Die Qual der Wahl: Für welche Züge entscheiden sich die SBB?

Die SBB wollen 59 neue Doppelstockzüge für den Fernverkehr kaufen. Wer auf mehr Platz hofft, wird jedoch enttäuscht werden. Der Raum in den Wagen ist schon maximal ausgereizt.

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Eng, unbequem, wenig Privatsphäre: Nicht alle Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnetz sind mit den IC-Doppelstockwagen zufrieden, die heute auf dem SBB-Netz unterwegs sind. Sie hoffen, dass die neuen Kompositionen mehr Sitzkomfort bieten: Bis 2013 will die SBB für 2,1 Milliarden Franken 59 neue Interregio- und Intercity-Doppelstöcker anschaffen. Ein Leser schlägt vor, die Sitzreihen so einzubauen, dass man sie in Fahrtrichtung drehen könne. «Das würde mehr Privatsphäre schaffen in den vollen Zügen». Ein anderer wünscht sich höhere Fahrgasträume – er ist über 1,80 Meter gross.

Platzproblem

Doch auch die neuen Züge werden nicht viel mehr Platz bieten als die alten. «Es ist nicht möglich, die Wagen höher oder breiter zu bauen. Der Raum wird bei Doppelstockzügen voll ausgenutzt durch die Sitzplätze, die Antriebsausrüstung und die elektrischen Apparate», sagt Walter von Andrian, Bahnexperte und Chefredaktor der Fachzeitschrift «Schweizer Eisenbahn-Revue».

In Europa gibt es mehrere Firmen, die Züge bauen – darunter auch die Ostschweizer Stadler Rail, die kürzlich die Ausschreibung für 60 Doppelstöcker für die Zürcher S-Bahn für sich entschied. Zu den führenden Bahnbauern gehören auch die kanadische Bombardier, die französische Alstom und die deutsche Siemens. Zu den weniger bekannten Anbietern gehören die italienische Firema und Ansaldobreda sowie die tschechische Skoda. Laut von Andrian dürften Bombardier, Stadler, Siemens und Alstom die besten Chancen haben. Möglich sei auch, dass sich diese Firmen im hart umkämpften Bahnmarkt zu Konsortien zusammenschliessen und gemeinsame Offerten einreichen.

Keine Züge ab Stange

Ab Stange können die SBB die Züge jedoch nicht kaufen. «Anders als auf dem Automarkt gibt es bei den Zügen keine Standardmodelle. Jede Bestellung wird individuell auf die Bedürfnisse des Bestellers angepasst», sagt von Andrian. Davon zeugt die vierseitige Ausschreibung in kleinster Schrift, die jedes Detail festhält. So sollen die Züge in Kurven schneller als herkömmliche Züge fahren, schnell beschleunigen und bremsen, und bis zu 200 Kilometer pro Stunde erreichen. Zudem müssen die IC-Züge über ein Restaurant verfügen und für den Einsatz in Österreich und Deutschland nachrüstbar sein. (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)

Erstellt: 21.04.2009, 14:58 Uhr

26 KOMMENTARE

Peter Beer

22.04.2009, 16:05 Uhr

Ich weiss nicht, warum da wieder am Platz in den Doppelstockzügen der SBB herumgenörgelt wird. Ich bin 1,92 m gross und sitze in der 2. Klasse dieser Züge absolut bequem. Im Eisenbahnzug braucht es keine riesige Allmend, sondern Platz, um von A nach B zu gelangen.


Lars Luginbühl

22.04.2009, 02:06 Uhr

@ Robert Groeli: damit keine zusätzlichen Missverständnisse entstehen, die neuen Doppelstöcker sollen jene der letzten Generation ergänzen, nicht ersetzen. Die erfreulicherweise steigende Nachfrage nach öV macht das nötig. @ Giovanni Bernasconi: ohne Doppelstock geht's nicht! Schauen sie sich die langen einstöckigen Züge z.B in Zürich mal an: Sektor A und B voll, C und D leerer und leerer...


Bernd Bund

21.04.2009, 21:29 Uhr

Wenn ich mit der SBB fahre, stelle ich fest, dass die Züge meistens voll sind. Also müssen es Doppelstöcker sein, um die Menschenmassen transportiert zu bekommen. Die SBB und Zugkonstrukteure haben sicher das maximal-mögliche getan, um den vorhandenen Platz auszunutzen. Fahre mit meinen 2 m gern Doppelstöcker, auch wenn ich nur im Treppenabgang aufrecht stehen kann.


Benno Fässler

21.04.2009, 20:11 Uhr

Die Doppelstöcker der SBB und des ZVV benutze ich täglich. Klar, die Toiletten der SBB sind sehr eng, die der neuen Siemens Garnituren riesengross. Klar, sitzt man oft nebeneinander oder o Schreck gegenüber. Ich freue mich auf die neuen SBB DOSTOS! Falls jemand Privatsphäre sucht, die Securitrans kann solche speziellen Züge anbieten, inkl. Einzelkabinen, allerdings ohne Fenster.


Giovanni Bernasconi

21.04.2009, 18:32 Uhr

Abstand nehmen von den Doppelstock-Zuegen! Zuege bis zu 16 Wagen verlaengerns (Perron-Laenge) und nneren Komfort endlich vergroessern. Die CH-Tarifen sind ja auch die teuersten der Welt! .... und noch etwas: wie steht es mit der Penale fuer verspaetete Lieferungen [siehe Pendoloini der 2. Generation?] Bitte oeffentlich bekanntgeben!


Roman Racine

21.04.2009, 18:13 Uhr

Die ständige Nörgelei über alles geht mir auf die Nerven. Das Testtram ist zu gelb, die Verkleidungen zu bullig, der Gelenkbalg stinkt, die Sitze sind zu hart, es sitzen - oh Wunder - andere Leute im Tram und Zug, die Farben sind unpassend etc. blablabla.


Robert Groeli

21.04.2009, 18:05 Uhr

Die bewährten Doppelstockzüge: Jeder Passagier ist im Schweizer Fernverkehr schon damit gefahren. Diese Flotte wurde für die Bahn 2000 angeschafft. Warum muessen diese ersetzt werden? Punkto Funktionalitaet, Design, Licht sind diese eleganten Prachtzuege kaum zu ueberbieten! Ennet den Schweizergrenzen fahren Zuege aus dem letzten Jahrhundert und die Leute dort sind froh, dass ein Zug faehrt!


Peter Broger

21.04.2009, 17:20 Uhr

Da haben die Grossen richtig recht. Das wurde auch schon von der NZZ bei der Inbetriebnahme der IC Doppelstöcker kritisiert. Der Raum, dass zeigt sich bei den Alstom Zügen, kann ganz klar in der Höhe gestallted werden. Leider warewn die Doppelstöcker von der Inneneinrichtung ein ziemliche Katastrophe, aber man gewöhnt sich an alles, auch die miese 1. Klasse.


beat luescher

21.04.2009, 17:15 Uhr

Die Privatsphäre ist noch schlechter, man für den Fensterplatz immer die Gangperson zum Aufstehen bewegen muss. Auch in Sachen Belästigung, ist die 4er Stuhlung besser, da sie auch für andere Einblick bietet. Und für mich, der ich gerne aus dem Fenster schaue, ist die 4er Stuhlung ebenfalls viel angenehmer, da man noch etwas Bewegungsfreiheit hat und auch vom Gangsitz am Nachbar vorbei sehen kann.


Adrian Frey

21.04.2009, 17:13 Uhr

@ Matthias Karl; Wie in Gottes Namen soll es in einem ÖFFENTLICHEN Verkehrsmittel eine PRIVATSPHÄRE geben können. Man schaue sich die beiden Wörter ÖFFENTLICH und PRIVAT doch einfach einmal ganz genau an, halte den Kopf eventuell etwas schräge und überlege dann, was sie heissen und bedeuten könnten... Amen.


Marco Bernasconi

21.04.2009, 17:08 Uhr

fährt alle mal spontan mit der "Cisalpino AG" - oder was davon übrig ist - nach Milano - da könnt ihr an eigenem Leibe erfahren was "echter" Bahnkomfort ist.. das ist wirklich unter "ferner liefen". Danach seid Ihr mit den CH-Inland-Zügen wieder zufrieden.. ist sogar wohltuend in Brig umzusteigen..


Christoph Mischler

21.04.2009, 16:58 Uhr

Da wird von den GROSSEN Herren aber auf hohem Niveau gejammert. Ich fahre sehr gerne in den Doppelstock-Zügen und bin 1.93. Warscheinlich fahren diese Herren privat einen Sportwagen, in welchem sie sich reinzwängen müssen. Das ist aber eben dann halt sportlich. Wegen der Privatsphäre: Da gibt es noch die 1.Klasse.


käser kaspar

21.04.2009, 16:45 Uhr

bin 195 cm gross, finde das schweizer öv etwas vom besten das es gibt, habe ein ga, fahre fast nur noch sbb und lass das auto zu hause. kompliment an die sbb - allen recht machen kann man es ja sowieso nie - uebrigens ist die sbb 2. kl gerade luxus punkt raum - im vergleich zu economy im flugzeug...


Matthias Karl

21.04.2009, 16:25 Uhr

@ E. Notter: Nein, auch in der 1. Klasse gibt es wenig bis gar keine Privatsphäre. Das Platzangebot ist zwar grösser, aber wenn ich mit einem Kollegen etwas geschäftliches Diskutieren will, hört auch hier der halbe Wagon mit. Gleiches wenn ich unterwegs telefonieren möchte, oder mir jeder über die Schulte auf den Bildschirm sieht.


Mark La Rocca

21.04.2009, 16:24 Uhr

Der Platz ist in den Doppelstöckern naturgemäss beschränkt, aber beim Sitzkomfort gäbe es noch viel Spielraum nach oben. Wenn man in Basel von einem deutschen ICE in einen Doppelstockzug der SBB umsteigt, dann könnte man glauben, man hätte einen Regionalzug oder die S-Bahn erwischt...


Walter Kunz

21.04.2009, 16:19 Uhr

Eine positive Ankündigung aus dem Hause SBB. Wenn zur Planung und Ausstattung im SBB Weißbuch auch Anregungen und Wünsche der Reisenden miteinbezogen werden, kann dem Kunden bei der Inbetriebnahme und zur Benutzung, gutes, zweckmäßiges Rollmaterial angeboten werden. Stammt das Produkt zudem noch aus dem eigenen Land um so erfreulicher. Es soll erneut ein gutes Swiss Markenzeichen sein.


andi frei

21.04.2009, 16:14 Uhr

...zu eng, zuwenig komfort, überfüllt - deshalb fahre ich auto. eigene musik, offenes fenster, darf rauchen, sauberer innenraum und die infrastruktur ist erst noch aus eigenen mitteln zu 100% bezahlt.


ernst notter

21.04.2009, 16:07 Uhr

läck herr schweizer, superlösungsansatz! sofort die sbb anrufen und durchgeben: längere züge, takt erhöhen. die werden froh sein, über diesen bahbrechenden ansatz. würkli! mal ihm ernst, jeder der über den öv in der schweiz motzt, ist ein verwöhntes luxuskind.. und mwhr privatsphäre und platz gibts ja. in der 1. klasse...


John tinic

21.04.2009, 16:01 Uhr

@peter Staffeler: Ja ich bin auch 1.87 gross. Alle SBB Züge wurden von Zwergen entworfen und von Pygmäen getestet. Jemand von unserer Grösse hat da sicher nicht sein OK gegeben. Dabei werden die Menschem immer grösser, dachte ich.


Simon Schmid

21.04.2009, 16:01 Uhr

Mir würde gefallen, wenn eine Schweizer Firma die Züge herstellt. Dann hat auch unsere Wirtschaft und unser Fiskus was davon. Da bin ich ganz patriotisch.


Rheinhold Birgmann

21.04.2009, 15:59 Uhr

@Schweizer: längere Züge sind unmöglich. Zum einen sind die Perrons an den Bahnhöfen nicht beliebig zu verlängern, zum anderen nutzen die Fahrgäste die Zuglänge im allgemeinen gar nicht voll aus und stellen sich alle in der Nähe der Treppen auf. Deswegen sind die meisten Züge in der Mitte brechend voll und an den Enden schlicht leer. (Ausnahme Pendlerzüge)


Sandro Mollet

21.04.2009, 15:57 Uhr

@ Armin B Schweizer: Die Züge verlängern wird schwierig, wenn sie bereits jetzt so lange wie die Perrons sind. Und auf bereits ausgelasteten Strecken lässt sich der Takt kaum mehr erhöhen. Ergo müsste man die Bahnhöfe und v.a. das Streckennetz massiv ausbauen, viel Spass beim Geld auftreiben...


Peter Staffeler

21.04.2009, 15:40 Uhr

1.85 und Du findest es okay? Ich bin 1.87 und es ist jedes mal eine Tortour, wenn ich in den S-Bahn Zügen sitzen muss. Wenn ich gerade da sitze, drückt mir die Kopfstütze quasi in den Rücken und zwingt mich fast, gebeugt nach vorne dazusitzen. Das ist echt eine Katastrophe!!


Armin B Schweizer

21.04.2009, 15:34 Uhr

Nicht nur die stehenden, sondern auch die farhenden Karnickelstaelle muessen immer enger und artungerechter werden! Doppelstockzuege (Treppenakrobatik, zu enge Sitze (sogar auf dem WC) und Abstaende, Gepaeck ausser Sicht dem Diebstahl preisgegeben, Minibar bedient nur oberen "Stock" usw. pp) sollten schlicht verboten werden, und dafuer die Zuege verlaengert und wenn noetig der Takt erhoeht werden.


Thibault Schmidt

21.04.2009, 15:31 Uhr

Mit 1.85m grösse und bedarf auf viel Beinfreiheit hatte ich im Doppelstöcker kaum Probleme. Ich brauche den Zug täglich und hab nur gute Erfahrungen mit dem jetzigen Doppelstöcker-Zug gemacht. Im Gegensatz zu dem „Lötschberger“ der BLS oder anderen Zügen ist er auch immer zuverlässig.


Fabrizio Crameri

21.04.2009, 15:25 Uhr

Mehr Platz mehr Komfort. Wer bereits in anderen Länder mit IC's gefahren ist, weiss ganz genau, dass die Züge in der Schweiz Luxus sind.



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