Der berühmteste Schweizer Minarett-Erbauer
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Guillaume Morand, Besitzer der Schuhladenkette Pomp it up, ist ein gefragter Mann: «Wall Street Journal», «BBC», «Radio Montreal» haben bereits Reporter ins waadtländische Dorf Bussigny bei Lausanne geschickt, um über sein Minarett – das fünfte in der Schweiz – zu berichten. Nach der verlorenen Abstimmung wollte Morand ein Zeichen setzen und trug einem Mitarbeiter auf, ein Kunststoffrohr, Holz und Goldfarbe zu kaufen. Daraus fertigten sie ein kleines Türmchen, dass sie auf den alten Kamin des Pomp-it-up-Lagerhauses setzten.
«Assalam Aleikum», begrüsst der Nicht-Muslim die Journalisten. «Es ist hübsch, unser Minarett. Wir haben keine Rakete gebaut, wie sie auf den Abstimmungsplakaten der SVP zu sehen waren», sagt er gegenüber der Zeitung «Le Matin». Provozieren will der 46-Jährige nicht mit dem Minarett, vielmehr soll der Gebetsturm eine «Botschaft des Friedens» sein. Denn für den erfolgreichen Schuhmagnaten ist klar: «In der Schweiz gibt es keine Probleme mit den Muslimen», wie er gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagt.
Der Anti-Freysinger
Obwohl das Ganze als zeitlich limitierte lustige Aktion geplant ist – Morand spricht von «unserer Weihnachtsdekoration» – gebraucht er deutliche Worte. «Wir haben es satt, uns all diesen Unsinn anzuhören. Satt, dass alle Fascho-Parteien in Europa ihren Nutzen aus dem Resultat ziehen.» Zusammenleben bedeutet Toleranz, so der gebürtige Walliser, der sich als Patriot versteht. «Ich liebe mein Land. Ich schäme mich nicht, Schweizer zu sein.»
Die Medienaufmerksamkeit ist ihm auch deswegen wichtig, damit nicht nur SVP-Nationalrat Oskar Freysinger über die Bildschirme im Ausland flimmert – Freysinger, wegen dem sich Morand ein wenig schämt, Walliser zu sein. Für seinen Mut lobt ihn die «Wall Street Journal»-Reporterin Deborah Ball: «Morand verkörpert das Bild, das sich die Welt von der Schweiz macht», sagt sie in «Le Matin». «Im Ausland haben wir immer gedacht, dass die Schweiz offen und tolerant ist. Darum hat uns das Abstimmungsresultat überrascht.» (cha)
Erstellt: 15.12.2009, 09:52 Uhr
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