Die fragwürdigen Methoden der Delta-«Brüder»

Interne Korrespondenz lässt den privaten Sicherheitsdienst Delta in einem schlechten Licht erscheinen. Und ein Video auf Youtube zeigt, wie brutal die Sicherheitskräfte bei ihren Einsätzen in Fussballstadien vorgehen.

Greifen gegen Randalierer durch: Delta-Mitarbeiter im Zürcher Letzigrund.(Video: Youtube)


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Die Randale von Fans des FC Basel im Zürcher Letzigrund am 11. Mai sorgten schweizweit für Empörung. Mittendrin: die privaten Sicherheitskräfte der Delta Security. Ein Video auf der Internetplattform Youtube rückte einige Delta-Mitarbeiter in ein schlechtes Licht. Es zeigt, wie sie auf Basel-Anhänger einschlagen, noch bevor die Situation eskaliert.

Die Delta Security steht nicht zum ersten Mal negativ im Fokus. Am 1. Mai 2009 verprügelten einige von ihnen an der Zürcher Langstrasse einen Linken – zusammen mit Zürcher Hooligans. Und letzten März schlugen Delta-Männer vor einem Spiel des FC Basel in St. Gallen auf Basel-Fans ein. Ein Mitarbeiter, der damit auf Facebook prahlte, wurde entlassen. Seit einiger Zeit sollen zwischen Delta-Angestellten, die etwa in Zürich, in Sion und in St. Gallen zum Einsatz kommen, und Fangruppen verschiedener Vereine Konflikte schwelen.

«Viele, schöne Schlachten»

Eine interne Korrespondenz von Delta-Mitarbeitenden lässt es als höchst fraglich erscheinen, ob die Männer der Einheit Delta AT, die in Stadien zum Einsatz kommt, geeignet sind, mit einem deeskalierenden Vorgehen für Sicherheit zu sorgen. Eher zeichnet er das Bild von einer verschworenen Einheit von «Brüdern», die sich als Kampfelite verstehen.

Die Mitglieder der Einheit Delta AT, die auf die Euro 08 hin gegründet wurde, nennen sich intern Team Nero. Ihr Kampfspruch, den sie auch auf T-Shirts drucken liessen, lautet «Trouble is our business». Das T-Shirt dürfen nur jene «Neros» tragen, die «schon einmal in einer brenzligen Situation gewesen sind». In einem Mail schreibt ein Mitglied an seine «Testo-Brüder», die Truppe benötige neues Material, «sodass wir auf die neue Saison hin vorbereitet sind auf viele, schöne Schlachten».

Und weiter: «Ich wäre noch für eine Reizstoffflasche, wo man am Rücken trägt und pumpen kann, wär doch cool . . .» Ein anderer Nero hofft, beim kommenden Spiel «wieder mal so viele Jungs aus unserer Truppe wie möglich zu sehen und mit ihnen einen möglichen Kampf zu bestreiten». Er unterzeichnet sein Mail mit «GruSS, euer Bruder» - offensichtlich eine Anlehnung an die Waffen-SS im Nationalsozialismus.

«Etwas vom Besten, was es gibt»

Markus Biedermann, Geschäftsführer der Delta Security AG, teilt auf Anfrage mit: «Eigeninitiativen mit Bildern und Slogans wie ‹Trouble is our business› verurteilen wir ohne Wenn und Aber! Solches Verhalten ist dumm, absolut unprofessionell und hat keinen Platz bei Delta.» Er weist darauf hin, die meisten der Mails stammten aus dem Jahre 2009. Seither habe man sich von «einigen Delta AT» getrennt. Zuletzt sei nach dem Spiel vom 11. Mai ein fehlbarer Mitarbeiter entlassen worden. Ausserdem habe man die Anzahl der Pflichttrainings verdoppelt.

Peter Landolt, Stadionmanager des Letzigrunds, zeigt sich auf Anfrage überrascht über die Äusserungen in den Mails. «Wir werden dem nachgehen.» Delta-Mitarbeiter, die sich so äusserten, wolle man keinesfalls im Stadion. «Ich hoffe nicht, dass die noch aktiv sind.» Bei einer solchen Organisation bestehe «leider immer eine latente Gefahr, dass sie die Falschen anzieht». Delta sei aber «vom Einsatztaktischen her sicher etwas vom Besten, was es gibt. Wir schätzen die Art, wie sie arbeiten, sehr.» Momentan sehe er keinen Grund, die Zusammenarbeit grundsätzlich infrage zu stellen. (Der Bund)

(Erstellt: 03.09.2011, 16:14 Uhr)

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