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Die Lehren aus der Krise

Von Iwan Städler, Marie-Hélène Miauton und Artur K. Vogel. Aktualisiert am 20.05.2010 13 Kommentare

Eine repräsentative Umfrage unter 1200 Schweizern sowie 400 Führungskräften zeigt, was diese über die Wirtschaftskrise denken – und welche Schlüsse sie daraus ziehen.

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Heute Donnerstag treffen sich rund 800 Persönlichkeiten – darunter Bundespräsidentin Doris Leuthard, Nestlé-Präsident Peter Brabeck und Alinghi-Segler Ernesto Bertarelli – in Lausanne zum «Forum des 100». Dort diskutieren sie über die Wirtschaftskrise und die Herausforderungen für die Zukunft, die sich daraus ergeben.

Sie tun dies auf Grundlage einer gross angelegten, repräsentativen Umfrage des Forschungsinstituts M.I.S. Trend bei 1200 Schweizerinnen und Schweizern und 400 Führungskräften aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kultur und Verwaltung. Die Resultate werden heute gleichzeitig in «Tages- Anzeiger», «Bund», «L’Hebdo» und «Il Caffè» veröffentlicht. Dabei zeigt sich, dass das Volk die Wirtschaftskrise für weniger gravierend hält, als die Führungskräfte dies tun. Im Gegensatz zu Letzteren macht sich die Bevölkerung mehr Sorgen um den ökologischen Zustand des Planteten als um die Wirtschaft. Das erklärt wohl auch, weshalb das Vertrauen in die Banken bei den Führungskräften stärker erschüttert ist als beim Volk.

Banker für lernunfähig erachtet

Einig sind sich Volk und Führungskräfte darin, dass die Banker keine Lehren aus der Finanzkrise ziehen werden, ohne dass der Staat sich einmischt. Diese Ansicht wird querbeet von Linken und Rechten, Männern und Frauen sowie in allen Landesteilen geteilt.

Für die grosse Mehrheit der Befragten ist klar, dass nun die Bankenaufsicht verbessert, die Boni kontrolliert und besteuert sowie der Einbezug der Aktionäre verstärkt werden muss. Das Volk würde auch eine Begrenzung der Managersaläre begrüssen, wobei die Führungskräfte hier etwas skeptischer sind. Rückblickend begrüsst eine Mehrheit der Leader, dass der Staat die UBS gerettet hat. Anders das Volk: Es lehnt die Rettungsaktion mehrheitlich ab, wobei sich vor allem Frauen dagegen aussprechen. Einig sind sich Volk und Führungskräfte hingegen darin, dass die Schweiz vom Bankgeheimnis retten soll, was noch zu retten ist – und dass der Bundesrat die Krise des Bankgeheimnisses hätte voraussehen müssen.

Diesbezüglich urteilen die Führungskräfte sogar noch strenger als die breite Bevölkerung. Generell erhält der Bundesrat schlechte Noten. Einzig bezüglich der Rettung der UBS attestiert ihm eine Mehrheit, das Problem gut gemeistert zu haben. Ganz anders beim UBS-Vertrag mit den USA und bei der Libyen-Affäre: Sowohl die Führungskräfte als auch die Bevölkerung sind hier der Ansicht, der Bundesrat habe schlecht oder gar sehr schlecht agiert.

Bundesrat schwächer denn je

Kritisiert wird vor allem, die Landesregierung sei unfähig, geeint in der Öffentlichkeit aufzutreten. Eine Mehrheit glaubt, der Bundesrat sei den Herausforderungen einer zunehmend raueren Welt nicht gewachsen und kümmere sich mehr ums Verwalten als um Strategien. Gut die Hälfte der Befragten findet gar, der Bundesrat sei noch nie so schwach wie heute gewesen. Der Bundesrat geniesst aber immer noch mehr Vertrauen als etwa die Finanzmarktaufsicht, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und vor allem die Medien. Letzteren attestiert nur eine kleine Minderheit, im Interesse der Gesellschaft zu handeln.

Was tun? Eine knappe Mehrheit von Volk und Führungskräften spricht sich für einen langjährigen Bundespräsidenten aus. Auch die Schaffung eines Führungsstabs ausserhalb der Departemente wird begrüsst. Keine Mehrheit findet dagegen die SVP-Forderung, den Bundesrat vom Volk wählen zu lassen. 55 Prozent der Bevölkerung und gar 85 Prozent der Führungskräfte sind dagegen. Sie möchten den Bundesrat weiterhin durch das Parlament wählen lassen.

Leader gegen Milizarmee

Die Mehrheit der Befragten steht auch hinter der direkten Demokratie, dem Föderalismus und der Neutralität. Kritisch wird es hingegen für die Milizarmee. Mehr als die Hälfte der Führungskräfte wollen sie infrage stellen. Bei der breiten Bevölkerung dagegen hat sie nach wie vor eine – wenn auch knappe – Mehrheit. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.05.2010, 22:22 Uhr

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13 Kommentare

Thomas Bisang

21.05.2010, 14:27 Uhr
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@Rolf Schneebeli Auch falsch! Am Anfang stehen die Politiker! Die meisten Banken haben sich im Ramen der Gesetze bewegt. US Politiker, auch Obama, wollten jedem Bürger ein Eigenheim ermöglichen. Das ist mit ein Grund warum Banken Hypotheken verbrieften um aus ihren Bilanzen zu haben. In Griechenland haben nicht Banker sondern Politiker zuviel ausgegeben, bzw. eingenommen... Antworten


Rolf Schneebeli

20.05.2010, 13:42 Uhr
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@ Patrick Ryf : "Am Anfang der Verursacherkette dieser Krise stehen die Zentral- und Nationalbanken". Das ist grundfalsch, denn die SNB wie auch die ECB haben einen superjob gemacht. Ohne die waeren wir jezt in einer 30er Jahre Depression! Die Ursachen der Krise sind die GIER der Banker und Investoren (auch kleine, siehe Lehmann Papiere) und die Inkomptenz der Politiker in allen Lagern (Defizit) Antworten


Rolf Schmacher

20.05.2010, 13:00 Uhr
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@Ryf das sehe ich auch so. Es ist jetzt an unserer Regierung aus alle den Fehlern der neusten Geschiche die Lehren gezgen zu haben. Man kann der NB nicht blind trauen, man muss sie kontrollieren und klare Vorgaben gebn. EURO stützen, um den sfr zu schwächen bringt nichts, ist sogar sehr Gefährlich. Die Chinesen hocken auf auf Billionen von lästigen und wertlosen Dollars. Antworten


Patrick Ryf

20.05.2010, 11:31 Uhr
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Wenn das amerikanische Volk es den Privatbanken je erlaubt, die Ausgabe ihres Geldes zu kontrollieren, zuerst durch Inflation, dann durch Deflation, dann werden die Banken und Konzerne, die um diese Banken heranwachsen, den Menschen ihren ganzen Besitz wegnehmen, bis ihre Kinder obdachlos aufwachen, auf dem Kontinent den ihre Vorväter erobert haben.“ Thomas Jefferson Antworten


Peter Rot

20.05.2010, 11:12 Uhr
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Finde sehr Interessant, dass die Ergebnisse der Umfrage "Wem vertraut die Bevölkerung bzw. die Leaders" im Artikel kaum kommentiert wurden. Vorallem die Tatsache, dass Schlusslicht bei beiden Gruppen die Medien sind! Warum lesen wir sie noch? was machen die Medien um den Vertrauen zurück zu erobern? Leider sind solchen Fragen in den Medien Tabus. Antworten


Patrick Ryf

20.05.2010, 10:57 Uhr
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Die grösste Gefahr für die Schweiz ist im Moment die durch die Internationalisten kontrollierte Schweizerische Nationalbank. Der grösste Privataktionär ist übrigens ein deutscher Staatsbürger. Am Anfang der Verursacherkette dieser Krise stehen die Zentral- und Nationalbanken. Dass weder die Elite noch die Bevölkerung die wahren Verursacher der Krise erkennt, wird sie sehr teuer zu stehen kommen. Antworten


Max Meier

20.05.2010, 10:41 Uhr
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Meine Lehre ist einfach, nur soviel ausgeben wie einnehmen! Und um dies zu garantieren müssen Politiker mit drastischen Bussen und/oder Gefängnis zur Verantwortung gezogen werden können, wenn sie dies nicht einhalten. Es darf nicht sein, dass diese davonkommen und sogar noch die Frechheit besitzen, die Schuld anderen in die Schuhe zu schieben versuchen. Antworten


Bernhard Iner

20.05.2010, 10:30 Uhr
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Die Banken und ihre Schweiz:Treffendes Buch von Hablützel lesen. Ein Ständerat kassiert 100'000 von Grossbank für zwei Sitzungen pro Jahr. Der Präs. der FINMA hat über 30 Jahre bei UBS gearbeitet und (mit Abgangsboni) vertritt er die die UBS, statt sie in die Schranken zu weisen. Eigenkapital von 20% der Aktiven ist notwendig. Der BR gehorcht aber der UBS! Bürgerliche Parlamentarier auswechseln! Antworten


Eugen Fischer

20.05.2010, 09:59 Uhr
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Die Schweiz würde gut und gerne viel daran tun das die Gesetze bessser angewendet würden. Es fehlt doch vielerort an entsprechenden Verantwortungen die Gsetze über alles konsequent anzuwenden. Es genügt auch nicht immer aus dem Ausland zu kopieren und sich somit immer zu positionieren. Die Schweiz braucht echte Wineklriede und keine Seelenverkäufer die vielfach überfordert sind. Antworten


Rolf Schumacher

20.05.2010, 08:52 Uhr
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Solange das System nicht grundlegend ändert, wird sich auch das Verhalten der Involvierten nicht ändern. Man kann noch so beteuern, dass man nur noch bei ROT über die Strasse gehen werde, weil ROT moralisch viel wertvoller sei als Grün. Wenn die Gesetze, die Ausbildung nicht grundsätzlich geändert werden, bleibt es dabei, dss bei unmoralischem GRUEN über die Strasse gegangen wird. Business as us. Antworten


Herbert Berger

20.05.2010, 08:43 Uhr
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Eine wichtige Lehre: BR Merz ist nicht Teil der Lösung sondern Teil des Problems. Fragt sich nur, wie oft man in der Schweizer Politik das Gesicht verlieren muss, bevor man endlich die notwendigen Konsequenzen daraus zieht. Antworten


Roland Moser

20.05.2010, 08:04 Uhr
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Eine sehr schöne Umfrage mit sehr interessanten Fragen und natürlich auch Antworten. Dass der Bundesrat nicht vom Volk gewählt werden soll, erscheint mir im Gesamtzusammenhang nicht mit den anderen Antworten zu harmonieren. Politisch inkorrekte Fragen wurden nicht gestellt: Sind Sie der Meinung, dass die CH mit 8 Mill. übervölkert ist? Würden Sie ein sofortiges Verbot für Neubauten begrüssen? Antworten


Rolf Schumacher

20.05.2010, 07:58 Uhr
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Die Natur des Menschen wird sich mit dieser Krise nicht geändert haben. Die Führungskrläfte haben lediglich neue Schlagworte wie Nachhaltigkeit, Ethik, Moral in ihren Jargon aufgenommen. Das Ziel wird bleiben, Bilanzen zu optimieren, möglichst schnell möglichst viel Geld zu verdienen und es mit der Verantwortung nicht zu ernst zu nehmen. Charakterlich gesunde Menschen sind im Mnagement Mangelware. Antworten



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