«Die Schweiz verdankt Nicolas Hayek viel»

Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft würdigen das Leben und Schaffen des verstorbenen Swatch-Gründers.

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In einer ersten Reaktion hat sich Bundespräsidentin Doris Leuthard zum Tod Nicolas Hayeks geäussert: Mit seinem engagierten Wirken und mutigen Auftreten für das Unternehmertum und den Standort Schweiz habe Hayek während Jahrzehnten grosse und wichtige Impulse gegeben. Die Schweiz verdanke ihm viel.

Jean-Claude Rennwald, Vizepräsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) und in der Unia-Direktion verantwortlich für die Uhrenindustrie, bezeichnete den Tod Hayeks als grossen Verlust für die Uhrenwelt. Hayek habe aber nichts dem Zufall überlassen und sein Unternehmen solide für die Zukunft aufgestellt.

Standhaft in der Krise

Der Gewerkschafter betonte, dass Hayek stolz auf den Werkplatz Schweiz gewesen sei und immer an dessen Zukunft geglaubt habe, auch als andere dies nicht mehr machten. Als Unternehmer sei er mit etwas Paternalismus offen für die Ansprüche der Arbeitnehmenden gewesen.

Hayek habe ein gut diversifiziertes Unternehmen geschaffen, das gegenüber Konjunkturschwankungen resistent sei. Während in der gesamten Uhrenindustrie im vergangenen Jahr rund 4200 Stellen verloren gingen, habe Swatch kaum Arbeitsplätze abgebaut, so Rennwald.

Eine grosse Lücke

Mit dem Tod Hayeks verschwinde eine aussergewöhnliche Persönlichkeit, sagte der Präsident des Verbandes der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH), Daniel Pasche. Der Swatch- Präsident sei auf allen Ebenen ein Visonär gewesen. Sein Tod sei überraschend und ein richtiger Schock, da Hayek in der Uhrenwelt bis zuletzt sehr aktiv gewesen sei.

Der Tod Hayeks hinterlasse eine grosse Lücke in der Schweizer Uhrenindustrie, sagte auch der Chef der Uhrenfirma Hublot, Jean- Claude Biver, gegenüber dem Westschweizer Radio RSR. Die Schweiz verliere einen aussergewöhnlichen und visionären Unternehmer.

Der erste und einzige Ehrenbürger Biels

Die Stadt Biel, der Jura-Bogen und die ganze Schweiz haben dem am Montag verstorbenen Swatch-Gründer Nicolas Hayek enorm viel zu verdanken, wie Stadtpräsident Hans Stöckli erklärte. Der Tod Hayeks hinterlasse eine grosse Lücke.

«Ich dachte nicht, dass Nicolas Hayek einmal sterben würde, er war so aktiv», sagte Stöckli auf Anfage. Hayek werde der erste und einzige Ehrenbürger Biels bleiben, ehrte Stöckli das Andenken des Verstorbenen.

Vor 30 Jahren wollten die Behörden das Omega-Gebäude in Biel an Japan verkaufen. Hayek habe die Schweizer Uhren-Industrie gerettet. «Er war Tag und Nacht erreichbar», erinnerte sich Stöckli und attestierte Hayek aussergewöhnliche analytische Fähigkeiten. Über die Zukunft der Swatch Group macht sich der Stadtpräsident von Biel aber keine Sorgen. (jak/sda)

Erstellt: 28.06.2010, 21:19 Uhr

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