Schweiz

«Dieser politische Fight wird das Land grundlegend verändern»

Von Jan Derrer, Simon Schmid. Aktualisiert am 03.10.2011 43 Kommentare

Nationalrat Daniel Vischer erklärt in 60 Sekunden, warum der Schweiz ein politischer Epochenwechsel bevorsteht: Folge neun unserer Video-Serie «Wahlmobil».

«Die politische Landschaft wird sich grundlegend verändern»: Daniel Vischer, Nationalrat aus dem Kanton Zürich. (Video: Jan Derrer)
Video: Jan Derrer

Das Wahlmobil

Das Wahlmobil besucht Nationalratskandidaten zuhause. Bekannte, unbekannte, junge und alte. Sie haben genau 60 Sekunden Zeit, um sich oder ihre Politik anzupreisen.

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Die Riedtli-Siedlung liegt in einer der schönsten Ecken von Zürich. Gelb gestrichene Altbauten mit ornamentierten Fassaden und steil zulaufenden Ziegeldächern zieren das Bild. Einen lauschigen Kiesplatz mit Bänken und Pingpongtisch gibt es, das Tempo im Quartier ist auf dreissig Stundenkilometer gedrosselt. Dem grünen Nationalrat gefällt es hier sehr gut. Dem Platzbedarf seiner Familie entsprechend sei er schon mehrmals innerhalb derselben Liegenschaft umgezogen, erzählt er. Das Mehrfamilienhaus, in dem er wohnt, ist im Besitz der Stadt Zürich und wird von ihr auch verwaltet.

Vischer führt uns durchs Treppenhaus in sein Wohnzimmer, das ihm gelegentlich auch als Arbeitszimmer dient. Auf dem Fenstersims stehen geschnitzte Holzfiguren, an der Wand hängt ein Bild des Schweizer Künstlers Carlos Matter, eines Freundes der Familie Vischer. Die Ader fürs Künstlerische habe er von seinem Vater geerbt, erzählt der 61-jährige Rechtsanwalt. Dieser habe während 20 Jahren nebenamtlich als Präsident des Basler Kunstmuseums gewirkt. Auch einige andere Bilder in Vischers Wohnung stammen aus der Sammlung des Vaters.

Wer die Zukunft verstehen will, muss die Vergangenheit kennen

Auf Vischers Wohnzimmertisch liegen eine Ausgabe von Georg Brunolds Reportagensammlung «Nichts als die Welt» sowie ein Exemplar von Heiner Flassbecks ökonomischer Analyse zur «Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts». Vor drei Wochen habe der Autor als Gast an der Fraktionssitzung der Grünen teilgenommen, berichtet Vischer – und setzt an zu einem kleinen Vortrag über die rot-grüne Sparpolitik in Deutschland unter Gerhard Schröder sowie über deren Auswirkungen auf das europäische Wirtschaftsgefüge. «Keiner hat geahnt, was nach der Finanzkrise auf die Eurozone zukommen würde», sagt Vischer. Hund Zizou, ein Tibet Terrier, spaziert während des Gesprächs ins Wohnzimmer und legt sich auf den Teppich.

Am Tag, an dem wir Vischer besuchen, hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas seinen grossen Auftritt vor der UNO-Vollversammlung. Der Nahostkenner Vischer misst dem Antrag auf UNO-Mitgliedschaft einen wichtigen Stellenwert bei. «Bedrückend bis bestürzend» sei die Lage bei seiner letzten Reise nach Palästina im Jahr 2008 gewesen, erzählt er, und holt zu einem weiteren historischen Exkurs über die Entstehung des israelischen Staates und den Rechtsrutsch in der Knesset aus. «Der israelischen Siedlungspolitik kritisch gegenüberzustehen, hat nichts mit Antisemitismus zu tun», schliesst Vischer und macht sich für die Videoaufnahme bereit. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.10.2011, 10:30 Uhr

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43 Kommentare

Boris Zuehlke

03.10.2011, 13:29 Uhr
Melden 118 Empfehlung

"Der Nahostkenner Vischer misst dem Antrag.." Nahostkenner? Was kennt denn der schon vom nahen Osten. Er kennt eine einseitige, voreingenommene Sichtweise. Ist wohl heutzutage in bestimmten Kreise eine Qualifikation. Antworten


ruth leemann

03.10.2011, 12:41 Uhr
Melden 117 Empfehlung

Städtische Liegenschaften / Wohnungen sollten solchen gutverdienenden Leuten wie Herr Vischer nicht zur Verfügung gestellt werden - da müsste eigentlich jetzt die SP darauf agieren und reagieren - zudem muss der Grüne Herr Vischer bei den Wahlen 2011 abgewählt, gar nicht mehr gewählt werden - dieser Mann ist in der Politik nicht mehr tragbar/ erwünscht. Antworten



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