Didier Burkhalters erster Fauxpas
Didier Burkhalter war ja eigentlich schon Bundesrat, bevor er überhaupt zum Bundesrat gewählt wurde. Trotz beängstigender Routine ist ihm nun aber der erste Fauxpas unterlaufen. In einem Interview in der Sonntagspresse hat er das «Motorschiff Fribourg» als «das schönste Schiff auf den drei Seen» bezeichnet.
Das mag die Société de Navigation sur les Lacs de Neuchâtel et Morat SA als Betreiberin des Schiffs freuen. Als Bundesrat darf Burkhalter aber nicht mehr nur an seine eigene Klientel denken, sondern muss das Wohl der ganzen Schweiz im Sinn haben.
Auch wenn seine Frau das Schiff getauft hat, auf dem Burkhalter seine offizielle Bundesratsfeier abhalten will, hätte er ja zum Beispiel diplomatisch formulieren können: «Die ‹Fribourg› ist eines der schönsten Schiffe auf den drei Seen.» Doch nun sind die Bieler verschnupft. Schliesslich dachten sie bis anhin, die schönsten Schiffe des Dreiseenlandes lägen in ihrem Hafen.
Schöne Schiffe, aber nicht feiertauglich
Für Beat Rüfli, Geschäftsführer der Bielersee Schifffahrtsgesellschaft, ist das grösste Schiff auf den Juraseen, das «MS Petersinsel», der klare Favorit. Für Alt-Bundesrat Samuel Schmid war die «MS Büren», ein bald 50-jähriger Oldtimer, das schönste Schiff der Region. Nicht zu vergessen ist auch das «EMS Mobicat», das als grösstes Solarschiff der Welt lautlos über die Gewässer gleitet. Für eine Bundesratsfeier eignen sich jedoch alle drei nicht. Das MS Petersinsel wurde von einem Sponsor aus der Telecom-Branche verunstaltet, das «MS Büren» ist eher etwas für Nostalgiker und das «EMS Mobicat» ist zu klein für eine ehrenwerte Gesellschaft.
Dennoch: Der Fauxpas ist und bleibt einer. Ausbügeln könnte ihn Burkhalter, indem er während der Bundesratsfeier sein «MS Fribourg» durch den Zihlkanal über die Sprachgrenze in den Bielersee steuert. Das wäre einerseits ausreichend symbolträchtig, und andererseits ist der Bielersee sowieso der schönste der drei Seen... (Der Bund)
Erstellt: 22.09.2009, 07:40 Uhr
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