«Die SBB nehmen die Gefahr der Verwahrlosung in Kauf»
Aktualisiert am 04.12.2011 110 Kommentare
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Die SBB brechen ein Tabu. Auf den Fahrplanwechsel vom 11. Dezember wandeln sie die Interregios Bern–Biel und Bern–Burgdorf–Olten zu Regio-Express-Zügen um und streichen die Kondukteure.
SBB-Sprecher Christian Ginsig bestätigt die Recherchen der Zeitung «Der Sonntag»: «Es gelten ab diesem Zeitpunkt die Regeln des Regionalverkehrs. Der Billettverkauf wie auch das Lösen von Klassenwechseln im fahrenden Zug sind nicht mehr möglich.» Wie in den S-Bahnen finden Billettkontrollen nur noch stichprobenmässig statt.
Im Dezember 2012 streichen die SBB auch auf den Linien Genf-Vevey, Genf-Romont und Zürich-Schaffhausen die Zugbegleiter, im Dezember 2013 folgt die Linie Wil-St. Gallen-Chur und voraussichtlich im Dezember 2014 die Linie Zürich-Brugg-Basel. Die Abschaffung der Kondukteure erfolgt gleichzeitig mit der Einführung der neuen Regio-Doppelstockzüge von Stadler Rail. Diese sind mit Videokameras und automatischen Lautsprecher-Durchsagen ausgerüstet.
«Gefahr von Verwahrlosung»
Die SBB begründen den Abbau mit den steigenden Kosten. Weil sie neu in allen Intercity- und Interregio-Zügen zwei Kondukteure einsetzen, steigt die Gesamtzahl der Kondukteure gleichwohl um 125. Scharfe Kritik am Wegfall der Kondukteure in den sieben betroffenen Linien äussert der Zugpersonalverband. «Es ist problematisch, wenn man Fernverkehrszüge ohne Personal fahren lässt», sagt Zentralpräsident Andreas Menet.
«Die SBB nehmen die Gefahr der Verwahrlosung dieser Züge in Kauf. Niemand schaut mehr für Ordnung und Sauberkeit, das Sicherheitsempfinden der Kunden nimmt ab.» (mrs)
Erstellt: 04.12.2011, 09:22 Uhr
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110 Kommentare
Durch jeden Zugbegleiter, dessen Stelle eingespart wird, können sich A. Meyer und dessen neoliberales Geschaftsführungs-Clübli ihre Boni, Löhne und goldenen Fallschirme erhöhen.
So war auch der Auftrag des bürgerlichen Parlaments, als es 1999 die SBB in eine AG umwandelte, welche 'nach unternehmerischen Gesichtspunkten' zu führen ist. Da sind halt die Bedürfnisse des Kunden vergessen gegangen...
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