Schweiz
«Die Pendler zahlen heute schlicht zu wenig»
Interview Claudio Habicht. Aktualisiert am 04.11.2009 75 Kommentare
«Es gibt keinen Grund, Mobilität zu subventionieren»: Reiner Eichenberger. (Bild: Thomas Burla)
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Reiner Eichenberger
Der 48-jährige Reiner Eichenberger ist Professor für Finanzwissenschaften an der Universität Freiburg.
Das neue Zauberwort des Bundesrats heisst Mobility Pricing. Das Auto- und Bahnfahren auf Hauptachsen in Stosszeiten soll teurer werden. Was bringt das?
Der Vorschlag des Bundesrats entspringt einer einfachen Einsicht: Der Verkehr auf Strasse und Schiene wird zunehmend teurer, so dass er kaum mehr finanzierbar ist. Nun sucht man alternative Finanzierungsmöglichkeiten – und zwar zu Recht bei den Verursachern, also bei den Benutzern der Verkehrsnetze. Wirtschaftlich gesehen macht das Sinn: Es gibt keinen Grund, Mobilität zu subventionieren, wie dies heute in unglaublichem Mass getan wird.
Ohne Steuergelder dürfte es laut Bundesrat aber schwierig werden, das System aufrecht zu erhalten – vor allem bei der Bahn. Die Billettpreise würden massiv ansteigen.
Wenn die Leute nicht bereit sind, die Kosten zu tragen, die sie verursachen, gibt es nur eines: abstellen. Die Pendler zahlen heute schlicht zu wenig. Die Subventionierung des Öffentlichen Verkehrs rechtfertigt Bern damit, dass so abgelegene Täler und Ortschaften erschlossen werden. Der Strassenverkehr tut dies viel besser, soll aber keine Subventionen mehr erhalten. Kommt dazu: Auch das Handynetz sowie Coop und Migros tragen viel zur Erschliessung von abgelegenen Gegenden der Schweiz bei, indes ohne jegliche Subventionen.
Will Bundesrat Leuenberger Ihrer Meinung nach den Fünfer und das Weggli?
Ja. Denn bei einem richtigen Mobility Pricing müssten sämtliche Subventionen fallen, damit alle Mobilitätsarten gleich lange Spiesse haben. Um es auf eine einfache Formel zu bringen: Heute wirft die Schweiz beim Öffentlichen Verkehr das Geld zum Fenster raus.
Welche Konsequenzen hätte das Ende der Subventionen für die Pendler?
Sie müssten sich wohl oder übel an die teureren Preise gewöhnen. Das Problem ist psychologischer Natur: In Russland zum Beispiel haben sich alle auf subventionierte Brotpreise eingestellt und das billige Brot am Schluss den Enten verfüttert. In der Schweiz ist es ähnlich, der Arbeitsmarkt und die ganze Siedlungsstruktur sind auf die hoch subventionierte Mobilität eingestellt. Die Leute wohnen in Zürich, arbeiten in Bern oder umgekehrt. Dieses Auseinanderreissen von Wohn- und Arbeitsort wird durch die Subventionen gefördert, was jedoch wenig sinnvoll ist.
Wie muss der Staat vorgehen, damit die Bevölkerung verursachergerechte Preise akzeptiert?
Die Umstellung muss langsam erfolgen, nicht von heute auf morgen. Bundesrat Leuenberger hat insofern die richtige Strategie gewählt und den Wechsel in der Finanzierung behutsam angekündigt. Damit die Bürger sich mit dem Gedanken abfinden, muss der Entscheid jedoch vor allem glaubwürdig sein.
Inwiefern?
Sie müssen die Garantie haben, dass mit dem neuen System nicht einfach die Staatsquote steigt. Mit einem gut gemanagten verursachergerechten System müsste der Staat massiv die Steuern senken, da viel mehr Geld via Mobility Pricing in die Kassen flösse und auch die Ausgaben sänken, weil die SBB ihre Effizienz in einem freien Wettbewerb mit der Strasse massiv steigern könnte. Kurz: Das Budget würde entlastet, zum Vorteil aller Bürger.
Wird die Politik Ihrer Meinung nach diese Garantie erbringen können?
Nein. Zurzeit sieht es eher danach aus, als wolle die Politik ein Geschäft machen damit. Sollte der Autofahrer eine höhere Mobilitätsabgabe leisten müssen, wenn er zu Stauzeiten in sein Fahrzeug steigt, der Staat den Stau aber gleichzeitig mit Rückbau der Strassenkapazitäten wie zurzeit in Zürich fördern, ist der Bürger zu Recht misstrauisch. Dazu hat sich leider noch kein Politiker ernsthaft geäussert.
Sind verursachergerechte Preise die einzige Lösung, damit die Verkehrsnetze bezahlbar bleiben?
Ja. Bedingung ist aber, dass der Autoverkehr nicht zusätzlich belastet wird und die Bahn keine Subventionen mehr bekommt. Mobility Pricing darf nicht zu einer zusätzlichen Besteuerung der Bürger verkommen.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.11.2009, 16:36 Uhr
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75 Kommentare
@Erich Deiss Dann aber auch Verursacherprinzip für den PRIVATVERKEHR! Wie hoch wollen Sie hier die Umweltzerstörungskosten einberechnen, Herr Deiss? Wenn Sie nicht kneifen, werden Sie sich angesichts dieser Kosten schnell für den ÖV entscheiden. Und hier soll das Solidaritätsprinzip gelten, auch wenn sich Herr Bundesrat Dr. Leuenberger von diesem heiligen SP-Grundsatz losgesagt hat. Antworten
Tja, das ist wirklich eine tolle Idee. Ein Beweis dafür, dass die Milliarden die in den vergangenen Jahren in die Bildung geflossen sind, gut investiert waren. (Verdient wurde das Geld allerdings von Menschen die Tag für Tag zur Arbeit gependelt sind.) Wir müssen dringend noch mehr Geld in die Bildung fliessen lassen, damit noch mehr so gescheite Köpfe so tolle Ideen ausbrüten können. Antworten
Keine taugliche Lösung Nun will unser Verkehrsminister neuerdings die Pendler sogar bestrafen weil sie, gezwungener Massen und nicht nur aus lauter Spass pendeln. Ein weiteres eindeutiges Indiz das die zunehmende Hilflosigkeit unsere Behörden aufzeigt. Antworten
Der Oeff. Verkehr schont Resourcen und Umwelt. Er hat daher stets Vorrang vor dem Privatverkehr. Wäre Professor Reiner Eichenberger auf den öffentlichen Verkehr angewiesen, würde er dies schnell ebenfalls so sehen. Weil er aber dem Steuerzahler mit seinem fetten Professorengehalt auf der Tasche liegt, und sich deshalb einen PW leisten kann, meint er gleich, eine grosse Lippe riskieren zu können. Antworten
Käme der Anstoss zu diesem Preissystem aus einer neoliberalen Ecke, wäre das kein Grund zum Staunen. Aber der Herr Leuenberger, der seine Karriere auf dem Buckel der Sozialdemokraten gemacht hat, als "Erfinder" dieser unsäglichen Abstrusität! Da fragt man sich schon, wo BR L. eigentlich steht. Gschämig, wie er sich in die Ecke der Neosozikraten verdrückt hat. Antworten
Da ja eh die öffentlichen Verkehrsmittel aus Steuergeldern finanziert werden, ist es eine Frechheit diese immer noch zu verteuern! Also habe wir schon wieder einen Bundesrat, den man mitleidig belächeln kann. Ist da noch wer normales in der Politik?? Antworten
Aus diesen Gründen warte ich schon lange auf die Steuerrevision der FDP (Biertellergross), worin es jedem freigestellt wird, ob er überteuerte Mieten in der Stadt bezahlt und zur Strafe keine Kosten abziehen kann oder ob ich lieber einen längeren Arbeitsweg und Schulden für ein Eigenheim mache, wofür ich anschliessend Steuerabzüge geniesse. Die Umwelt hat so auch etwas davon........... Antworten
Kommt zu dieser zusätzlichen Besteuerung noch hinzu, dass eine arbeitslos gewordene Person verpflichtet werden kann, pro Weg 2 Std. Fahrt (wieviele Km fährt man in 4 Std ?) in Kauf zu nehmen. Dies nach einer Lohneinbusse von bis zu 70% gem. ALV. Steinbrück lässt grüssen. Diesmal aus Bundesbern. Antworten
Was für eine Aussage von einem Wirtschaftsprofessor. Sie haben doch wirklich nicht das Gefühl, dass sich ein Gleichgewicht herstellen lassen könnte? Sowohl im Privatverkehr als auch im ÖV haben wir einen grossen Time Lag an Infratrukturkosten, Exo- und Endogene Faktoren (Ökologie, Technik etc.) die nie zu einem effektiven Gleichgewicht führen. Aber mit Studien lässt sich alles für einem Fundieren Antworten
@ Matthias Eichenseer: Wie wär's mit Fakten? Die Steuern in den Städten sind regelmässig höher als in der Agglo. Das "Problem" ist die grosse Nachfrage (und die linken Bauverbote), welche die Preise treiben. Aber wenn Sie eine Steuerhölle suchen, ganz nach dem Geschmack der SP: Deutschland ist so nah. Komisch, dass da alle auswandern. Gott segne unseren gesunden Steuerwettbewerb. Antworten
Tja in den Grossstädten wie Zürich oder Genf wohnen halt in der Innenstadt in bester Lage schon lauter ausländische Spitzenverdiener die dank günstigster Steuern für Unternehmen und Reiche von FDP und SVPangelockt wurden. Da bleibt für die normalen Schweizer nur noch weit draussen zu wohnen und zu pendeln. Aber das scheint der einheimischen Bevölkerung jetzt auch schon nicht mehr vergönnt zu sein. Antworten
Im aktuellen System zahlen Reiche via Steuern deutlich mehr als weniger Betuchte. Beim Verursacherprinzip hingegen werden alle genau gleich zur Kasse gebeten. Ergo: Der kleine Büezer (vermutlich bis und mit gehobene Mittelschicht) verliert ganz gewaltig gegenüber dem reichen Bonz! Aber wann merkt das die betroffene Mehrheit endlich?!? Antworten
Was einige Intelligenzallergiker nicht begreiffen, ist das Prinzip des Service Public. Oder sollen Familien auseinander gerissen werden wenn nicht beide in der selben Agglo einen Job finden? Soll eine/r der beiden seine Mobilitätssubvention dann von RAV/ALK erhalten? Oder wollen wir eine inmobile Basis wie eine mobile Elite schaffen? Haben wir nicht mal die Sonnenkönige vertrieben? Antworten
Gehen wir bald arbeiten, damit wir eben noch überleben? Der Arbeitgeber wird ja kaum für die erhöhten Transportkosten aufkommen. Müsste er, würden die Preise entspr steigen. Wie auch immer bremsen wir damit die Konjunktur aus. Und Reisen wird als Luxusgut den höheren Einkommen vorbehalten sein. Sorgt nicht eben der Staat mit Subventionen für soziale Gerechtigkeit? Antworten
Moll, moll, jetzt wissen wirs! Aber der Herr Professor hat ganz vergessen, dass die unnötige Pendlerei aufgrund einer verfehlten Raumplanung stattfindet. Was meint er dazu? - Ich staune immer wieder, wie eindimensional Probleme von Leuten, welche eigentlich eine gute Ausbildung genossen haben, aufs Tapet gebracht werden! Antworten
Das Problem wäre einfach zu lösen, wenn die Arbeitgeber und -nehmer endlich umdenken würden. Die meisten Bürojobs könnte man nämlich problemlos zuhause erledigen. Würden alle "Bürolisten" nur schon einen Tag pro Woche zuhause arbeiten, täte dies den gesamten Pendlerverkehr im zweistelligen Bereich reduzieren. Wenn Pendeln das Problem ist, muss man das Pendeln an sich reduzieren. Antworten
Man sollte sich mal überlegen, wie viele Angestellte eigentlich wirklich zur Arbeit fahren müssen und wie viele ihren Job auch genau so gut per Homeoffice erledigen können. Spart Kosten, CO2-Ausstoß, Zeit und reduziert verstopfte Straßen und S-Bahnen. Aber bei so manchem Arbeitgeber muss da erst mal ein Umdenkprozess starten. Antworten
Keine schlechte Idee. Ich werde dann sicher eine Lohnerhöhung beantragen, so dass meine Kosten gedeckt sind. Wenn das alle so machen, werden einfach die Produkte und Dienstleistungen teurer, so dass am Schluss wieder jeder seinen Teil zahlt. Vielleicht lohnt es sich auch, sich als Arbeitsloser anzumelden. Die Pendlerkosten fallen dann sicher weg. Wer bezahlt die Arbeitslosen? Richtig das Volk Antworten
Bravo! Schon wieder hat der Bundesrat eine Lücke gefunden, dem Bürger noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. Ich pers. finde es schon toll, was für Ideeen da immer wieder auftauchen, NEAT sei dank! Ich pers. finde 2/3 des Benzinpreises + Autosteuer + LSVA + Vignette sollten doch eigentlich zur Finanzierung reichen, oder nicht? Man kann auf der Bank das Konto auch nicht immer überziehen... Antworten
frederic vester, ein wichtiger vertreter des vernetzten denkens, hat vor etwa 25 jahren die kosten für 1 lt benzin hochgerechnet unter berücksichtigung sämtlicher aufwendungen, die der autoverkehr verursacht: das waren damals ca. 5 mark! wieviel euro oder franken sind das heute? ist ja egal. ich zahle gerne das doppelte für ein bahnbillet, wenn die autofahrer einen gerechten benzinpreis bezahlen. Antworten
Absolute Schnapps-Idee. Zudem die Frage, wie soll sowas gerecht umgesetzt und abgerechnet werden? Raubrittertum wie im Mittelalter, wo Zölle für jede Wegstrecke erhoben wurden. Und wie immer wird der am meisten umweltschädliche und emmissionserzeugende Flugverkehr ausgeklammert. Es kommt halt immer auf die Lobby an und da hat die Airline-Industrie die beste. Antworten
Bei solchen Voten sollte man sich wirklich überlegen, ob die Unis auch besser funktionieren würden, wenn man dort ein bisschen Markt einführen würde... Der gute Herr Eichenberger hat - wie so oft - seine Ideen mal wieder nicht zu Ende gedacht. Die Subventionierung des ÖV hat nämlich noch eine ökologische Komponente. Das sollte eigentlich nicht so schwierig zu verstehen sein!!! Antworten
Es gab mal Hans Hürliman Bundesrat von 1973 - 1982, bei seiner Wahl waren Sie Herr Eichenberger gerade mal 12. Der hat verkündet, dass man nicht davon ausgehen kann, dass jeder seine Arbeit vor der Haustür findet und bereit zum Pendeln sein muss. Damals forderte die Politik Mobilität weil es für sie am Einfachsten war. Heute hat man ausser dem Verursacherprinzip nicht mal mehr eine Idee. Antworten
Was passiert wenn die Elektroautos kommen? Diese Fahrzeuge fahren geräuschlos ohne Abgase. Wie will man das Auto-ÖV Umsteigeszenario argumentieren. Wie will man die millionenteuren Verkehrsschikanen rechtfertigen.Wie will man den ÖV ohne Benzinzoll finanzieren.....usw. Ich erwarte keine Antworten von unserem BR Schöngeist in Bern. Antworten
Herr Eichenberger gehört zur gleichen neoliberalen Täterschaft wie SBB-Gigy. Besser wäre, den ÖV für alle kostenlos über die Steuern zu finanzieren. Der Pendelverkehr ist ja nicht ein Ferienanlass, er dient der Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Funktionen Arbeit und Kapital. Mobilität ist nicht in jedem Fall ein Freizeitvergnügen, sondern eine Überlebensfrage. Antworten
Eichenberger hat nicht verstanden, dass die Schweiz ihre Vorteile eben gerade aus der hohen Mobilität zieht. So entsteht eine virtuelles Städtenetz (zumindest Zürich, Bern, Basel und Umland) das im Verbund zumindest annähernd an die notwendige Einwohnerzahl einer modernen produktiven Stadt herankommt. Antworten
Monopolispiel während der Vorlesung. Wie wird der Bürger richtig abgezockt. Sehr geehrter Herr Eichenberger, Ihre zahlentheoretischen Rechnungsmodelle sollten Sie mal mit der Realität abgleichen. Irgendwann lohnt es sich für viele Leute nicht mehr zur Arbeit zu gehen und dann wie in DE Hartz IV beantragen? Geben wir allen Bürgern einen GPS Chip. Wer nicht zuhause ist, der zahlt Wegzoll etc. Antworten
Die Staatsquote wird steigen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Bei allen, wirklich allen Umlagerungen wurden die Steuern zwar analog gesenkt aber die Preise sind angestiegen, wenn nicht sofort dann später, was die Kosten für den Bürger erhöht hat, siehe z.B. Spitäler. Dasselbe würde auch passieren wenn man die Subventionen für die Bauern streichen würde. Allen ginge es schlechter. Antworten
Bislang ging ich davon aus, der Strassenverkehr finanziere sich bei weitem nicht selber (Kantons- und Gemeindestrassen werden über normale kantonale und kommunale Budgets finanziert; externe Kosten - z. B. wegen Lärm und Abgasen werden nicht übernommen). Von daher scheint mir eher, man müsste im Gleichschritt beides (Auto und Bahn) verteuern. Antworten
Am grün-linken Gedankengut scheitert das ganze System. Der Autofahrer zahlt dafür, das Strassen und Parkplätze rückgebaut werden. Also zahlt er dafür, dass es noch mehr im Stau steht. Wenn ich zahle, was ich ja schon mache, will ich auch 1.-Klasse Strassen / Parkplätze. Im Gegensatz dazu wird der ÖV sinnlos gefördert. Wenn es nur die Linken und Grünen nicht gäbe...dann wäre das Leben einfacher. Antworten
Wir leben in einer Gesellschaft, wo niemand mehr für eine der Allgemeinheit zur Verfügung stehende Leistun den echten Preis bezahlen will. Beispiel: Herr Tom Kuhn glaubt, er habe Anrecht auf einen Sitzplatz. Irrtum: Er kauft eine Beforderung von A nach B. Das wäre übrigens eine Idee: Für Sitzplätze mehr bezahlen. Und plötzlich wollen alle stehen. Die Denkansätze des Professors finde ich prima. Antworten
Ach ja, macht das mit der Verursachergerechtigkeit doch bitte auch im Gesundheitswesen. Dann muss der Staat nicht mehr 18% der insgesamt über 55Milliarden mitfinanzieren. Und die Krankenversicherungen könnten dann 100% der Kosten übernehmen statt wie bisher 45%. Antworten
Typisches Geplärr aus dem Elfenbeinturm. Vielleicht sollten wir einmal das Geschwätz solcher Professoren auch einmal nach Aufwand und Wert bezahlen. Dann hätte dieser Herr aber ein Problem. Natürlich gibt es gute Gründe, den Zug zu subventionieren. Stellen sie sich nur vor, alle Leute in den Zügen würden ein Auto kaufen und die Luft auch noch verpesten. Es gäbe sowieso das totale Verkehrsfiasko. Antworten
@ beat buerki: Auch wenn Sie es noch tausendmal wiederholen, es stimmt nicht. Der Privatverkehr deckt nicht nur seine, er subventioniert noch zusätzlich den ÖV. Schon in den ersten diesbezüglichen Studien vor über 20 Jahren durch das Büro Infras (Ledergerber / Mauch) wurden massenhaft externe Kosten aufgerechnet, der externe Nutzen (ÖV, Krankenwagen, Feuerwehr, etc. etc.) ging "vergessen". Antworten
Wenn ich sehe, wieviele Pendler täglich ins Büro fahren, den ganzen Tag am Compi sitzen und ab und wann telefonieren (nicht wertend gemeint, ich gehöre auch dazu), obwohl sie dies alles auch zu Hause tun könnten, sehe ich ein riesiges Einsparpotenzial an Verkehrskapazitäten. Leider ist Homeoffice für viele Arbeitgeber immer noch ein Tabu. Antworten
England hats vorgemacht, dort hat die Privatisierung des ÖV einen beträchtlichen Mehrwert geschaffen. In einigen Jahren wird sogar das Gesundheitswesen davon profitieren können: Dann nämlich, wenn die Bürger mit der Draisine zur Arbeit fahren. Antworten
Wenn das ganze kostenneutral funktioniert, bin ich sofort dafür. Wenn ich 4000 Franken weniger Steuern bezahle dafür 4000 mehr für die Mobilität, sei's nun mit dem Privatfahrzeug oder dem OeV, so kommt das auf dasselbe heraus. Nur weiss ich nachher das mein Geld dorthin fliesst wo ich auch die Mobilitätsleistungen bezogen habe. Weg mit der Zwangssolidarität, her mit den Verursacherprinzip! Antworten
Professor werden ist nicht schwer - dabei nicht arrogant zu werden jedoch sehr! Die Uni, an der Herr Eichenberger doziert - voll subventioniert. Die Infrastruktur, die er zur Arbeit benutzt - voll subventioniert. Das professorale Salär, das er monatlich auf dem Lohnkonto findet - 100% subventioniert. Profilierungsneurosen kann man übrigens (subventioniert!) behandeln lassen... Antworten
Eichenberger hat ganz recht. Die Subvention der Mobilität (wie übrigens viele andere Subventionen auch) setzt falsche Anreize. Wenn wir den Verkehrskollaps abwenden wollen, müssen wir langfristig unser Mobilitätsverhalten verändern: Arbeit, Freizeitaktivitäten und Wohnen müssen wieder näher zusammenrücken. Die Subvention der Mobilität hat in den letzten Jahrzenten genau das Gegenteil gefördert. Antworten
Wirtschaftsprofessor Eichenberger ??? Es ist wohl nicht der ganze ÖV der nicht rentiert, sondern es sind die Nebenstrecken (RHB etc.), welche aber politisch gewollt sind ! Oder milliardenteure unnütze Projekte, wie der Monte Ceneri Basistunnel oder dass die NEAT im Kt. Uri in Tunnels statt im ebenen Gelände geführt werden soll. Antworten
lieber tagi...warum liefert ihr dem herrn eichenberger immer wieder eine plattform für weltfremdes denken? ich nehme an, der herr eichenberger geht meist erst gegen 10h in die uni und verlässt sie spätestens um 15h wieder und merkt somit nicht, dass es einfach zuviele menschen in dem ballungsraum hat. anders kann ich mir seine ideen nicht nachvollziehen. oder er verdient einfach zuviel... Antworten
Jaja, Herr Professor: Es ist natürlich einfach, vom sicheren Sessel im warmen Studierzimmer im Elfenbeinturm ökonomische Wahrheiten zu verkünden. Aber was macht der Familienvater, wenn er in der Nähe seinen Arbeitsplatzes keinen bezahlbaren Wohnraum findet? Die Arbeit aufgeben? Kaum. Mehr Lohn verlangen? Geht nicht (Konkurrenzfähigkeit). Solche Aussagen ex cathedra nerven. Antworten
Verursacherprinzip ist gut und Recht. Dann sollen die Studenten aber Ihre Ausbildung auch selber bezahlen (mittels Kredit). Den Hochschulprofessor Eichenberger ersetzen wir durch einen billigeren aber ebenso guten Ausländer.. Die Uni bezahlt ihre Rechungen aus den Gebühren, die sie von den Studenten verlangen und nicht mehr durch staatliche Subventionen. Antworten
Pendeln ist oft aufgezwungen, z.B. wenn ein Ehepaar an verschiedenen Orten arbeitet oder wenn mich mein Arbeitgeber projektweise in andere Städte schickt. Pendlerzüge sind überfüllt bei schlechtem Rollmaterial (z.B. Basel-Altstetten). Schlechte Leistung und viele Zahler = hoch profitabel. Fahren im leeren Zug müsste demnach teurer werden. Das Prinzip hier ist, die zu melken, die keine Wahl haben. Antworten
Eichen- und Leuenbergers Denkfehler sind: Keine Subvetionen bedeutet Steuersenkung, aber das wird nicht verlangt, ergo haben die Arbeiter Ende Jahr weniger auf der Bank. Das Verursacherprinzip ist eine faule Ausrede! Die Masse muss stehen obwohl für den Sitzplatz bezahlt. Welche Leistungen erbringt der Staat eigentlich, wenn der Bürger alles bezahlt? Steuern für das VBS und ein paar Beamte? Toll! Antworten
Herr Eichenberger spricht von einem verursachergerechten System. Dabei bezahlt der Strassenbenützer heute die externen Kosten nicht, die er verursacht (z.B. Umwelt- und Gesundheitsschäden). Und dann wären da noch die entgangene Wertsteigerung und die Zinsen auf dem Wert des Landes, das verbraucht wird... zeigt mal eine Vollkostenrechnung pro Personenkilometer die alles berücksichtigt! Antworten
Sofort einverstanden. Dann fliessen aber auch keine Steuergelder mehr in den Strassenunterhalt, auch die Polzei für den Strassenverkehr wird nicht mehr über Steuern finanziert. Alles nur noch direkt vom Autofahrer bezahlt. Zudem: Privatisierung der Strassen, dass heisst Verkauf von Grund und Boden an Private, die dann pro gefahrenen Kilometer wieder einkassieren dürfen. Freier Markt? Gerne. Antworten
Dann kann sich ja keiner mehr ein GA / Halbtag oder normales Ticket leisten! Fürs GA gehen bei mir jetzt schon 2.5 Monatslöhne drauf, gehts eigentlich noch?! Dass ein Zug in einer abgelegenen Gegend mit 3 Passagieren die verursachten kosten nicht deckt, kann ich verstehen. Aber ich bezweifle, dass bei einer vollgestopften S-Bahn die kosten nicht gedeckt werden. Antworten
Irgendwie ist die Idee Bestechend! Ich habe mich schon immer gefragt, warum fahren die Leute auf Zürich zum arbeiten und von Zürich wieder Leute auf Basel! Weil es viel zu bilig ist! Ich denke das die Leute in der Aglomaration in der sie wohnen auch arbeiten sollten. Antworten
Habe immer gedacht, grosse Nachfrage = kleiner Preis, kleine Nachfrage = grosser Preis. Nur scheint dies bei den HSG Studierten nicht angekommen zu sein. Anstatt zu investieren, z.B. in Doppelstockwagen, somit könnten noch mehr Leute Transportiert werden, wird der Preis angehoben und trotzdem sind die Züge hoffnungslos überfüllt. Diese Logik kann wohl nur ein Wrtschaftswissenschafter verstehen. Antworten
Wieder einmal eine saubere und klare Analyse von Eichenberger. Es stimmt einfach was er sagt. Das Problem ist nur: auch er wohnt in Zürich und unterrichtet in Fribourg.... Aber wie heisst es doch: der Wegweiser muss den Weg ja nicht selber gehen. Antworten
Interessanter Ansatz. Nur befürchte ich, dass genau der letzte Satz des Interviews zutrifft. Würde die Finanzierung so umgesetzt wie oben beschrieben,wäre ich sofort dafür. Wird aber wahrscheinlich den Grünen nicht passen Ich denke es bleibt ein Wunschtraum. Manchmal gibts auch keine Wahl, nämlich dann wenn mein Arbeitgeber nach Bern umzieht.,Jobs gibts heutzutage nicht mehr so einfach um die Ecke Antworten
Der Abbau der Subventionen soll zu Steuersenkungen für das Volk führen? Für die, die gut verdienen, ja. Die Wenigverdiener profitieren davon wenig. Dafür zahlen sie die höheren Bahnpreise, denn ein Auto liegt für sie nicht drin. Wieder einmal verlieren sie an beiden Enden. Antworten
Dieser Herr Eichenberger fällt mir schon seit längerem durch wirklich unqualifizierte, eines Professoren unwürdige Thesen auf. In der Arena wurde er auch schon ausgebuht. Was wäre die Folgen eines massiv verteurten öffentlichen Verkehrs? Die Leute würden nicht etwa umziehen, sondern sie würden auf das Auto ausweichen, was zu massiv mehr Stau führen würde! Vor allem die Unterschicht wäre betr Antworten
Die Frage wäre nun einfach, was sind verursachergerechte Preise? Wieviel machen die Subventionen heute aus. Das es unrealistisch ist das alle Leute dorthin ziehen wo sie arbeiten wissen wohl die meisten. Zudem, wer kann sich den Arbeitsweg noch leisten wenn er wenig verdient und dann 15% des Einkommens für den Weg zur Arbeit aufwenden muss. Subventionen weg OK aber dann auch die Steuern senken. Antworten
Jede/-r, der die Frechheit hat zu arbeiten, ist selbst schuld! Um die Ecke hat es sicher einen Job, der mit Frs. 12.- oder etwas weniger pro Stunde entschädigt wird. - Ich denke es ist genau umgekehrt, denn sogar das RAV findet einen Arbeitsweg von 2 Stunden pro Tag absolut zumutbar, weil "heute erwartet werden kann, dass man auch ausserhalb seines Wohnortes und -region sich um Arbeit bemüht". Antworten
Das System ist schlichtweg falsch. So werden Pendler von den Steuern richtig belohnt in dem diese ihre Fahrtkosten gnadenlos abziehen können und zudem noch noch pauschalen für Verpflegung mitverrechnen dürfen. Dabei kommen vorallem Autofahrer auf ganz happige Steuerfreibeträge. Kehren Sie dieses Verhalten um dann ergibt sich bereits eine erhebliche und korrekte Mehrbelastung der Pendler. Antworten
ohhhh, verursachergerecht. dann müssen wir aber schnell mal eine rechnung machen. wenn die autos bezahlen müssten, was sie verursachen, wären wir aber bei ganz anderen spritpreisen. strasse, lärm, co2, umweltverschutzung, etc. die strasse ist auch massiv subventioniert. und man stelle sich vor, alle die in zh arbeiten, müssen auch dort wohnen. bei der wohnungsnot!!! Antworten
Dies ist nur ein weiteres Beispiel wie der arbeitende Mittelstand geschröpft wird. Ich würde gerne wissen, wieso der Verkehr gemäss Eichenberger "zunehmend teurer" wird. Ist dies ein Naturphänomen? Die Pseudo-Erklärung hören wir überall. Im Gesundheitswesen, beim TV generell bei allen Dienstleistungen. Der Mittelstand (=die grosse Mehrheit) muss sich endlich demokratisch zur Wehr setzen! Antworten
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Gesetzt den Fall, Geld spielt für Sie eine untergeordnete Rolle. Würden Sie in Andermatt eine Ferienwohnung kaufen?



Ursula Künsch
Kurzstrecken sind zu teuer,Langstrecken zu billig. Preispolitik ändern! Nur ein Vulkan schafft das ,was kein Politiker auf der Welt schafft. Antworten