«Die SP wird noch schlechter abschneiden als 2007»
Von Claudia Blumer. Aktualisiert am 03.01.2011 90 Kommentare
Er schätzt die Prognosen für die SP als zu optimistisch ein: Politologe Daniel Kübler.
Artikel zum Thema
Stichworte
Schlechte Aussichten für die Sozialdemokraten: Sie verlieren in den kommenden Monaten zwei Prozent Wähleranteil und erreichen bei den Wahlen im Herbst 19 Prozent. Soviel wie bei den Wahlen 2007, als die SP in einem historischen Tief landete. Dies zeigen Resultate des am Sonntag veröffentlichten Wahlbarometers des Meinungsforschungsinstituts Isopublic im Auftrag der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche.
Für Daniel Kübler, Professor für Politologie an der Universität Zürich, ist diese Einschätzung gar «zu optimistisch», wie er zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagt. «Dass die SP ihr Resultat von 2007 erreicht, glaube ich nicht. Sie wird noch schlechter abschneiden als damals. Ich schätze, dass die SP weniger als 19 Prozent Wählerstimmen erhält.»
Politische Heimat in der Mitte
Die tiefe Popularität habe auch mit dem im Oktober verabschiedeten und heftig umstrittenen Parteiprogramm zu tun, schätzt Kübler. «Aber nicht nur. Das Parteiprogramm ist ja nur das Resultat einer länger andauernden linkeren Positionierung, die sich zum Beispiel schon mit der Wahl von Christian Levrat manifestiert hat.» Die linkere Positionierung koste die SP Wählerstimmen, sagt Kübler. Die zersplitterte Mitte gebe vielen vergraulten SP-Wählern eine politische Heimat. Zudem spiele das grosse Mobilisierungspotenzial der kommenden Wahlen eher der politischen Rechten in die Hände. «Je mehr Leute wählen gehen, desto eher profitiert die SVP.»
Mitgliederzuwachs statt Popularität
Die Geschäftsleitung der SP beurteilt die negativen Prognosen weniger dramatisch, auch wenn die sinkenden Umfragewerte eine Reaktion auf das neue Parteiprogramm sein könnten, wie Generalsekretär Thomas Christen sagt. «Das Parteiprogramm hat intern stark mobilisiert, wir verzeichnen seit Ende Oktober einen Mitgliederzuwachs.»
«In der Öffentlichkeit wurden aber offenbar die Diskussionen über die Visionen und Grundwerte tatsächlich weniger gut aufgenommen», sagt Christen. Daher gelte es jetzt, die Diskussion wieder auf konkrete Projekte zu lenken. «Wir nehmen die neuste Umfrage als Ansporn für die kommenden Monate, in denen wir mit Forderungen und Initiativen unsere Ziele verfolgen.»
«Von der Bevölkerung schlecht verstanden»
Im Übrigen geniesse er die Umfrage mit Vorsicht, sagt Christen. «Es ist nur eine Momentaufnahme.» Dem pflichtet Parteipräsident Christian Levrat bei. Die Umfrage sei in einer für die SP schwierigen Zeit gemacht worden, nämlich kurz nach der Ausschaffungsinitiative, sagte er der «Sonntagszeitung».
Die Diskussion um das Parteiprogramm sei sehr theoretisch gewesen und von der Bevölkerung schlecht verstanden worden, sagt Levrat. Er sei deshalb froh, eine neue Phase des Wahlkampfs eröffnen zu können. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.01.2011, 14:05 Uhr
Kommentar schreiben
90 Kommentare
@peter pfrunder 09:17 Uhr, ich bin gerne sozial gegenüber schwächere und es macht mir nichts dafür mehr zu bezahlen. Ich mag aber nicht für eine solche Armee, teurere Telefongebühren, Medis, Kabelfernseh, Esswaren, Autos usw. zu bezahlen. All dies haben wir den bürgerlichen zu verdanken. Wäre dies alles nicht würden sicher mehr Leute sozialer denken. Hopp Cedric!! Antworten
Dass der Komentar von Peter Ammon, SVP freundlich ist, verstehe ich. Jeder der nach der Mehrheit "schwatzt" verteht die Geschichte nicht. Wenn die SVP 30 % erhält, dann schäme ich mich für die SCHWEIZ. Ab diesem Zeitpunkt wird unsere Freie Meinungsbildung und,mit allen ihren Erungenschaften, Toleranz, etc. verschwinden,- - - wie die Ratten "vom Rattenfänger von Hammeln". Antworten






