«Diese Peinlichkeit, dieses Fiasko»
Karikatur im «Haaretz»: Die israelische Zeitung zeigt Ahmadinedschad mit «Schweizer Armbinde».
Bundesrat Merz begrüsst Ahmadinedschad: «Sie können die schönste Suite im Hotel haben - es haben ein paar Gäste abgesagt.»
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«Es war der Tag des Hasses», schreibt der italienische «Corriere della Sera». «Ahmadinejad hat die Strasse der verbalen Gewalt gewählt», das verlange nach einer deutlicheren Antwort als ein präventiver Boykott. «Das heisst nicht, dass man das Unverhandelbare nicht verhandeln soll. Doch man muss auch über Massnahmen nachdenken, um zu vermeiden, dass solche Vorfälle wie gestern noch mal vorkommen.»
«Diese Peinlichkeit, dieses Fiasko hätten sich die EU-Länder sparen können», findet die «Frankfurter Allgemeine Zeitung». Auch die Vereinten Nationen stehen gemäss FAZ düpiert da. «Es ist vollkommen richtig, dass Deutschland sich nicht als Kulisse für Tiraden gegen Israel und den Westen missbrauchen lässt und der sogenannten Antirassismuskonferenz fernbleibt.»
«Schluss mit der Farce!»
Und auch Deutschlands grösste Tageszeitung «Bild» ist der Meinung: «Der Boykott der Antirassismuskonferenz ist richtig und mutig.» Die Tagung in Genf diene nicht der Bekämpfung des verwerflichen Rassismus, vielmehr versuchen radikale Regimes wie Iran unter dem Deckmantel der Vereinten Nationen von ihren Untaten abzulenken und Israel zum Sündenbock zu stempeln. «Die Schweiz tut sich als Gastgeber dieser Lügenshow keinen Gefallen», schreibt «Bild» und fordert: «Schluss mit der Farce!»
Die «New York Times» sahen bereits im Vorfeld die Gefahr, «dass UN-Konferenz zu einem weiteren Forum manipuliert wird, um Israel zu dämonisieren». «Wie vorauszusehen war, tat Ahmadinejad genau dies.» In einer «hässlichen Rede» habe er Rassismus angestachelt. «Wir empfehlen Frankreich und anderen europäischen Nationen die Konferenz unter Protest zu verlassen», schreibt das Blatt. Und weiter: «Die UN-Konferenz wird niemals glaubwürdig sein, wenn sie dazu benutzt wird, einen Staat anzugreifen.» Das Podium Ahmadinejad zu überlassen, sei nicht die effektivste Strategie, um Israel zu verteidigen oder Menschenrechte zu propagieren.
Im Desaster begonnen
Die britische «Times» stellt nüchtern fest: «Es hat erst eine UN-Konferenz gegen Rassismus gegeben und sie endete im Desaster. Die zweite beginnt im Desaster.» Ahmadinejad habe seinen Status als «ungekrönter König der globalen Flegelgruppe» und als «Sprecher des Unaussprechlichen» bestätigt. «Er glaubt, was er sagt – und dass der Grossteil der Welt hinter ihm steht.» Doch es sei selten, dass er eine solch grosse Bühne erhält.
Derweil vergleicht die israelische Presse Mahmoud Ahmadinejad mit Adolf Hitler. Die Zeitung «Haaretz» zitierte die Worte des Präsidenten des Europäischen Jüdischen Kongresses, Moshé Kantor: «Wäre Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon auch sitzengeblieben, als ob nichts passiert wäre, wenn Hitler sich an die Delegierten der Konferenz gewandt hätte? Schande über die, die im Saal sitzengeblieben sind oder nach der Rede von Ahmadinejad applaudiert haben.» (reh/sda)
Erstellt: 21.04.2009, 12:14 Uhr






