Schweiz

Doris Leuthard will offenbar die Energiewende

Aktualisiert am 22.05.2011 82 Kommentare

Die Energieministerin plant nach Medienberichten den Atomausstieg bis 2040. Fraglich ist, ob sie sich am Mittwoch im Gesamtbundesrat durchsetzen wird. Vermutlich fällt ein knapper Entscheid.

Ist zögerlicher als ihre Partei, die CVP: Energieministerin Doris Leuthard.

Ist zögerlicher als ihre Partei, die CVP: Energieministerin Doris Leuthard.
Bild: Keystone

Umfrage

Heute Sonntag demonstrieren in Beznau AKW-Gegner gegen die Atomenergie. Und am Mittwoch entscheidet der Bundesrat, wie die energiepolitische Zukunft in der Schweiz aussehen wird. Soll die Schweiz künftig ganz auf Atomenergie verzichten?

ja, so schnell wie möglich

 
47.9%

ja, längerfristig

 
22.0%

nein

 
30.1%

2209 Stimmen


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Energieministerin Doris Leuthard hat sich offenbar für einen schrittweisen Atomausstieg bis 2040 entschieden. Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, will sie das sogenannte «Szenario 2» am Mittwoch in der Atomausstiegssitzung des Bundesrats vorschlagen. Leuthard habe diesen Vorschlag im bundesrätlichen Energieausschuss ihren Kollegen Johann Schneider-Ammann und Micheline Calmy-Rey präsentiert, schreibt die Zeitung.

Allerdings ist nicht klar, ob sich die Energieministerin nicht doch eine Hintertür offen halten wird. Gemäss «SonntagsZeitung» wollen Insider wissen, dass Doris Leuthard den Ausstieg zwar als Leitfaden der Energiepolitik sieht, diesen aber noch nicht gesetzlich festschreiben will, wie das Parteien von links bis zur BDP fordern.

Patt im Bundesrat

Unsicher bleibt laut der «SonntagsZeitung», ob der Bundesrat am Mittwoch einen definitiven Atomausstieg beschliessen wird. Denn die Landesregierung diskutiert derzeit auch ein Szenario mit einem Atommoratorium für die nächsten zehn Jahre. Diese Position soll allen voran von den freisinnigen Bundesräten Johann Schneider-Ammann und Didier Burkhalter vertreten werden.

Gemäss der Zeitung «Sonntag» herrscht im Bundesrat über die Atomfrage zurzeit ein Patt. Für den Ausstieg seien die Bundesräte Micheline Calmy-Rey, Simonetta Sommaruga und Eveline Widmer-Schlumpf. Ueli-Maurer, Didier Burkhalter und Johann Schneider-Ammann möchten die Kernenergie als Option offenbar aufrechterhalten. Leuthard könnte damit das Zünglein an der Wage spielen.

Mühleberg abschalten

CVP-Parteichef Christophe Darbellay präsentiert ein eindeutiges Positionspapier zum Atomausstieg. Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, fordert er unter dem Stichwort «Szenario 2 plus» einen «Verzicht auf den Ersatz der bestehenden Kernkraftwerke am Ende ihrer Betriebszeit, spätestens 2040». Auch Recherchen der «Zentralschweiz am Sonntag» haben ergeben, dass sich die CVP für einen Ausstieg aus der Kernenergie ausspricht. In einem Positionspapier verlangt die CVP vom Bundesrat, die bestehenden Atomkraftwerke nach Ablauf der Bewilligungen ersatzlos abzustellen, berichtet die Zeitung.

Die CVP spreche sich zudem für ein vorzeitiges Abstellen der Anlagen Mühleberg sowie Beznau 1 und 2 aus, falls deren Sicherheit nicht gewährleistet sei. Gleichzeitig fordere die CVP Massnahmen für einen massiven Ausbau erneuerbarer Energien, berichtet die «SonntagsZeitung».

(kpn/miw)

Erstellt: 21.05.2011, 23:48 Uhr

82

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82 Kommentare

Werni Weber

21.05.2011, 23:56 Uhr
Melden 73 Empfehlung

Na warum denn nicht gleich Ausstieg bis 2069, dann könnten die AKW noch das Hundertjährige feiern. Antworten


Bojan Antonovi?

22.05.2011, 01:31 Uhr
Melden 69 Empfehlung

Doris hat sich -faktisch- auf den Sankt Nimmerleinstag festgelegt. Ihre Botschaft ist: Sie hat sich festgelegt. Zeitpunkt: Sankt Nimmerleinstag. Das ist klar ein Täuschungsversuch vor den Wahlen! Widerlich! Antworten



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