Der Zivilschutz – eine Truppe mit kuriosem Eigenleben
Von Daniel Foppa. Aktualisiert am 08.06.2009 73 Kommentare
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Sie bekämpfen Hochwasser, stellen Festzelte auf, fahren Betagte zum Arzt – oder bleiben schlicht zu Hause. Kein Mensch weiss genau, was die 145'000 Zivilschützer alles tun. «Jeder macht, was er will», sagt ein Zivilschutzkommandant aus dem Kanton Zürich. Er sei unterdessen dazu übergegangen, die Leute nur noch bei Bedarf aufzubieten. Dispensationsgesuche bewillige er grosszügig. Und Querulanten schicke er erst gar kein Aufgebot mehr: «Sonst sinkt die Motivation noch mehr.»
Lange Zeit wurden die Zivilschützer belächelt, da sie primär mit dem Zusammennageln von Schutzraum-Betten beschäftigt waren. Mit der Zivilschutzreform von 2003 wurde dieser Unsinn abgeschafft – und durch das Prinzip Willkür ersetzt. Denn seither sagen Kantone und Gemeinden, was im Zivilschutz gilt.
Dienstpflicht verkommt zur Farce
Von den jährlich gut 40'000 Stellungspflichtigen landen etwa 18 Prozent beim Zivilschutz. Viele von ihnen verrichten sinnvolle und geschätzte Gemeinschaftsarbeit. Noch mehr sind allerdings schlicht überflüssig. Denn der Mannschaftsbedarf ist mit der Zusammenlegung vieler Zivilschutzeinheiten drastisch gesunken. Die Militärärzte schert das jedoch keinen Deut: Sie machen weiterhin strikt nach medizinischen Vorgaben aus Stellungspflichtigen Zivilschützer. Deshalb greifen die Rekrutierungszentren nun zur Selbsthilfe: Sie sind dazu übergegangen, Stellungspflichtige direkt in die Reserve einzuteilen. So wurden 2007 im Rekrutierungszentrum Sumiswald von 1825 ausgehobenen Zivilschützern 455 umgehend in die Reserve versetzt – und faktisch aus der Dienstpflicht entlassen. Andernorts wählen Vorgesetzte nach Gutdünken aus: Wer sich in den ersten Tagen besonders dämlich aufführt, hat gute Chancen auf ein baldiges Reservisten-Dasein. Die Stadt Bern bietet derweil keine Zivilschützer auf, die älter als 30 Jahre sind. Dies, obwohl die Dienstpflicht laut Gesetz erst mit 40 endet.
Da immer mehr Kantone und Gemeinden zu solchen Massnahmen greifen, ist der Reservebestand förmlich explodiert: Von 45'000 Mann 2006 auf 64'400 im Jahr 2007. Dass die Dienstpflicht dabei zur Farce verkommt, wird in Kauf genommen.
Jassen, Beizen, Botellón
Ähnlich willkürlich gehen die Kantone beim Einsatz der Zivilschützer vor. So schreibt das Bundesgesetz eine zwei- bis dreiwöchige Grundausbildung sowie eine jährliche Ausbildung von mindestens zwei Tagen vor. «Nach einem halben Tag kennen meine Männer das Material wieder. Was soll ich danach mit ihnen tun?», fragt der erwähnte Kommandant, der die Ausbildungstage kurzerhand abgeschafft hat. Der Rüffel des Kantons lässt ihn kalt.
Hält sich ein Kommandant hingegen ans Gesetz, droht der organisierte Leerlauf. Die Anekdoten über Jassrunden und ausgedehnte Siestas sind Legende. Dem Image des Zivilschutzes nicht eben zuträglich sind zudem Einsätze der skurrilen Art. Als sich letztes Jahr in Zürich 2500 Jugendliche bei einem Massenbesäufnis volllaufen liessen, bot die Stadt zur Betreuung der Rauschtrinker 90 Zivilschützer auf.
Im Dunkeln tappt, wer nach den Kosten des Zivilschutzes fragt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz führt weder über die Art der Einsätze noch die effektiven Kosten eine Statistik. «Das ist Sache der Kantone», sagt Infochef Kurt Münger. Immerhin ist zu erfahren, dass 2007 rund 43,6 Millionen Franken aus der Erwerbsersatzordnung (EO) an Zivilschützer überwiesen wurden. Das Geld wird von Arbeitgebern und Arbeitnehmern bezahlt – und ist eine leichte Beute für Betrüger.
Der Betrug geht munter weiter
So hat das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) aufgedeckt, dass von 2002 bis 2005 mindestens 4 Millionen EO-Gelder zu Unrecht an Zivilschützer flossen. Nicht weniger als 1000 Fälle wurden beanstandet. Zahlreiche Gemeinden setzten Zivilschützer über Gebühr für Arbeiten ein, die nicht wie vorgeschrieben «zugunsten der Gemeinschaft» erfolgten. Da nirgends ausgeführt ist, was genau das heisst und da die Anzahl geleisteter Einsatztage seit der Zivilschutzreform nicht mehr begrenzt ist, stehen dem Betrug Tür und Tor offen.
Besonders kaltschnäuzig ging die Gemeinde Uetendorf BE vor. Dort wurde ein Selbstständigerwerbender für 150 Tage zu Reparaturarbeiten in den Zivilschutz aufgeboten, ein Arbeitsloser gar für 330 Tage. Die Gemeinde übertrug so ihre Lohnkosten der EO. Der zuständige Zivilschutzchef, der selbst 300 Diensttage pro Jahr aufwies, wurde nach 17 Jahren Knall auf Fall gefeuert. Bund und Kantone versprachen schärfere Gesetze – doch der Missbrauch geht weiter. 2006 und 2007 beanstandete das BSV je 500 Fälle. Und letzte Woche wurde ein ähnlicher Fall aus Grenchen vor Bundesgericht verhandelt. Die Stadt bekam aus formalen Gründen Recht: Das BSV habe den Betrug zu spät bemerkt.
Grundausbildung soll verkürzt werden
Sechs Jahre nach der Zivilschutzreform reift in Bern die Einsicht, dass die Sache aus dem Ruder läuft. «Wir prüfen Gegenmassnahmen», sagt Kurt Münger vom zuständigen Bundesamt. Deutlicher wird der Zürcher SVP-Nationalrat Alfred Heer: «Der Leerlauf muss ein Ende haben.» Letzte Woche überwies der Nationalrat seinen Vorstoss zur Reduktion der Zivilschutzleistungen. So soll die Grundausbildung auf maximal zwei Wochen verkürzt werden und Ausbildungskurse nur noch bei dringlichem Bedarf während höchstens drei Tagen stattfinden. «Der Zivilschutz muss sich wieder auf Hilfe in Notlagen und Katastrophen konzentrieren», sagt Heer – der als Zivilschützer mit der Sense Magerwiesen am Uetliberg mähte. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 08.06.2009, 08:49 Uhr
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73 Kommentare
@Kurt Aegeri Immer dieselben Argumente. Frauen können Lohndiskriminierung einklagen, versuchen Sie dasselbe mal bei der Wehrpflichtsersatzabgabe oder bei der Wehrpflicht generell... und das trotz Gleichstellungsartikel in der Bundesverfassung! Männer haben den Frauen an der Urne Ihre Rechte mitgetragen, jetzt wäre es für Frauen an der Zeit dasselbe für Männer zu tun! Allez! Antworten
Ich (29) werde jedes Jahr für 2 Wochen aufgeboten, dazu diverse Notaufgebote (Euro08, Botellón, Zürifäscht, Ironman etc.). Obschon der ZS beim Verschieben kulant (sehr sogar) ist, hängen meine zahlreichen Einsätze meinem Arbeitgeber zum Halse heraus, ich befürchte Karrierenachteile gegenüber Nichtzivilischützern. Auf der anderen Seite wurde mein Bruder untauglich (Militär) und nie aufgeboten. Antworten
Ein Zivilschutzkommandant ist in der Regel eine von der Gemeindebehörden gewählte Person. Ich frage mich, wie eine solche Gemeindebehörde zum Verhalten des genannten Kommandanten steht. Eine Gemeinde muss sich im Ernstfall auf seinen Zivilschutz verlassen können, was nur durch eine gute Organisation, kurze aber kontinuirliche und effiziente Wiederholungskurse sichergestellt werden kann. Antworten
Leider ist auch mir aufgefallen, dass bei Einsätzen we auch wWeiterbildungen jeweils ca 10% der Teilnehmenden unter 30 Jahren sind. Die Arbeiten des Zivilschutzes sind besser und vor allem Sinnvoller geworden. Jedoch sehe ich persönlich nicht ein, warum die jungen unter 30ig nicht früher in den aktiven Dienst einbezieht und dafür die älteren gehen lässt... OK, der Wehrpflichtersatz fehlt dann ;-) Antworten
Als Untauglicher knöpft mir der Staat jedes Jahr sehr viel Geld ab, das ich nur zu gerne mittels Zivilschutztagen reduzieren möchte. Wenn der ZS zur reinen Katastrophentruppe gewandelt werden soll, dann bitte mit gleichzeitiger Abschaffung des Wehrpflichtersatzes. Ausserdem bedürfte es besserer Ausbildung (und dazu WKs, damit das Gelernte auch nicht vergessen geht). Antworten
@Walter Frey: das ist aber eine kurzsichtige Optik. Richtig ist: eine auf Gewitterschäden spezialisierte Firma würde Schäden wohl effizienter (dh: letztlich günstiger) reparieren. Leider haben wir keine Kostenwahrheit. Der Zivilschutz ist teuer, dessen Kosten werden nicht nur von Bund bezahlt, sondern auch vom Arbeitgeber und vom Zivildienstleistenden ! Es ist Fronarbeit. Antworten
Hans Meier: habe meinen Zivildienst geleistet! Mit 15 in den Haushalt, 4 Kinder. Mo.-Sa. Einsatz von 7.00-19.00 mit, 2 Std Pause. Mittw. Nachm. frei (Kochkurs). So. 1x pro Monat frei, 3x nur Nachm. Alles f. Fr. 40.- pro Monat! Heute betreue haupsächlich ich meine Mutter. ( 3 Brüder) Bis vor einem Jahr in Arbeit, letzter Lohn Fr. 26.90, brutto. Plus Fam. 2 erw. Kinder. Noch Fragen? Antworten
Die Qualität des Zivilschutzes hängt stark vom Kommandanten ab. Als ehemaliger Kdt einer Landgmeinde mit über 30 kleinen Gräben und Bächen weiss ich, dass die Wiederherstellung von Gwitterschäden ohne Zivilschutz schlicht nicht machbar, weil unbezahlbar ist. Wenn einzelne Kommandanten nicht wissen, wie sie die Zeit verbringen sollen, wäre es dringend angebracht zu demissionieren. Antworten
Ich war Anfang Mai in der Zivilschutz-Grundausbildung. Die zwei Wochen waren anspruchsvoll und absolut frei von Leerlauf. Davon könnte sich das Militär eine dicke Scheibe abschneiden. Über die WK kann ich nicht urteilen, sie sind jedoch aus einem Grund "sinnvoll": Um die Wehrpflichtersatz-Abgabe etwas zu drücken. Denn dass aus medizinischen Gründen "nur" ZV-Taugliche zahlen müssen, ist nicht fair. Antworten
Ich war nur am Einführungskurs. Dann kam irgendwann mal das Enlassungsschreiben. Der Zivilschutz wurde ja aufgrund der Erfahrungen im 2. Weltkrieg konzipiert. Städtebombardierungen. A-Waffen und so Zeug. Die Kriegsführung hat sich geändert der Zivilschutz nicht. Sollte wirklich mal ein Erdbeben, oder ein grosser Terroranschlag stattfinden, ich weiss nicht, ob man den ZS brauchen könnte. Antworten
Ich hatte jetzt keine Lust alle 58 Kommentare im Detail zu lesen. Die grosse Zahl der negativen Meldungen über den ZS geben mir aber schon zu denken. Als Kp Kdt in einer gut funktionierenden Organisation fehlt mir vielleicht auch die Objektivität. Aber der zitierte Kommandant sollte schleunigst den Hut nehmen bevor er noch mehr Schaden anrichtet. Antworten
Ihr Artikel zeigt, dass die zitierten Zivilschutzfunktionäre ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind. Als Kdt einer ZSO steht man immer vor der Frage, wie viel Training nötig ist, um bei einem plötzlichen Ereignis gewappnet zu sein. Vorher behauptet jeder, es sei zu viel und nachher macht sich möglicherweise mancher Vorwürfe: Warum habt ihr nicht vorher mehr gemacht. HP. Schnüriger, Kdt FWZS St. Gallen Antworten
@ Hans Meier: apropos Diskriminierung. Frau wäre dankbar, wenn sie endlich, endlich den verfassungsmässig garantierten gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhielte. Im übrigen ist es nicht Sache der Frauen, sich für die armen Männer für ihre Freistellung vom Millitär stark zu machen. Selbst ist der Mann! Ran "a 'd Seck"! Antworten
@Peter Hauser: An Ihrer Stelle würde ich mich einmal mit dem Thema Zivildienst (anstatt Zivilschutz) auseinander setzen. Zwar dauert der Zivildienst 1.5 Mal so lange wie der Militärdienst, dafür macht man etwas sinnvolles, was von den Zivildienstanbietern auch dementsprechend geschätzt wird. Ausserdem ist das Zulassungsverfahren seit dem 1. April nun massiv einfacher. Antworten
Vielleicht sollten alle in der CH Sesshaften inkl. Auslaender und Frauen v. 20-35 eine zusaetzliche Oeffentlichkeit- und Sicherheitssteuer entrichten die aber mit Arbeit abgegolten werden kann, bspw Feuerwehr, Wehrdienst, ZiviDienst - Dispensiert werden jedoch IV Bezueger wie auch Frauen/Maenner mit Erziehungs- und Unterstuetzungsaufgaben und Selbstaendigunternehmende mit Lehrlinge. Antworten
Ich bin ebenfalls ein Zivilschützer und geniesse die fünf zusätzlichen Freitage, die mir durch die Aufgebote geschenkt werden, jeweils sehr - Am Morgen gleich als erstes ins Kaffe, dann eine schöne Mittagspause und am frühen Nachmittag, kurz bevor es wieder nach Hause geht, nochmals rasch ins Kaffee - was will man mehr? Gönnt uns doch auch die schöne Zeit! Antworten
@Hans Meier: da haben sie recht... eine tolle diskriminierung... da redet man doch immer von Gleichstellung.. haha. Ich bin im moment noch im Militär, überlege mir jedoch in ZS zu wechseln - da sinnvoller. Waffenloser Dienst wurde abgelehnt. Wenn ich mir eure Kommentare jedoch anschaue, ist beides sinnlos und einfach eine Resourcen-Verschwendung. Antworten
Meine Erfahrung als aktiver Dienstleistender beim Zivilschutz der Stadt Zürich widerspricht dem Bericht. Der Zivilschutz ist schlank und effizient aufgestellt. Bei der Stabsunterstützung wurde in den letzten Jahren ein schlagfertiger, disziplinierter und professioneller Dienst geschaffen, der sich im Ernstfall reibungslos in die anderen Schutzdienste wie Feuerwehr und Rettungsdienst einfügt. Antworten
Jetzt muss ich doch eine Lanze für den ZS brechen: Bin seit einigen Jahren als Betreuer im Zivilschutz, und hatte bis anhin grösstenteils sinnVOLLE Einsätze! Altersheime, denen das Geld für betreute Ausflüge fehlt, sind enorm dankbar über die Dienstleistung des ZS. Von den Bewohnern ganz zu schweigen. Ist wohl stark von der Truppenzugehörigkeit und dem Kommandanten abhängig. Antworten
Interessanterweise redet hier niemand von den Noteinsätzen die der Zivilschutz in den letzten Jahren geleistet hat. Gerade die sind aber die Legitimation des Zivilschutzes ! Unsere Kompanie war zB in Nidwalden 2005 im Einsatz. Die Bevölkerung UND unsere Mannschaft fanden diesen Einsatz sehr wohl sinnvoll. Und ohne eine jährliche Übung hätten wir diese Einsätze nicht bewältigen können. Antworten
Die Wehrpflicht muss eliminiert werden. Es kann doch nicht sein, dass Männer, nur weil sie Männer sind, Wehrpflicht/Zivilschutz leisten müssen und/oder Wehrpflichtersatzsteuer zu zahlen. Jede Frau käme wegen Diskriminierung vor Gericht durch, die männerfeindliche Schweiz hingegen beharrt auf Unrecht. Antworten
wir durften an der EM 2008 an spielfreien tagen einen parkplatz mit 10'000er kapazität bewachen, in einer 24 stunden schicht. (3x8std) ...nur...der parkplatz war jeweils an spielfreien tagen ABSOLUT LEER, und eigentlich gabs ausser unserem zivilschutz-auto nichts zu bewachen, was hätte gestohlen werden können. grossartiger zivilschutz! Antworten
@Michael Wagner: Zeigen Sie mir bitte mal das Taxi, das einen Rollstuhlpatienten sicher transportieren kann. Die Zivilschutzfahrzeuge verfügen über SafeTrans (Sicherungssystem). Und zeigen Sie mir den Taxifahrer, der sich gerne mit medizinischen Erfordernissen beschäftigt. Ein Taxifahrer hat auch selten die Geduld, auf alte Leute zu warten. Antworten
Dier ZSO Kloten hat bei der Eishockey-WM am Schluefweg mitgewirkt. So genannte Aufgaben im öffentlichen Interesse waren u. a. die Skoda-Flotte von Bern nach Kloten, die dreckige Wäsche der Spieler in die Wäscherei und deren Urin nach Bern ins Anti-Doping-Zenter fahren. Antworten
Das Problem liesse sich doch relativ einfach lösen. Armee abschaffen und den Zivilschutz entsprechend den Arbeiten ausbilden, für die die Armee zuständig ist, weil sie sonst nichts zu tun hat. Also effektiver Katastrophenschutz. Ein Zivilschutz ausgebildet mit nur einem kleinen Anteil dessen was die Armee heute erhält wäre doch grandios. Und einiges billiger... Antworten
Etwas, das schon bei der Einführung überflüssig war, wird nicht deswegen unentbehrlicher, nur weil es das immer noch gibt. Cyril Parkinson hätte seine helle Freude, ist doch die Dauerexistenz und die stetig sinkende Effektivität des Schweizer Zivilschutzes die beste praktische Bestätigung seiner Theorie. Ist es denn so schwer, etwas, das wirklich total Überflüssiges kurzerhand abzuschaffen? Antworten
Bei der Aushebung als ‚untauglich‘ fürs Militär befunden wegen Rückenproblemen, stattdessen dem Zivilschutz als Pionier zugeteilt um dort dann mit schweren Geräten zu hantieren. Die ‚gemeinnützige Arbeit‘ die uns jeweils zugeteilt wird, ist grob gemessen in einer Stunde erledigt, auch wenn noch mindestens die Hälfte der Zivilschützer nur rumstehen. Anschliessend stehen (oder liegen) dann alle rum. Antworten
In Zürich werden ausschliesslich!! über 30Jährige zum Dienst aufgeboten. Dies wird wohl so gemacht, weil die über 30Jährigen zwar vom Steuerzahler den noch grösseren Lohn rückvergütet bekommen. Aber vom Zivilschutz muss kein Militärpflichtersatz mehr zurückbezahlt werden, da über 30Jährige keinen Militärpflichtersatz mehr bezahlen. So lächerlich funktioniert dieser Schiessbudenverein! Antworten
Die Aussagen des Kommandanten im Bericht sind nicht nur peinlich, sonder zeugen auch noch von seiner Innkompetenz in der Aufgabe. Zivilschutz kann durchaus Sinnvoll sein. Die Hochwassereinsätze in der Innerschweiz haben es bewiesen. Um helfen zu können braucht es Übungen. Diese müssen richtig vorbereitet und effizient abgehalten werden. Mit Stammtischsprüchen allein geht nichts. Antworten
Ich kann das nur bestätigen. Mit der Zivilschutzorganisation Flughafen war ich bisher NUR an private Veranstaltungen und Feste im Einsatz, meistens mit viel zu vielen Leute und Arbeiten wie Parkplätze und verschlossene Türen bewachen. Kein Wunder wird uns jedes Mal eine Mediensperre verhängt! Man sollte mit dieser Geldverschwendung endlich aufhören und die Leute nicht von ihrem Job losreissen! Antworten
Ich war gerade 2 Tage in einem Zivilschutz-WK. Viel idiotischer kann man wohl kein Geld ausgeben! Am ersten Diensttag hatten wir von 9h volle 4,5h offiziell Pause... Wenigstens war das Wetter schön! ;-) Zivilschutz abschaffen und das Geld - wenigsteens ein bisschen - sinnvoller einsetzen. Antworten
Oh ja, ich glaube viele von uns könnten ganze Bücher über den geleisteten Nonsens schreiben. Kurzes Muster gefällig? Dienst in einem Altersheim, mit der Aufforderung jeder der Spritzen darf, soll fleissig üben!!! Nicht nur unnötig, sondern sogar Menschenverachtend. Beschwerden ganz oben, fehlanzeige denn die Hauptberuflichen wissen doch sehr wohl, was zu tun ist und haben auch die Kompetenz dazu!! Antworten
Schön dass dies in Bern so ist! In Zürich werden weiterhin munter über 30Jährige zum sinnlosen Dienst aufgeboten. Dort dürfen dann 2 Erwerbstätige 2 Betagte Personen pro Tag zum Arzt und zurück fahren. Dies kostet den Steurzahler mindestens das 20-fache!! eines Taxis, aber was solls. Im zürcher Zivilschutz herrscht wohl die grösste Willkür überhaupt! Antworten
Beim Zivilschutz hängt vieles davon ab, in welcher Abteilung man ist und wie der Vorgesetzte ist. Ich hatte bisher das doppelte Glück, im Kulturgüterschutz eingeteilt zu sein und über gute Chefs zu verfügen. Insbesondere die letzten fünf Jahre in Schaffhausen waren hoch interessant und nützlich. In einem Ernstfall wären wir in der Lage, gemeinsam mit der Feuerwehr die Kulturgüter zu evakuieren. Antworten
Helfe gerne dort wo der ZS Hilfe bieten kann. Bergdörfer, Unwetterkatastrophen usw., aber für Stadtfeste tagelang Zelte aufbauen und den privaten Barbetreibern die Kühlschränke transportieren nein danke. Mein Arbeitgeber darf dafür bei der EO die Entschädigung einfordern! Antworten
Man rechne, welcher Schaden der Volkswirtschaft entsteht, wenn hochqualifizierte Arbeitskräfte statt ihrem Beruf nachzugehen im Wald Äste aufsammeln, Parkplätze zuweisen...systembedingt kann mit sowas nicht gespart werden, es können sich höchstens einzelne (Gemeinde, z.B.) auf Kosten der Allgemeinheit bereichern und Budgets beschönigen. zudem schädigt es private Anbieter solcher Dienstleistungen. Antworten
Das alles ist ja schon immer bekannt gewesen und die beiden Organisationen waren schon immer schlecht organiesirte Besäufnisse. ich frage mich wie lange es noch geht bis mann die Einsicht hat das Ganze zu beenden und die Gelder für etwas nützlicheres zu brauchen. Es sind ja nicht nur die Gelder es sind auch die fehlenden Mannstage in den gewerbe und in der Industrie. ABSCHAFFEN!!!!!!!!! Antworten
Das ganze Konzept der Armee und schliesslich dem Dienst-Leisten-Am-Volk muss schon seit längerem von Grundauf neu konzipiert werden. Und warum sollten Männer, die UT sind, nicht Zivildienst leisten können? Solange die 100% arbeitsfähig sind, sehe ich eigentlich keinen Grund dazu und der Zivildienst funktioniert meiner Meinung nach noch am Besten in diesem ganzen Gebilde! Antworten
Ich kann mich R. Renggli nur anschliessen: im ZSO aargauSüd ist man ebenfalls fanatisch. Als Fourier werde ich auch mit 37 noch mind. 1 Woche/Jahr aufgeboten. Dankdem der Sold noch wie im 2. Weltkrieg im Münzsäckli verteilt wird, DB-Einträge handschriftlich erfolgen und Lieferantenrechnungen in bar beglichen werden, habe ich wenigstens pro Tag 2 Stunden etwas zu tun. Antworten
Wie diverse Vorposter schon erwähnt haben: Wie im Zivilschutz, so im Militär. Das Problem ist überall das selbe: Es gibt gar nicht genügend Sinnvolles zu tun, so dass ganz automatisch Leerlauf aufkommt. An all diejenigen, die glauben es liege überall nur am "Lari-Fari" der Truppe: Das Hauptproblem ist, dass durch Kosteneinsparungen gar nicht geübt werden kann, weil Material nicht bewilligt wird. Antworten
Ich wurde dreimal fuer den Zivilschutz aufgeboten, zweimal fuer sinn-und zwecklose Nagelseminare, das dritte Mal als Tixi-Taxi Fahrer fuer Behindertentransport. Das war nicht nur sinnvoll, sondern auch persoenlich sehr bereichernd. Ich hab mich dann umgehend fuer weitere solche Einsaetze im Rahmern vom ZS zur Verfuegung gestellt, wurde aber nie mehr aufgeboten. Trotz immer noch grossem Bedarf ! Antworten
Leider ist es so, dass vielerorts für den Zivilschutz einfach nicht genügend zu tun ist. Und wieso? Weil alles der Armee übertragen wird. Durch die Bewältigung der Katastropheneinsätze durch das Militär übernimmt dieses eine ihm nicht zustehende Aufgabe und verleiht sich eine Existenzberechtigung. Würde man nicht WK-Soldaten für diese Einsätze aufbieten würden auch diese nur Jassen und Rumsitzen. Antworten
Endlich wird dieses Problem in der Öffentlichkeit behandelt.Auch ich musste viele Stunden in diesem Verein Dienst leisten was zu 95% für die Füchse war.Der letzte Fauxpass der sich unser Zivilschutzchef vor meiner Entlassung leistete war die Beantwortung meines Dispensationsgesuches 1 Tag vor Dienstantritt telefonisch auf meine Combox!Jeder private Verein ist in meinen Augen besser organisiert! Antworten
Der Grund ist, dass niemand den Zivilschutz braucht! Sanität und Katstrophenkorps der Armee übernehmen im Krisenfall die Zivildienstaufgaben. Beendet endlich diesen Zivildienstquatsch und schenkt den Leuten die paar Tage im Jahr frei, die sie dann sinnvoll nützen können. Mit BBQ oder so... Antworten
Irgendwie kommen mir diese Sätze bekannt vor. Das 'lustige' daran ist, ich war noch nie im Zivilschutz! Allerdings mit einigen Unterschieden: - Bei der Armee wurden die Botellón's bisher immer von der Truppe organisiert! - Jassen, sehr gerne: Schieber bis 15'000 Da frage ich mich nun , wo sind die Leerläufe grösser? Antworten
Einmal erfunden, hat man den Zivilschutz mehr oder weniger seinen Weg gehen lassen.Bei der Armee hat es einschneidende Reformen gegeben, beim Zivilschutz nicht in gleicher Intensität.Dass beim Zivilschutz auch viel Geld zu holen war, kann nicht abgestritten werden. Aber immer: wenn nicht mehr genug Geld in der Kasse ist, da macht man sich Gedanken, wo man sparen kann. Reorganisieren! Antworten
Als Schutzraumchef, der nie erfahren hat von welchem Schutzraum er nun Chef ist, finde ich es schade was da läuft. Es ist so viel Pottential in dieser Idee. Deshalb sollte sie nicht als gratis Arbeitsgruppe missbraucht werden. In meiner Gemeinde sinnvolle Arbeit verrichten würde ich gerne. Katastrophenschutz sollte die Priorität haben. Antworten
Bei meiner Aushebung 1999 in Luzern wurde ich UT und der Zivilschutz "Personalreserve" zugeteilt. Beim Umzug nach Zürich kam ich in die zürcher Personalreserve. Ich wurde noch nie aufgefordert irgendwas zu tun (es gibt auch zu wenige Einsatzmöglichkeiten). Dafür darf ich jedes Jahr 3% von meinem Einkommen als Wehrpflichtersatz blechen... Möglichst viele Leute UT = mehr Geld fürs VBS. Antworten
Mir bleiben meine grauenhaften Einsätze in Erinnerung. Nichts zu tun, stundenlanges Herumstehen und am Arbeitsplatz im Geschäft stapelt sich derweil die Arbeit. Gelernt habe ich dort nichts ausser wie man die Zeit mit Grölen und destruktivem Einsatz von Geräten tot schlägt. Auch die Sozialeinsätze waren eine Katastrophe, da aus Versicherungsgründen fast nichts gemacht werden darf. Antworten
Beim Zivilschutz kann ich zwar nicht mitreden, ich war zeitlebens immer nur bei einer Truppe, die darauf spezialisiert war, alles kaputt zu machen. Aber die Politiker kenn ich, und wenn Sie schreiben "Jetzt greift die Politik ein", dann ist das etwa so, wie wenn in einem AKW eine Kernschmelze auftritt und alles unkontrolliert weiterläuft. Man nennt das dann Super-GAU. Antworten
In der Betreuungssanität kann ich nicht bestätigen, dass wir Leerlauf, Inkompetenz oder sowas hätten. Der Dienst ist korrekt organisiert, sinnvoll und wird von den älteren Menschen sehr geschätzt. Dazu fördert er die Sozialkompetenz und bietet eine Leistung (z.B. die Transporte), die niemand anders wahrnehmen könnte. Zudem haben Zivilschützer auch mal Zeit für ein Gespräch. Antworten
Wie im Militär so auch im Zivilschutz. Aber ist man dann erst mal in der Reserve eingeteilt, und kann somit produktiv im Unternehmen arbeiten, anstatt nutzlose Tage beim ZV zu verbringen, darf man als Geschenk auch noch den Wehrpflichtersatz bezahlen. Unsere Regierungen leben halt im Wohlstand und hinterfragen Sinn und Nutzen ihrer Institutionen nicht annähernd so seriös wie die Privatwirtschaft. Antworten
Danke für diesen Bericht. Ich erlebe die andere Seite: Werde bis zum 40. Geburtstag als Rechnungsführer in der Stadt Zürich aufgeboten und das bis zu 10 Tage im Jahr. Meine Arbeit hätte ich in 45 Minuten erledigt. Arbeit, die ein Lehrling einfach erledigen könnte, aber ich werde 2 Wochen aus meinem Job gerissen. Teure Leerläufe en masse. Abschaffen! Antworten
Ich habs gesagt, ich wusste immer, dass dieser Verein Zivi nichts nütze! Abschaffen und die Leute ins Militär schicken und Ihnen Ordnung und Disziplin lernen! Die heutige Jugend hats nötig, wieder einmal an der Hand genommen zu werden und Ihnen die Gartenzäune aufzuzeigen! Eine Schweiz mit Armee zur Verdeidigung unseres Landes und der Schockolade. Antworten
Es ist absurd das die Schweiz leute aus sinnvolle stellen bei firmen wegholt um wehrpflicht oder zivilschutz zu leisten, wo sie dann nichts sinnvolles tun, eine verschwendung von zeit und geld. Viele länder sind schon zu eine reine berufsarmee über gegangen. Besser kleiner aber gut ausgebildet. Der misbrauch von "billigen" arbeiteren für alles mögliche ist auch verschwenderisch. Antworten
Hr. Heer hat recht. Dazu müssen die Zivilschützer entsprechend geschult werden, klar, aber kurz , effizient, mit modernen Mitteln.Dass das Gelernte nicht vergessen geht = 1 Tag praktische Schulung, der Rest könnte doch übers Netzt erledigt werden, oder nicht ? Antworten
Mit viel Aufwand habe ich es geschafft, dass ich da nicht mehr hin muss. Ich arbeite lieber in meinem regulären Job - als dass ich so genannte gemeinnützige Arbeit mache - die man aber gescheiter irgend welchen Arbeitslosen zuschieben würde. Was vermutlich erst noch billiger käme. Antworten
Meine Erfahrung als Anlagewart im Zivilschutz Bülach: Anfangs machte ich mit zwei Kollegen zusammen an vier Anlagen den Unterhalt. Bald waren wir noch zu zweit weil es dem einen mit seinem Beruf nicht mehr verbinden konnte, nach zwei weiteren Jahren war ich alleine weil der andere keine Motivation für diesen Dienst mehr hatte. Eine Hilfe oder ein Dankeschön erhielt ich nie. Antworten
Für mich ist es auch nicht in Ordnung, das der Zivilschutz bei Veranstaltungen mithelfen. Dies wird wieder ende Juli in Gippingen/Aargau so sein. Da der Veranstalter probleme hat, Leute zu finden, bittet die Gemeinde dann den Zivilschutz und die Armee auf, um zu helfen. Man sollte sollche Veranstaltungen verbitten, wo mit eigenen Leuten, nicht mehr mit eigenem Personal durchgeführt werden kann. Antworten
Bin seit 4 Jahren nicht mehr Zivilschutzdienstplichtig und bin froh ,dass ich nicht mehr gehen muss. Permanenter Leerlauf gepaart mit Inkompetenz der Vorgesetzten. Die Krönung war ein Alarm an einem Freitag Abend um 19.30; bin vom Fondue und Freunden weg dann eingerückt und durfte warten bis der Vorgesetzte um 23.00 erklärte dass wohl ein Fehlalarm ausgelöst wurde.... Dieser Verein ist für nichts Antworten
Es ist nicht nur im Zivilschutz so sondern auch bein VBS. Die echten Probleme und Feindbilder werden nicht gesehen. Das echte Feindbild ist die Armut und der Klimawandel. Dafür ist der Zivilschutz und das VBS nicht ausbebildet, sondern auf den grossen kriegerischen Feind aus dem Ausland. Der nie kommen wird oder dann so in Ueberzahl und mächtig, dass die Schweiz keine Chance hat. Antworten






Hans Meier
@Heidi Fernandez Das ehrt sie. Nichts desto trotz taten sie das freiwillig. Männer werden alleine aufgrund ihres Geschlechts gezwungen, Dienst zu leisten und/oder zu zahlen. Unabhängig, ob sie auch Vaterpflichten für die Gesellschaft ausüben. Antworten