Die CVP zur Bildungspolitik
Mit ihrem neuen Bildungspapier will sich die CVP in die schulpolitische Debatte einbringen, die zuletzt vor allem von der SVP dominiert wurde. «Im Unterschied zur SVP wollen wir unser hervorragendes Bildungssystem nicht schlechtreden, sondern gezielt Verbesserungen anbringen», sagt der Zuger CVP-Nationalrat Gerhard Pfister, der die Arbeitsgruppe leitet.
Trotz dieser Abgrenzung deckt sich der bereits vorliegende erste Entwurf des Papiers in der Stossrichtung zum Teil mit den Ideen der SVP. So fordert auch die CVP: «Der Fokus im Volksschulunterricht sollte wieder vermehrt auf die Grundkompetenzen (Lesen, Schreiben, Rechnen) ausgerichtet werden.» Anders als die SVP bekennt sich die CVP aber klar zum Harmos-Konkordat und zum integrativen Schulmodell (keine Sonderklassen für Lernbehinderte). Unter den weiteren Reformvorschlägen für die Volksschule sind vor allem zwei bemerkenswert: die Einführung eines Leistungslohns bei den Lehrern sowie obligatorische Elternabende.
Für die Stufe Gymnasium regt die CVP an, die Standards bei den Maturitätsprüfungen im Sinne der Qualität zu vereinheitlichen: «Die Note 4 in einem Maturitätszeugnis sollte überall in etwa gleich viel wert sein», heisst es im Papier. Eine planmässige Erhöhung der Maturitätsquote wird im Übrigen klar abgelehnt. Für die Hochschulen lanciert die CVP unter anderem folgende Forderungen: Erhöhung der Studiengebühren für Ausländer, Harmonisierung des Stipendienwesens, Abschaffung des Numerus clausus (Zulassungsbeschränkung) beim Medizinstudium.
Laut Pfister soll das bereinigte Positionspapier zum Schulbeginn Mitte August 2010 vorliegen. Vorausgesetzt, die Parteigremien segnen das Produkt ab, «werden anschliessend konkrete politische Vorstösse folgen». (fre)
Erstellt: 21.03.2010, 22:40 Uhr






