Schweiz
Der ärgerlichste Schneerekord der Schweiz
Aktualisiert am 08.09.2010 9 Kommentare
Im Kampf gegen den Kokainhandel in der Schweiz spannen die Bundeskriminalpolizei (BKP) und mehrere Kantone eng zusammen. Dank eines Informationstausches gelang es, mehrere komplexe Netzwerke der Kokainhändler zu zerschlagen. Das Projekt wird deshalb vorerst weitergeführt.
Die Anstrengungen richteten sich gegen die Netzwerke von Kriminellen afrikanischer Herkunft, die im Schweizer Kokainmarkt eine wichtige Rolle spielten, sagte Michael Perler, Chef der Bundeskriminalpolizei (BKP), am Mittwoch in Aarau an einer Medienkonferenz.
Es gehe darum, die Schweiz als Standort für Kokainhändler möglichst unattraktiv zu machen. Eine Vielzahl von Akteuren prägten Schmuggel und Handel mit Kokain. Gruppen aus Westafrika und der Dominikanischen Republik würden diesen lukrativen Drogenmarkt in der Schweiz beherrschen, sagte Perler.
Die Mehrheit der Verhafteten stamme aus Nigeria, weitere kämen aus Guinea oder Sierra Leone; es seien oft Asylbewerber. In geringerem Masse seien auch Gruppen und Personen aus den Balkanstaaten in der Schweiz aktiv, sagte Perler.
Gezielte Aktionen gegen Netzwerke
Der Informationsaustausch spielt bei der Zusammenarbeit der Behörden die zentrale Rolle. Die im Frühling 2009 gegründete Arbeitsgruppe innerhalb der Bundeskriminalpolizei koordinierte und unterstützte bisher 70 Verfahren im In- und Ausland.
Die BKP, die zum Bundesamt für Polizei (fedpol) gehört, analysiert dabei die eingehenden Informationen von ausländischen, von Interpol und Europol aus, wertet diese aus und stellt sie den Kantonen zur Verfügung.
«Der Kampf geht weiter»
Ziel sei es, neue Ermittlungsansätze zu erkennen und den Druck der Polizei auf den Betäubungsmittelhandel zusätzlich zu erhöhen, erläuterte der BKP-Chef.
Die Kantone können beim Kampf gegen den Schmuggel auch auf die Unterstützung des Grenzwachtkorps und des Zolls zählen. Am gleichen Strick ziehen unter anderem die Kantone AG, BE, LU, SG, SO, NE, VD, TI, SH und JU sowie die beiden Basel.
Das Projekt werde mindestens noch ein halbes Jahr weitergeführt, sagte BKP-Chef Perler. In sechs Monaten werde nochmals eine Bilanz gezogen. «Der Kampf geht weiter», machte er klar.
Rekordmenge an Kokain
Bei den koordinierten Aktionen gegen die Drogenhändler wurden in den beteiligten Kanton bislang mehrere hundert Kilo an Kokain sowie mehrere Hunderttausend Franken an mutmasslichen Drogengeldern sichergestellt.
Zoll und Polizei beschlagnahmten 2009 gesamtschweizerisch rund 560 Kilogramm Kokain. Dies ist gemäss BKP ein neuer Rekordwert. Bei den Drogenkurieren und -händlern habe es sich herumgesprochen, «dass die Schweiz kein gutes Pflaster mehr ist», sagte Urs Winzenried, Kripo-Chef der Kantonspolizei Aargau, vor den Medien.
Die Preise für Kokain seien gestiegen, und die Qualität der Droge nehme ab. Gemäss Bundeskriminalpolizei kostet ein Kilogramm Kokain in der Schweiz 40'000 bis 80'000 Franken. Entsprechend hoch seien die kriminellen Gewinne. (bru/sda/)
Erstellt: 08.09.2010, 10:36 Uhr
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9 Kommentare
Der Drogenkonsument kümmert sich doch nicht darum, ob sein Stoff legal ist oder nicht. Die Prohibition nützt de facto nur den Drogendealern. Dick Martys Vorschlag für eine weltweite Drogenlegalisierung sollte daher diskutiert werden. Auch wenn das Zeugs legal ist, werde ich nicht anfangen es zu konsumieren. Und so geht es vermutlich den Meisten. Antworten
Wenn man schon weiss wer die Drogen handelt warum ist es denn so schwer dagegen Vorzugehen?Hat man Angst weil man weiss dass die grösseren Fische bewaffnet sind und sich nicht einfach kampflos verhaften lassen.Oder scheut man sich bei gewissen Tätern davor man könnte des Rassismus verdächtigt werden.Soll ja des öfteren vorkommen. Antworten
Solange Prominente "koksen" und immer wieder im TV und den Medien auftreten (Daum, Friedmann, Hilton etc.) kann der normale Bürger davon ausgehen, dass das "In" ist. Bei diesen lächerlichen Strafen für Dealer in der Schweiz ist auch keine Besserung zu erwarten. Antworten
Wie misst sich die "Häufigkeit" denn? In der absoluten Menge? Dem Geldwert? Der Anzahl Konsumationen pro Jahr? Ich bin überrascht, dass nicht etwa Cannabis diesen Platz innehält. Vielleicht hat sich das ja geändert, seit Rappaz nicht mehr raus darf? Vorschlag: lasst die Hanfbauern draussen ackern und legt den Goggi-Dealern elektronische Fussfesseln an. Antworten
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Ernst Jeker
Auf Grund der vielen manifestierten und nicht sichtbaren Drogendealer Netzwerke ist anzunehmen, dass es in der Schweiz ausufernd viele Drogenkonsumenten gibt die statistisch nie erfasst und nie erwähnt werden. Auch finde ich als "Schweizer", es sehr diskriminierend und Schweizer bzw. Menschenverachtend wenn, Ausdrücke wie Schweizer im Zusammenhang mit Drogennetzwerke gebraucht werden.(Pass) Antworten