Schweiz

EU-Botschafter: Schweizer sind Meister darin, Fragen zu stellen

Aktualisiert am 17.12.2009 70 Kommentare

Wie lange kann die Schweiz auf ihre Souveränität pochen? Laut Botschafter Michael Reiterer herrscht in der EU das Gefühl, das die Schweiz immer nur die Vorteile für sich will.

Spricht die Vorbehalte der Nachbarn deutlich aus: Michael Reiterer.

Spricht die Vorbehalte der Nachbarn deutlich aus: Michael Reiterer. (Bild: Keystone)

Die Frage nach der Rolle der Schweiz innerhalb der EU stand im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde bei der Jean-Monnet-Stiftung in Lausanne. Eine «absolute Souveränität» gebe es nicht; die Schweiz sei kein Sonderfall, sagte Michael Reiterer, EU-Botschafter in der Schweiz. Die Schweizer seien Meister darin, Fragen zu stellen. Er ermutige sie, «Antworten zu finden» für die weltweiten Herausforderungen.

Nebst Reiterer diskutierten am Mittwochabend auch Jacques de Watteville, Schweizer Missionschef bei der EU in Brüssel, sowie Hans Dietmar Schweisgut, Botschafter der ständigen Vertretung Österreichs bei der EU. Der «8. Europäische Dialog» fand auf Einladung der Jean- Monnet-Stiftung in Lausanne zum Thema «Schweiz-EU: Die Souveränität in Frage gestellt» statt.

Geduld der EU? Hoffnung und Zweifel

Laut de Watteville wird die Frage der Souveränität in den Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU immer entscheidender und spielt in «jedem Dossier» eine Rolle. Aber die EU werde auch in Zukunft «die Geduld» finden, mit der Schweiz zu verhandeln, da diese oft auch im Interesse der Union seien, wie zum Beispiel bei der Zinsbesteuerung.

Dagegegen wächst laut Reiterer innerhalb der EU das Gefühl, die Schweiz wolle alle Vorteile ohne die Nachteile, indem pragmatische Abkommen «à la carte» verhandelt würden. Der Schweizer Missionschef verteidigte die Schweizer Position, obwohl der bilaterale Weg immer mehr «einem Bergpfad, statt einer Flachland-Autobahn» gleiche. (raa/sda)

Erstellt: 17.12.2009, 12:35 Uhr

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70 Kommentare

willi aerne

17.12.2009, 11:59 Uhr
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In der Schweiz leben etwa drei mal so viele EU-Bürger wie Schweizer in der gesamten EU. Dann erzielt die EU im Handel mit der Schweiz seit 15 oder mehr Jahren einen ansehnlichen Handelsüberschuss. Wieso unsere Politik und Diplomatie diese Fakten nicht zu verwerten wissen ist mir schon 1995 vor dem Freizügigkeitsabkommen ein Rätsel gewesen. Antworten


Hans Dampf

17.12.2009, 11:59 Uhr
Melden

Rosinenpicken geht auf Dauer nun gar nicht! Wäre ich die EU, wäre ich schon länger nicht mehr auf den sehr aufwändigen bilateralen Weg eingestiegen. Irgendwann werden wir von der EU vor die Entschidung gestellt: EU oder wirtschaftliches und finanzielles Debakel im Alleingang. In der EU ist nicht alles schön und gut, doch Mitsprache anstelle von Abseits muss auf Dauer im Vordergrund stehen... Antworten




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