Der TA-Chefredaktor und die Kampagne

Die «Weltwoche» erhebt in der Titelgeschichte ihrer aktuellen Ausgabe schwere Vorwürfe gegen Res Strehle. Nun nimmt der Chefredaktor des «Tages-Anzeigers» Stellung.

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«Die Weltwoche» erschien diese Woche mit der Titelgeschichte «Der Tagi-Chefredaktor und die Terroristen». Der Artikel ist mit einem dreissig Jahre alten Polizeibild illustriert und dramatisiert meine politische Vergangenheit auf eine Weise, die mit der Realität wenig, mit politischem Kampagnenjournalismus aber viel zu tun hat.

Schon das Bild auf der Titelseite erweckt den Eindruck eines Fahndungsbildes. Es war 1984 entstanden nach einer festlichen Nacht in einem besetzten Haus am Zürcher Stauffacher. Rund siebzig Personen waren damals verhaftet und fotografiert worden. Ich habe dieses Foto nie gesehen − nun hat es offenbar den Weg aus dem Archiv der Stadtpolizei zur «Weltwoche» gefunden.

Im Artikel werde ich für viele Ereignisse im linken Spektrum des Zürichs der 80er-Jahre mitverantwortlich gemacht. Auch sämtliche Straftaten, die zeitweilige Bewohner an meinem alten Wohnort begangen haben sollen, werden mit mir in Zusammenhang gebracht. Ich halte fest, dass ich an keiner der im Artikel erwähnten Gewalttaten beteiligt war, auch nicht am Rande. Mit einzelnen der im Beitrag erwähnten Personen habe ich wissentlich nie ein Wort gewechselt.

Ich habe mich zum «Weltwoche»- Beitrag nicht geäussert, weil ich der Überzeugung bin, dass These und Tonalität bereits feststanden, als man mir vor Redaktionsschluss drei Stunden Zeit für eine Stellungnahme gab. Engagierter Journalismus ist legitim. Handwerkliche Regeln des Journalismus zu missachten, aber nicht. Wir werden alle rechtlichen Schritte prüfen, um in Zukunft eine korrekte Berichterstattung anzumahnen.

(Erstellt: 08.02.2013, 19:29 Uhr)

«Ich war an keiner der im Artikel erwähnten Gewalttaten beteiligt»: Res Strehle, Chefredaktor «Tages-Anzeiger». (Bild: Nicola Pitaro )

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