Die Löcher zu Hellikon
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Die Erde im aargauischen Hellikon dampft. Seit den Festtagen klaffen in einem Acker oberhalb des Dorfes zwei Meter breite und 20 Meter tiefe Löcher im Boden und geben warme Luft in die Winterkälte ab. Seither steht das 771-Seelen-Dorf im Fokus der Medien. Gestern seien gleich drei Fernsehstationen auf dem Acker herumgetrampelt und hätten die Absperrung abgerissen. «Das ist ein Problem für uns, aber jetzt schneit es und es wird schwierig auf den Hügel zu kommen», sagte Ernst Schlienger, Gemeinderat von Hellikon gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet.
Ein gefährliches Unterfangen, denn obwohl die Erde noch gefroren ist, habe der Boden um die zwei Krater herum angefangen einzubrechen. Ein 20 Meter langer und ebenso tiefer kreisförmiger Riss sei entstanden. Bis am Donnerstag sei er täglich gewachsen, seither sei er nicht mehr grösser geworden. Doch die Ruhe täuscht: «Wir haben die Krater abgesteckt und darum sehen wir, wie sie sich verschieben.» Wirklich gefährlich werde es jedoch, wenn der Boden anfange aufzutauen.
Ganzes Höhlensystem vermutet
Darum habe der Geologe des Kantons Aargau gehandelt und eine deutsche Spezialfirma beauftragt, geophysikalische Messungen durchzuführen: «Ab nächsten Dienstag werden die Spezialisten die Erdlöcher mit Elektrosonden untersuchen», so Schlienger.
Bei den Phänomenen handle es sich um sogenannte Dolinen, das habe der Kantonsgeologe bereits herausgefunden. Diese entstünden, wenn Wasser im Kalkgestein unter der Erdschicht Hohlräume auswasche und diese dann unter dem Gewicht der darüberliegenden Schichten einstürzten. Durch den Druck des Schnees steige die Einsturzgefahr.
Der Riss um die Krater und die Bewegung des Bodens deuten darauf hin, dass sich unter dem Acker ein ganzes Höhlensystem verberge. Darum wurden die Erdlöcher grossräumig abgesperrt und mit Brettern abgedeckt. Trotzdem seien immer wieder Spuren zu den Kratern im Schnee zu sehen, die Erscheinungen interessieren nicht nur die Geologen und die Medien. Dass Hellikon nun zu einer touristischen Attraktion werde, glaubt Schlienger jedoch nicht: «Der Acker bleibt wohl bis im Frühling abgesperrt und dann werden die Krater zugeschüttet. Der Bauer soll seinen Acker dann schliesslich wieder bebauen können.» (tan)
Erstellt: 08.01.2010, 14:01 Uhr
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