Schweiz
Der lächelnde Bundespräsident und der ernste Revolutionsführer
Endlich im Gespräch: Merz und Qadhafi.
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Libyen-Affäre
Quelle: TSR
Ein persönliches Treffen zwischen Bundespräsident Merz und Libyens Staatschef Qadhafi in New York weckt neue Hoffnungen auf eine Entspannung in der Libyen-Krise. Der libysche Revolutionsführer wolle sich persönlich für die Rückkehr der beiden zurückgehaltenen Schweizer einsetzen, sagte Merz am Donnerstag.
Zum Treffen zwischen Bundespräsident Hans-Rudolf Merz und Moammar Qadhafi kam es am Mittwochabend am Rande der Uno-Vollversammlung. Bilder des Schweizer Fernsehens (SF) zeigten bei der Begrüssung einen lächelnden Bundespräsidenten und den libyschen Herrscher mit ernster und unbeweglicher Mine. Mit dabei war auch EDA-Staatssekretär Michael Ambühl.
Das Gespräch dauerte rund 40 Minuten, wie Merz in der «SF»-Tagesschau» sagte. Am Anfang war die Atmosphäre offenbar angespannt, weil Qadhafi die Ereignisse von Mitte Juli 2008 nochmals aufrollte, als sein Sohn Hannibal und dessen Frau in Genf vorübergehend verhaftet worden waren. Qadhafi habe erklärt, man habe seinem Sohn Unrecht angetan, berichtete Merz. Später habe sich die Situation beruhigt.
Merz pocht auf Vertragserfüllung
Bundespräsident Merz forderte nach eigenen Angaben, dass der am vergangenen 20. August von ihm mit Libyen unterzeichnete Vertrag umgesetzt werde. Das bedeute vor allem, dass die beiden in Libyen zurückgehaltenen Schweizer in die Heimat zurückkehren müssten, sagte der Bundespräsident. Diese Bedingung habe er ganz klar gestellt. Die Rückkehr der Schweizer sei insofern auch Gegenstand des Vertrags, weil damit alle Probleme gelöst werden sollen, die die bilateralen Beziehungen belasten.
Es sei nun an der libyschen Seite und am Leader Qadhafi, diese Bedingung zu erfüllen. Qadhafi habe schliesslich zugesichert, er werde sich persönlich um die Angelegenheit kümmern. Im Westschweizer Fernsehen ergänzte Merz, der libysche Staatschef sei ein emotionaler Mensch, dem man auch emotional begegnen müsse.
Merz und Aussenministerin Micheline Calmy-Rey kritisierten die Polemik, die die Schweizer Medien betrieben. So habe die Veröffentlichung der Polizeifotos von Hannibal Qadhafi den Verhandlungen einen herben Rückschlag erlitten. (vin/ap)
Erstellt: 24.09.2009, 23:24 Uhr





