«Die Liga schiesst alle Hooligan-Projekte ab»
Aktualisiert am 29.08.2011 94 Kommentare
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Am Donnerstag treffen sich Vertreter von Kantonen, Städten und der Swiss Football League (SFL) zu einem Runden Tisch über Hooliganismus. Bis jetzt sei wenig bis nichts passiert, kritisierte der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause. Nun erwarte er von SFL- Präsident Thomas Grimm ein klares Bekenntnis.
Das Massnahmenpaket, das die Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) verabschiedet haben, begrüsst die Partei. In Kraft treten werde das Konkordat aber erst in rund zwei Jahren, gab Nause zu bedenken. Deshalb müsse die Swiss Football League aktiv werden.
Charterzüge und Spielabbruch
Die CVP möchte zum Beispiel, dass die Fans mit Kombitickets dazu verpflichtet werden, in Charterzügen an- und abzureisen. «Die Liga bekämpft diese Lösung bereits wieder», kritisierte Nause. «Sie hat sich bisher darin gefallen, Projekte abzuschiessen.»
Nach dem Willen der CVP sollte die Swiss Football League auch dafür sorgen, dass Spiele abgebrochen werden, wenn Pyros abgebrannt werden. Kommt es bereits vor dem Spiel zu Krawallen, soll das Spiel gar nicht erst beginnen. Die Entwicklung gehe aber in eine andere Richtung, sagte Nause. Die Vereine hätten die Bussen für das Abbrennen von Pyros wieder gelockert.
Mehr Polizisten
Die CVP fordert auch mehr Polizisten. In Bern habe die Polizei im Jahr 2010 insgesamt 73'000 Arbeitsstunden für die Sicherheit rund um Sportveranstaltungen aufgewendet, hält sie fest. Dies seien 15'000 mehr als im Vorjahr.
Die Polizisten, die vor dem Stadion eingesetzt werden müssten, fehlten in der Innenstadt und in Quartieren, sagte Nause. Die Gewalt in den Stadien und um die Stadien habe eine neue Dimension erreicht. So seien etwa letzte Saison beim Spiel FCZ-Basel auch unbeteiligte Dritte angegriffen worden.
Nationales Gesetz
Längerfristig fordert die CVP ein nationales Gesetz zum Hooliganismus. Nationalrätin Ida Glanzmann verlangt mit einer Motion eine kommunale Bewilligungspflicht für Sportveranstaltungen sowie Strafen für Vereine und Stadionbetreiber. Mit der Bewilligungspflicht könnten Risikospiele mit speziellen Auflagen versehen werden, etwa bei der Zugangskontrolle.
Der Bundesrat beantragt dem Parlament, die Motion abzulehnen. Der Bund sei für die Sicherheit in und um die Stadien nicht zuständig, schreibt er in seiner Antwort. Vereine und Stadionbetreiber könnten zudem bereits heute zur Verantwortung gezogen werden. (pbe/sda)
Erstellt: 29.08.2011, 12:15 Uhr
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94 Kommentare
Willkommen im Wahljahr 2011. Es ist einfach nur noch peinlich, wie auf einmal diverse Politiker aus den Löchern kriechen und sich über das sogenannte "Hooliganproblem" äussern. Meinungsbildung in der Herde der Wortmeldungen? Kaum einer hat eine Ahnung! Aber immer schön Wahlkampf betreiben. Und ja, schade hat es gestern bei YB-FCZ keine Ausschreitungen gegeben, ist doch sonst immer so ... Antworten
Seit Jahren geht die Gewalt an Fussballspielen zurück, letztes Jahr hatte die NLA einen neuen Zuschauerrekord. Einzelne unschöne Ereignisse werden medial derart aufgebauscht, dass Politiker daraus sogar ein Wahlkampfthema machen können. Kombiticket hatten wir schon, es nannte sich "Fanpass" und ist kolossal gescheitert, weil die geg. Fans jedes Vereins einfach in die normalen Sektoren auswichen. Antworten



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