Die grösste Liebesgeschichte der Schweiz
Von Constantin Seibt. Aktualisiert am 28.01.2009
Sie waren ein strahlendes Paar, sehr verliebt, sehr jung, sehr begabt. Sie schloss, Wochen vor der Hochzeit, ihr juristisches Studium ab: als erste Frau an der Zürcher Universität mit der Höchstnote «summa cum laude». Er, fünfeinhalb Jahre älter, war Anwalt in einer renommierten Kanzlei. Und auch er hatte mit der Höchstnote abgeschlossen.
Beide hatten Kämpferherzen: Er hatte mehrere Karrieren gleichzeitig gestartet: als Anwalt, als Militär, als Autor. Seine Dissertation war über 750 Seiten dick und seine Belesenheit Furcht erregend. Er konnte halbe Bibliotheken aus dem Handgelenk zitieren: juristische Fachliteratur, Belletristik, Zeitungen, Sachbücher, Kunstgeschichte, einfach alles.
Sie, die Tochter aus einer Industriellenfamilie, war ein kampferprobtes Mädchen. «Aus dir wird höchstens einmal ein Eisrevue-Star», sagte ihr Rektor. Sie arbeitete hart daran: Sie schwänzte die Schule fürs Eislauftraining und die Schweizer Meisterschaft. Das ganze Gymnasium hindurch musste sie allein in der vordersten Bank sitzen, man wollte sie im Auge behalten.
Ein Beinbruch beendete ihre Sportkarriere, aber sie fand schnell eine neue Leidenschaft: 1956 demonstrierten die Studenten gegen den Einmarsch der Sowjets in Ungarn. Sie ging, gerade erst Studentin, auf die Demonstration - und kehrte zwei Jahre nicht an die Universität zurück. Sie organisierte Treffen, Demonstrationen, Geldsammlungen und Unterkünfte für Ostblock-Flüchtlinge. Im Militär fuhr sie schwere Lastwagen.
Die grosse Liebe
Sie waren beide Kinder des Kalten Kriegs. Anti-Kommunismus war auch Spass und Abenteuer. Sie hatte schon als Kind ihre Eltern damit entzückt, dass sie dem Familienhund einen Trick beigebracht hatte: Gab man dem Hund einen Hundekuchen von links «von Stalin» wendete der Hund sich indigniert ab. Gab man den Kuchen von rechts «von Churchill» schnappte das Tier fröhlich zu. Ihr späterer Mann hatte, kaum volljährig, einen Geheimbund «14/39» gegründet, zum Zweck, noch Widerstand zu leisten, selbst wenn der Bundesrat einknicken würde. (Andere Mitglieder waren die blutjungen Peter Studer, später Chefredaktor des «Tages-Anzeigers»; Niklaus Meienberg, später linker Starjournalist; Ulrich Bremi, später FDP-Schwergewicht.)
Die Liebe kam wie im Sturm oder im Film. Beide waren fest mit anderen liiert, als der Berliner Senat eine Delegation Schweizer Anti-Kommunisten einlud. Sie trafen sich im Zug zum Flughafen. Dort gaben sie sich die Hand, «und in dieser Sekunde», wie sie beide später sagten, «war alles entschieden». Im Flugzeug sassen sie nebeneinander. Den Tag über streiften sie durch das geteilte Berlin. Am Abend strandeten sie in einer Bar. Es war der 14. Februar 1959, und er machte ihr einen Heiratsantrag. «Du warst fair an diesem Abend», schrieb sie später. «Du sagtest, dass ein Leben mit dir nicht immer leicht werden würde. Du wolltest mir Bedenkzeit einräumen. Ich brauchte keine Bedenkzeit.»
Am nächsten Morgen telefonierte Hans W. Kopp seiner Freundin, dass es aus war. Elisabeth Iklé telefonierte ihrem Freund. Sie heirateten ein Jahr später. Sie war 24, er 29. Es war der Beginn einer grossen Liebe. Und eines grossen Abenteuers.
Die grosse Karriere
Die vielleicht unsichersten, sicher konventionellsten Jahre dieser Ehe waren die ersten. Schon allein, weil die Ehe den üblichen Verlauf einer Ehe der Sechzigerjahre nahm. Sie lebte ein Leben, er mehrere. Sie sass zu Hause in Zumikon, als «grüne Witwe», mit dem «schönsten, was mir in meinem Leben passiert ist»: ihrer Tochter Brigitt. Er machte gleich mehrere raketenhafte Karrieren: Star-Wirtschaftsanwalt, Oberst im Generalstab, Universitätsdozent, Präsident des antikommunistischen Propaganda-Klubs SAD, führender Medienrechtler (die Presse nannte ihn «Medienpapst») und in den 70ern schaffte er es zur nationalen Bekanntheit als Moderator der Politsendung «Fernsehstrasse 1-4».
«Er war brillant. Ich habe ihm nie über den Weg getraut.» Dies sind ungefähr die zwei Sätze (und die einzigen zwei Sätze!), die seine damaligen Bekannten heute über ihn sagen. Niemand schien ihn richtig zu kennen. Kopps Schnelligkeit, seine Energie, seine drei bis vier Stunden Schlaf pro Nacht, sein Charme («sein Verhandlungsstil bewegte sich hart an der Grenze zum Flirt», rügte ein Politiker) faszinierten und irritierten eine ganze Generation der Schweizer Elite: Und obwohl Konkurrenten spotteten, der Anwalt Kopp fertige seine Klienten «mit der Stoppuhr ab», gaben sich die Klienten die Klinken in die Hand.
Hans W. Kopps Entschluss, nicht nur viel und schnell Geld zu machen, sondern auch «viele Filialen zu betreiben», beruhte wohl nicht zuletzt auf dem Beispiel seines Vaters. Dieser war Sekundarlehrer gewesen und hatte in jahrzehntelanger Arbeit Stufe für Stufe der lokalen FDP bis zum Stadtpräsidenten erklommen. Und trotzdem blieb der Geruch von hartnäckiger Kleinbürgerlichkeit: Vater Kopp fühlte sich zeit seines Lebens ungeehrt.
Der Sohn hingegen hielt sich die Bitterkeit vom Leib. «Ärger», sagte Hans W. Kopp, «ist ein subjektives und anstrengendes Gefühl. Ich glaube, man sollte sich nicht unnötig anstrengen.» Er hielt sich zeitlebens daran: Selbst, als er später Freunde, Vermögen und Beruf verlor, verlor er anscheinend nie die Laune. Wenig machte ihn für seine ehemaligen Bekannten so rätselhaft und hassenswert wie das.
Die noch grössere Karriere
1970, kurz nach der Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz, liess sich Elisabeth Kopp als Gemeinderätin in Zumikon aufstellen. Am Wahltag war sie mit ihrer asthmakranken Tochter in den Bergen, als sie zur eigenen Überraschung gewählt wurde. Vier Jahre später wurde sie als erste Frau der Deutschschweiz Gemeindepräsidentin.
Es war eine glückliche Zeit: Zumikon war reich, der Gemeinderat einig, die Bauprojekte kühn. Kam sie von einer Sitzung gegen Mitternacht heim, legte er gelassen seine Akten zur Seite, schenkte ein Glas Wein ein, holte eine Kleinigkeit zu essen und hörte zu. Irgendwie hatte er - trotz seiner Karrieren - gelernt, Zeit zu finden. Er war, was wenige Erfolgreiche sind: ein erfolgreicher Ehemann.
Wer immer die Kopps als Paar beschreibt, alle beschreiben das Gleiche: ein Paar, das immer den Blick des andern sucht, flirtet, sich gegenseitig die Stichworte zuspielt. Zwar vermuten einige Fassade: Nur, falls es eine war, war sie zu gut, um nicht echt zu sein. Wir sind, was wir vorspielen.
Mit ihrem ersten Jahresgehalt als Politikerin kaufte sie ihm eine Uhr. Am Abend, als sie 1979 - leicht überraschend gegen starke FDP-Konkurrenz - in den Nationalrat gewählt wurde, schenkte er ihr eine Schatulle. Darin lag ein Schlüssel für eine kleine Wohnung in Bern. Er hatte sie bereits vor der Wahl gekauft: «Damit du nicht ins Hotel musst.»
Später, als Bundesratsgatte, erledigte er in Zumikon den Haushalt und reiste jeden Mittwoch nach Bern, lud sie zum Abendessen ein und fuhr noch vor Tagesanbruch zurück zur Arbeit. Und er, lange Zeit die öffentliche Figur von beiden, zeigte keinerlei Eifersucht. «Du liessest mir immer den Vortritt», schrieb sie: «Du warst stark genug - ein liebenswürdiger Prinzgemahl.»
Nur: ein gefährlicher Prinzgemahl mit zwei Leichen im Keller.
Die Zeitbombe
Elisabeth Kopp war eine Pionierpolitikerin. Oft die erste Frau in Gemeinde, Parlament, Bundesrat, bewegte sie sich auf unwegsamem Terrain. Ihre Politik im Nationalrat war: Sie stimmte treu mit der FDP - ausser in Umweltfragen. 1984 kam die FDP in die Klemme. Der Rechtsfreisinnige Rudolf Friedrich, unfähig zur Organisation, war innert zwei Jahren ausgebrannt und trat zurück. Im Jahr zuvor hatten die Bürgerlichen die SP-Bundesratskandidatin Lilian Uchtenhagen nicht und stattdessen Otto Stich in den Bundesrat gewählt. Und auch sonst blies dem Freisinn der Wind ins Gesicht: Es war die grosse Zeit von Tschernobyl und Waldsterben. Frauen und Umwelt waren gefragt.
Somit nominierte die FDP neben dem Wirtschaftsfunktionär Bruno Hunziker auch Elisabeth Kopp. Im Bundeshaus machten nun hässliche Gerüchte über Hans W. Kopp die Runde, dann platzte die Bombe - durch Elisabeth Kopp selbst. Sie forderte die «Heckenschützen» auf, «vorzutreten». Diese liessen sich nicht zwei- mal bitten: Niklaus Meienberg in der WOZ und Karl Lüönd in der «Züri-Woche» schrieben über zwei Dinge. Zum Ersten die «Fuditätsch-Affäre»: 1965 bis 1971 hatte Hans W. Kopp ein böses kleines Spiel gespielt: Er hatte einige Mitarbeiter seiner Kanzlei - Männer wie Frauen - dazu gebracht, sich abends nach Büroschluss für ihre kleinen Verfehlungen - etwa Tippfehler oder falsche Aktenablage - übers Knie legen zu lassen, während er ihnen mit einem Bambusstöckchen den blossen Hintern versohlte. (Ein Aphorismus Kopps hiess: «Du musst bloss befehlen können: Gehorchende findest du immer.»)
Zum Zweiten war ein 150-Millionen-Bankrott hängig: Trans-KB, mit Hans W. Kopp als Verwaltungsratspräsident, war die erste Risikokapitalgesellschaft der Schweiz. Sie war ein früher Vorläufer der New-Economy-Firmen: Sie investierte in Computer und Biotech. Ihr Starprodukt war die Tomoffel: eine aus Tomate und Kartoffel gekreuzte Pflanzenkreatur, die angeblich auch mit Meerwasser besprenkelt wuchs und «das Welternährungsproblem» lösen sollte. Wie die Internetfirmen der 90er-Jahre ging auch der Börsenkurs der 1979 gegründeten Trans-KB hoch wie eine Rakete auf 730 Franken. Und stürzte bei der Pleite 1982 auf 3 Franken ab. Und wie bei der New Economy entdeckte man im Nachhinein allerlei Schminke in der Buchhaltung.
Die Empörung bei Elisabeth Kopp, FDP, NZZ, «Tages-Anzeiger» und letztlich auch dem Parlament war gross: nicht über die Botschaft sondern über die schmierigen Boten. Man sprach sich gegen «Sippenhaft» aus; Elisabeth Kopp wurde aus Trotz gegen den Skandal im ersten Wahlgang gewählt.
Erste Frau im Bundesrat zu sein, war ein so grossartiger wie harter Job: enorme Sympathie, enorme Erwartungen. Elisabeth Kopp stützte sich auf zwei Verbündete: die Chefbeamten und die Akten. Sie arbeitete 14-Stunden-Schichten; sie argumentierte so sachlich und trocken wie möglich. Ihre Strategie, um Respekt zu bekommen, hiess Kompetenz - mit möglichst wenig Angriffsflächen, also mit wenig spektakulären Vorlagen. Und auch mit wenig Aussenkontakten: Presse, Partei, Parlamentarier sahen sie selten und noch seltener entspannt. Auch der Smalltalk im Bundesrat war ihr eine Qual: «Ich interessierte mich nicht für Fussball und medizinische Check-ups.»
Im Spätsommer 1988 holte sie die Schmiere wieder ein: Ende August schwärzte ein Ex-Buchhalter Hans W. Kopp wegen angeblicher Steuerhinterziehung von 2,5 Millionen Franken an. Im Herbst kochte die Trans-KB-Affäre wieder auf. Schon damals reagierte Elisabeth Kopp mit einem riesigen Fehler: der Verschärfung der eigenen Strategie. Sie arbeite noch härter. Sie schlief miserabel. Sie war lebenslänglich eine Kämpferin gewesen: Seit der Kindheit hatte sie ständige Kopfschmerzen, die sich zu «eigentlichen Migräneanfällen» verdichteten. Voll mit Tabletten, trotz «ärgsten Schmerzen» nahm sie an Sitzungen teil, gab Interviews, hielt Vorträge. Später rügte die Presse dann ihre «Maskenhaftigkeit».
Die Demütigung
Am verwundbarsten ist man, wo man liebt. Am 23. Oktober 1988 kam eine neue Hiobsbotschaft. Ihre Stabschefin unterrichtete sie, dass eine Firma namens Shakarchi-Trading der Geldwäscherei im grossen Stil verdächtigt werde: Im Verwaltungsrat sass Hans W. Kopp. Innert einer halben Stunde rief die Justizministerin ihren Mann an: Er trat darauf aus der Firma zurück.
Eine Woche später brachte der «Tages-Anzeiger» die Story: den Verdacht gegen Shakarchi und den Rücktritt. Sie beschloss zu mauern. Ab nun lief die Geschichte zwangsläufig: Medien und Parlamentarier bohrten, die Kopps leugneten. Hans W. Kopp auf die Frage, ob er einen Tipp aus dem Departement seiner Frau bekommen hätte: «Um Gottes willen, nein!») FDP, NZZ und deren graue Eminenz und ihr Förderer Ulrich Bremi liessen sie nicht fallen: Am 7. Dezember wurde sie vom Parlament zur Vizepräsidentin des Bundesrats gewählt.
Zwei Tage später berichtete eine erste Zeitung über das Telefonat. Die Justizministerin bat den Bundesrat um Unterstützung. Sie traf auf peinliches Schweigen. Inzwischen ging der Sturm los. Wer sie unterstützt hatte, brachte sich in Sicherheit: Partei, Bremi, Bundesrat, Presse forderten den Rücktritt auf Ende Februar. Sie tat es am 12. Dezember - mit den Worten: «Mich trifft weder rechtlich noch moralisch eine Schuld.» Kurz danach begann ein Sonderbundesanwalt zu ermitteln. Als dieser Anklage erhob, konsultierte der Bundesrat sie nicht einmal mehr zu den Vorwürfen. Sie trat am 12. Januar 1989 ein zweites Mal, nun per sofort zurück.
Elisabeth Kopp verliess das Bundeshaus durch einen Seiteneingang. Von den Parteigenossen begleitete und erwartete sie niemand. Und bis auf eine Karte von Adolf Ogi hörte sie von ihren Bundesratskollegen kein einziges Wort. Sie sah so gut wie niemanden wieder. Hatten die Koppsim Advent jeweils drei Weihnachtsfeste nacheinander geben müssen, um die Gästeliste der Prominenten abarbeiten zu können, wurde es jetzt still. Seine wahren Freunde kennen zu lernen, muss entsetzlich sein.
Bonnie und Clyde
Mit ihnen ging die Zeit ihrer Jugend unter. Der Kalte Krieg endete mit dem Fall der Berliner Mauer, an der sie sich verliebt hatten. Die Untersuchungskommission fand zwar keine weiteren Verfehlungen des Ehepaares Kopp, aber Zehntausende Regimegegner-Fichen eines fast schon sowjetisch arbeitenden antikommunistischen Geheimdienstes. Der seit 150 Jahren herrschende satte Wirtschaftsfreisinn verlor ausgerechnet zur Zeit der weltweiten Marktöffnungen seine intellektuelle, finanzielle und politische Kraft.
Sie gaben beide nicht auf. Er kämpfte Jahre kaltblütig, zäh, ohne Verzweiflung, als «eidgenössisch diplomierte Unperson» (Kopp über Kopp), um Freunde, Beruf, Vermögen, bevor er resignierte. Wahrscheinlich hätte er sich aufrappeln können, aber bei dem Namen Kopp blieben Justiz und Öffentlichkeit unerbittlich. In Sachen Trans-KB wurde er in einem von acht Punkten verurteilt: zu einem Jahr bedingt wegen «Betrugs zu Gunsten Dritter». 1995 wurde ihm das Zürcher, dann das Luzerner Anwaltspatent entzogen.
Sie, die Profijuristin, wurde, was unglückliche Klienten in den verführerischen Mühlen der Justiz manchmal werden: zu ihrem eigenen juristischen Fall. Nichts, rein nichts erweichte das Herz der Öffentlichkeit - schon gar nicht, dass Elisabeth Kopp freigesprochen wurde, Shakarchi keine Geldwäscherei nachzuweisen war und ihrem Mann keine Steuerhinterziehung.
Mit endlosen Prozessen ging das Vermögen verloren: die Kunstsammlung, die Häuser, schliesslich folgten immer wieder Anläufe zur Versteigerung der Familienvilla. Dieses, das gemeinsame Durchstehen einer 20-jährigen ununterbrochenen Niederlage, ist, was dieses Paar zu einem grossen Paar macht - weit mehr noch als die Zeit der 20-jährigen ununterbrochenen gemeinsamen Triumphe. Als Sie untergingen, waren beide noch voller Kraft und Hoffnung - wie bringt man seinem Liebsten so etwas bei: jede neue Absage, jeder verlorene Prozess, jedes verkaufte Haus, jede neue böse Schlagzeile? Was immer man gegen die Kopps sagen kann: Sie haben Mut.
Die Frage ist, warum sie nie aufgaben und nie auswanderten. «Die beiden sind Kämpfer», sagte ein naher Freund. «Niederlagen gibt es nicht. Und - wie der Teufel im Film sagt: "Eitelkeit ist meine Lieblingssünde. Sie sind eitel. Die Kopps sind ein zutiefst bürgerliches Paar. Aber auch zutiefst unbürgerlich: Sie wollen alles. Alles - Kunst, Politik, Macht, Würde, die perfekte Liebe -, sie werden nie aufgeben.»
Ihre ehemaligen Freunde (also Feinde) hingegen sagten: «Er ist erledigt. Aber sie hätte eine Chance. Sie war eine fleissige Bundesrätin, das weiss jeder. Aber man erwartet ihre Entschuldigung, endlich. Und eine Distanzierung von ihm.»
Wer ein Herz hat, kann auf dieses Ende nicht hoffen.
Sie selber schrieb drei Jahre nach ihrem Sturz an ihren Mann: «Vielleicht wäre ich ohne Dich nicht Bundesrätin geworden. Vielleicht wäre ich es ohne Dich heute noch. Eines aber weiss ich: Hätte ich zwischen dem Amt als Bundesrat und Dir zu wählen, ich zögerte keine Sekunde.»
Das Durchstehen einer 20-jährigen Niederlage machte sie zu einem grossen Paar. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 28.01.2009, 04:36 Uhr






