Die Pfadi ist auf dem Weg zurück
Von Maurice Thiriet. Aktualisiert am 08.12.2009 8 Kommentare
Die grösste Jugendbewegung der Schweiz hat an Popularität einiges eingebüsst. Diesen Schluss legen jedenfalls die Mitgliederzahlen der Pfadibewegung Schweiz (PBS) nahe, die innert weniger Jahre über ein Viertel ihrer Mitglieder verloren hat. Zählte die PBS 1993 noch über 60'000 Mitglieder, waren es Anfang 2008 nicht einmal mehr 44'000. Dank massiver Medienpräsenz während des Bundeslagers Contura im letzten Jahr ist der Mitgliederschwund vorerst gestoppt. Dieses Jahr haben sich rund 1000 junge Leute mehr der Pfadibewegung angeschlossen als ausgetreten sind. Diesen «Contura-Effekt» wollen die Kommunikationsverantwortlichen des PBS nun nutzen, um den langjährigen Abwärtstrend endgültig zu stoppen.
Am 22. Februar 2010 lanciert die PBS unter dem Slogan «Pfadi macht mehr» eine breit angelegte Imagekampagne, die die Pfadi und ihr ehrenamtliches Engagement zum Wohl der Gesellschaft während dreier Jahre ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken soll. Die PBS zählt dabei auf die immer noch beträchtliche Masse ihrer Mitglieder, die ihre Tätigkeiten zum Wohl der Gesellschaft öffentlichkeitswirksam vorstellen sollen. Zusätzlich erhalten sämtliche Pfadi-Abteilungen Werbepakete mit Aktivitätsideen, Informationen für Eltern und Lehrer und Anleitungen zur Medienarbeit.
1000 gute Taten in 3 Tagen
Höhepunkt der Kampagne bildet die «Aktion 72 Stunden» im September 2010: Unter der Koordination der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Jugendverbände (SAJV) wollen die Pfadi in einer nationalen Aktion mit rund 30'000 Kindern und Jugendlichen in nur 3 Tagen 1000 gemeinnützige Projekte umsetzen. «Wir wollen kein künstliches Wohlfühl-Image kreieren, sondern auf den Werten, die die Öffentlichkeit schon mit Pfadi assoziiert, aufbauen», sagt Roger Basler, Kommunikationsleiter der PBS.
Eine bei der Marktforschung GfK in Auftrag gegebene Studie ergab, dass der Begriff Pfadi mit einem respektvollen Umgang mit der Umwelt, einer Lebensschule und einer Jugendorganisation in Verbindung gebracht wird, die für Jugendliche jeglicher sozialer Herkunft offen ist. Doch nur sechs Prozent der Befragten verbanden Pfadi spontan noch mit den althergebrachten Pfaditugenden «Hilfsbereitschaft» oder «Jeden Tag eine gute Tat». Und 10 der 500 Befragten brachten die Pfadi gar mit vergessenen Bombenattrappen und damit versehentlich ausgelösten Bombenalarmen in Verbindung, die gelegentlich schlechte Schlagzeilen machen. «Mit der Kampagne ‹Pfadi macht mehr› wollen wir die Pfadi vermehrt als einen wichtigen Träger der Gesellschaft positionieren», sagt Basler, der sich gute Chancen ausrechnet, auch im nächsten Jahr steigende Mitgliederzahlen zu verzeichnen. «Der Trend geht weg vom Individualismus, zurück zur Natur und zum gemeinschaftlichen Erlebnis», sagt Basler. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 08.12.2009, 04:00 Uhr
Kommentar schreiben
8 Kommentare
Bin 78,habe als Leiter von der Gruppe bis zum Korpsroverleiter Zürcher Unterland viele Stationen durchlaufen, beste Lebensschulung,pflege seit 50 jahren jährlich ca 8 mal freundschaftliche Kontakte mit meiner ehemaligen Roverrotte, jetzt alle zwischen 70 und 80 und jeder hat in Wirtschaft und Politik verantwortungsvolle Aufgaben erfüllt, dank den ethischen Grundlagen der Pfadfindrei. Antworten






