Schweiz

Drogenaffäre: Zofinger Stadtrat tritt zurück

Der Chef der Regionalpolizei Zofingen soll Drogenhandel betrieben haben. Jetzt gibt der für die Polizei zuständige Stadtrat Herbert H. Scholl, der auch höchster Aargauer ist, sein Amt ab.

«Kein Schuldeingeständnis»: Herbert H. Scholl.

«Kein Schuldeingeständnis»: Herbert H. Scholl.

Artikel zum Thema

Der Zofinger Stadtrat Herbert H. Scholl tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Er übernimmt damit die Verantwortung für die mutmasslichen Drogendelikte des ehemaligen Chefs der Regionalpolizei. Als Schuldeingeständnis sieht Scholl den Rücktritt aber nicht. «Dieser Entscheid ist mir nicht leicht gefallen», schrieb der für die Polizei zuständige FDP-Stadtrat Scholl in einer Mitteilung vom Samstag. Er habe ihn für die Stadt Zofingen und für die Regionalpolizei gefällt und übernehme damit «die formelle politische Verantwortung» für die Vorkommnisse.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte Scholl: «Mein Rücktritt ist kein Schuldeingeständnis, den Fehler hat der ehemalige Polizeichef begangen.» Dessen Anstellungsverfahren sei korrekt durchgeführt worden. Auch habe man Unzulänglichkeiten des heute 36-Jährigen angesprochen.

Die FDP Zofingen bezeichnete den Rücktritt Scholls als «konsequenten Schritt», wie die Partei am Samstagabend mitteilte. Sie dankte Scholl für sein «grosses Engagement» in der Politik. Auf Anfrage sagte Dieter Matter, Präsident der FDP Zofingen, dass er von der Zofinger Stadtregierung noch eine Stellungnahme zum Anstellungsverfahren erwarte.

Zweifel an Auswahlverfahren

Am Donnerstag hatte der Polizeibeamtenverband Zweifel an der Sorgfaltspflicht des Auswahlgremiums geäussert. Solche Vorfälle seinen dem Renommé der Polizei nicht förderlich. Verbandspräsident Heinz Buttauer forderte die politischen Behörden auf, Verantwortung für das «herrschende Desaster» zu übernehmen Der Freisinnige Herbert H. Scholl war vor einer Woche als Stadtrat wiedergewählt worden. Zudem ist er zurzeit als Grossratspräsident der höchste Aargauer.

Der 36-jährige Chef der Regionalpolizei sitzt wegen Verdachts auf Drogenhandel und Drogenkonsum in Untersuchungshaft. Er hat in einer ersten Einvernahme den Handel und Konsum von Drogen gestanden. Die Zofinger Stadtregierung stellte ihn per sofort frei. Bei einer Hausdurchsuchung hatte die Kantonspolizei Ecstasy, «Crystal» sowie kleinere Mengen Metamphetamin gefunden. Diese Substanz ist in der Szene als «Thai-Pillen» bekannt. (vin/sda)

Erstellt: 15.08.2009, 18:41 Uhr

Schweiz

Populär auf Facebook Privatsphäre

Umfrage

Gesetzt den Fall, Geld spielt für Sie eine untergeordnete Rolle. Würden Sie in Andermatt eine Ferienwohnung kaufen?