden

Tolle Erkenntnisse! Bloss schade, dass die meisten Menschen recht hilflos erscheinen, wenn es darum geht, ihr eigenes Glück zu finden und wahrzunehmen. Vielleicht sollten mehr Leute Angebote wie jene von ella.org in Anspruch nehmen? Antworten


Sandra Osterwalder

07.01.2012, 21:32 Uhr
Melden

Interessanter Artikel. Der Idee nur das notwendige zu Harmonisieren oder Zentralisieren, je nach organisatorischer Abstufung finde ich sinnvoll. Militär zu zentralisieren, die Stromverteilung, oder nat. Züge macht bisher Sinn. Entscheidungen mit insb. lokalem Ergebnis und zumindest teilweise lokalem Geld auf lok. Stufe anzusiedeln sollte i.A. auch sinnvoll sein. Das erhöht die Zufriedenheit: logo. Antworten


Heinrich Anker

07.01.2012, 18:40 Uhr
Melden

John Stuart Mill hat das Glücksstreben Mitte des 19. Jh. als Motivationstheorie in die Ökonomik eingebracht. Der Mainstream der Ökonomik, zu dem auch Bruno S. Frey zählt, hat nicht mitgekriegt, dass er 1873 (!) diese Theorie widerrief: "Ask yoursel whether you are happy., and you cease to be so." Wer dem Glück nachjagt, dem rennt es davon... Offenbar keine sinnvolle Zielgrösse in der Ökonomie. Antworten


Martin Weidegger

04.01.2012, 20:25 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Im Ernst, muss man für diese Ansammlung von Allgemeinplätzen, für dieses Plattitüden-Sammelsurium Professor sein?! Die Kunst, Komplexität zu reduzieren, ohne sie zu trivialisieren, müsste für Bruno S. Frey erst noch erfunden werden... Antworten


Karl Bolliger

04.01.2012, 00:02 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Weshalb sind die Menschen in der EU unglücklich? Weil der Kantönligeist, d.h. das Selbstbestimmungsrecht der einzelnen Staaten und ihrer Bürger mit jedem Integrationsschritt abnimmt. Die EU ist das wahre Abbild der Schweiz - vor der 2. Republik von 1848 - eher vergleichbar mit den alten Tagsatzungen und den entsprechenden Streitereien zwischen den Kantonen... Ist uns irgendwie alles altvertraut. Antworten


Martin Cesna

03.01.2012, 21:32 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Das Schöne an manchem Artikel ist manchmal, dass er zu Ende geht. Am Ende kam dann doch noch zur Sprache, dass Glück und "Do it yourself" manchmal wenig gemeinsam haben. Bleibe der Autor so, für andere kann er aber auch schwer erträglich sein manchmal, weil man das Gefühl einer künstlichen Süsse nicht von der Zunge bekommt.
Dem Interviewer sei Dank besonders auch für den Schluss.
Antworten


Lukas Fischer

03.01.2012, 18:59 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Unsere Instinkte, die aus der Urzeit stammen, kommen unserem Glücklich sein immer wieder in die Quere.
Ein Rezept für das Glücklich sein gibt es aber, ich habe es im Buch 'Mary' von Ella Kensington gefunden. Ich wünsche euch, meine Lieben, viel Glück!
Antworten


Niklaus Zumthür

03.01.2012, 22:48 Uhr
Melden 2 Empfehlung

@Lukas Fischer: „Ella Kensington“ ist eigentlich ein Mann (Bodo Deletz) und dessen "Werke" sind im Bereich der Esoterik anzusiedeln. Möglicherweise kommt da mir mein Instinkt in die Quere, obwohl ich mich als glücklichen Menschen bezeichnen würde.


Christa Willin

03.01.2012, 18:05 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Ich kann nicht ganz einig gehen damit, dass arme Menschen nicht glücklich sind. Ich war in Brasilien im Kontakt mit sehr armen Menschen, die von der Hand in den Mund leben, die aber sehr viel glücklicher sind als viele Menschen die ich kenne, die genug Geld haben. Diese Menschen haben mir viel über das Glücklichsein beigebracht,gehören heute zu meinen besten Freunden und ich bin glücklich darüber! Antworten


Urs Brunner

06.01.2012, 09:15 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Lies doch mal den ganzen Artikel, da steht wörtlich, dass Menschen in armen Ländern auch sehr glücklich sein können. Nur weil es für reichere Menschen leichter ist, glücklich zu werden, heisst ja nicht, dass ärmere es nicht sein können.


Karl Kowski

03.01.2012, 12:41 Uhr
Melden 3 Empfehlung

wenn wir bei Schopenhauer sind, der wie kaum ein Anderer zu diesem Thema passt, so müssen wir anmerken, dass er gegen das Glück als eine positive Kategorie war, sondern im Leid eine solche sah und in der Verringerung des Leids so etwas wie Zufriedenheit.
Ich denke, dass man das Glücksstreben als eine regulative Idee durchaus annehmen kann.
Antworten


Eugen Fischer

03.01.2012, 12:17 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Sorry, aber der Kantönligeist hemmt doch massiv den Fortschrift für die nächsten Generationen. Verbraucherschutz als Beispiel ohne Nachhaltigkeit muss doch heute verböhnt werden. Die Welt hat noch immer nicht begriffen, dass die Unbewohnbarkeit der Enkel massiv dank einem Kantönligeist in Frage gestellt werden muss. Oekologischer Fussabdruck als Befindlichkeit fehlt doch. Antworten


Joe Lehmann

07.01.2012, 18:40 Uhr
Melden

Da haben sie teilweise Recht. Zum Beispiel die Zersiedelung der Schweiz ist vorallem auf föderalistische Strukturen zurückzuführen. Ich glaube aber nicht, dass Zersiedelung uns desswegen Glücklicher macht.


Elsbeth Vocat

03.01.2012, 22:34 Uhr
Melden 7 Empfehlung

Der Ausdruck Kantönligeist hat so etwas abwertendes, dabei ist es gerade unser Föderalismus und das Prinzip der Subsidiarität, das der Entwicklung der einzelnen Regionen förderlich war. Ich bin Bruno S. Frey völlig einverstanden, dass wir glücklicher sein können, wenn wir mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten haben, besonders was unsere regionalen Angelegenheiten betrifft.


Dom Jäger

03.01.2012, 19:40 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Nein, es kommt auf den Bereich darauf an. Manchmal ist es besser Kompetenzen zu delegieren, manchmal effizienter diese zentral zu organisieren (siehe fiscal federalism). Es gibt aber Kulturen die mehr feudalistisch geprägt sind und in denen der Mensch glücklicher ist in einer servant-master Beziehung - auch gegenüber dem Staat.


Alain Burky

03.01.2012, 11:37 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Schopenhauer, der ein sehr guter Beobachter des "menschlichen-allzumenschlichen" war,
sagte schon: "Die groesste Gabe der Natur ist ein heiteres Gemuet".
Obwohl er selbst damit nicht allzusehr verwoehnt wurde (manche nannten ihn Pessimist/gar Misanthrop);
wurde er im Alter immer gelassener und hat seinen speziellen Humor nie verloren ...
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