Die heimlichen Deals des Postpräsidenten in Indien

Aktualisiert am 14.01.2010

Als Claude Béglé im April 2009 das Verwaltungsratspräsidium der Post übernahm, stand er bereits bei einer anderen Firma unter Vertrag.

Honorare über eine Briefkastenfirma in Genf: Claude Béglé, Präsident des Verwaltungsrates der Post.

Honorare über eine Briefkastenfirma in Genf: Claude Béglé, Präsident des Verwaltungsrates der Post.
Bild: Keystone

Die Geschichte könnte die Kontroverse um Postpräsident Claude Béglé weiter anheizen. Der Postpräsident hat sich Anfang 2009 gegenüber dem indischen Unternehmen Zoom Developers mit einem Angestelltenvertrag für ein Arbeitspensum von mindestens 75 Prozent verpflichtet, obwohl sein Mandat bei der Post auf 40 Prozent lautete. Dies hat jetzt das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» aufgedeckt.

Béglé sollte sein Salär gesplittet erhalten: 200'000 Franken Jahreslohn über eine Firma in Genf. Offenbar handelt es sich hier um die Astikor Project Management Holding SA. Dieses Unternehmen hat seinen Sitz in einer Anwaltskanzlei in Genf. Béglé ist aus diesem Unternehmen anfangs Dezember 2009 ausgeschieden. Zusätzliche 440'000 Franken Beraterhonorare pro Jahr sollten über eine Firma in einer steuerfreien Zone in Dubai ausgezahlt werden. Bei der Post erhält Béglé für seinen 40-Prozent-Job ein Jahressalär zwischen 200'000 und 250'000 Franken.

Streit mit den Indern bekommen

Doch schon nach einem halben Jahr wurde sein Engagement laut «Bilanz» für den indischen Mischkonzern beendet, weil die Unternehmensleitung mit seinem Einsatz unzufrieden war. Béglé hatte Rechnungen in Höhe von rund einer Million Franken für Spesen, Personalkosten und Honorare gestellt, ausgezahlt wurden ihm 320'000 Franken. Über seine Forderung kam es zum Streit mit den Indern.

Béglé hat diese Arbeitsstelle gegenüber der Öffentlichkeit verschwiegen. Gegenüber "Bilanz" erklärte er: «Ich habe mich im Interesse der Post auf die bereits über die Medienstelle bestätigten Mandate beschränkt und diverse frühere Projekte und Mandate nicht mehr weiter verfolgt. Auch bei früheren Mandaten habe ich immer darauf geachtet, dass ich weder in zeitliche noch sonstige Konflikte gerate.» (hmo)

Erstellt: 14.01.2010, 16:45 Uhr

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