«Die wendehalsige Reinwaschung ist unzumutbar»
Aktualisiert am 21.03.2011 32 Kommentare
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CVP-Nationalrat Reto Wehrli nimmt in einem Gastkommentar in der Zeitung «Der Sonntag» kein Blatt vor den Mund: «Mit Politikern, die gleichzeitig in AKW-Gesellschaften Einsitz genommen haben, war bisher keine Diskussion über AKWs möglich, die diesen Namen verdiente.» Ihr Glaubenbekenntnis sei die «unbedingte Notwendigkeit von Atomstrom» gewesen, ihre Funktion die des «bezahlten Scharniers an der Schnittstelle von Energiekonzernen und Politik.»
Schlecht gespielte Betroffenheit
Auch mit den Atom-Lobbyisten in den eigenen Reihen geht Wehrli nach der Atomkatastrophe in Japan hart ins Gericht. Es sei nicht legitim, «wenn ausgerechnet jene Parlamentarier-AKW-Verwaltungsräte nun an vorderster Stelle ihre Sorgenfalten in Szene setzen, in den Medien ihre Betroffenheit spielen und davon reden, man müsse die Sache nun vielleicht, eventuell, vorübergehend, bis zum Vorliegen weiterer Erkenntnisse, bis sich alles geklärt hat – sprich: bis Gras über die ganze Sache gewachsen und hoffentlich bald vergessen ist ... einen Bericht machen.» Und Wehrli geht weiter: «Das ist, gelinde gesagt, schlecht gespielt. Sehr schlecht.» Es sei nicht zumutbar, der eidgenössischen Öffentlichkeit die wendehalsige Reinwaschung der eigenen AKW-Vergangenheit zuzumuten.
Mit diesen klaren Worten greift Wehrli insbesondere auch CVP-Parlamentarier an. Mehrere sitzen in Verwaltungsräten von Kernkraftwerken: Nationalrat Markus Zemp beim AKW Leibstadt und Nationalrat Pirmin Bischof beim AKW Gösgen.
(jcu)
Erstellt: 20.03.2011, 21:12 Uhr
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