Ein Test-Schneebrett, das falsch gedeutet wurde
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Am zweiten Verhandlungstag über den tödlichen Lawinenunfall an der Jungfrau hat das Militärgericht 7 in Chur am Dienstagmorgen die Befragung der beiden angeklagten Bergführer abgeschlossen. Diese vertraten die Ansicht, dass am Unfalltag im Juli 2007 nur mässige Lawinengefahr geherrscht habe.
Sie hätten keine Alarmzeichen feststellen können, sagten der 34-jährige Berufsunteroffizier und der 47-jährige Bergführer übereinstimmend auf die Fragen von Gerichtspräsident Oberst Felix Egli. Bei der Untersuchung des Dramas, bei dem am 12. Juli 2007 fünf Gebirgsrekruten und ein Wachtmeister von einer Lawine in den Tod gerissen worden waren, sagte einer der überlebenden Militärangehörigen, dass er beim Aufstieg Schneeverfrachtungen und Schneerutsche bemerkt habe. Die beiden Angeklagten sagten dazu, dass sie dies auch festgestellt hätten, aber erst nach dem Unfall, als sie auf den Rettungshelikopter gewartet hätten.
«Dies war für mich ein Zeichen»
Am Vortag waren die Angeklagten mit den Soldaten zum Mönch aufgestiegen. Dabei hatte der ältere Bergführer zu Ausbildungszwecken ein Schneebrett ausgelöst. Der Berufsunteroffizier sagte dazu, dass das Schneebrett sehr schnell zum Stillstand gekommen sei. «Dies war für mich ein Zeichen, dass die Festigung zwischen Alt- und Neuschneeschicht gut war», betonte er vor Gericht.
Der Unfalltag war laut dem Gerichtspräsidenten der erste schöne Tag, nachdem im Berner Oberland viel Schnee gefallen war. Gemäss Fachleuten sind solche Tage bezüglich Lawinen besonders gefährlich. Diese anerkannte Regel hätten sie bei der Beurteilung der Situation im Gipfelgebiet auch einbezogen, sagten die Angeklagten. Am Vortag habe aber nicht wirklich schlechtes Wetter geherrscht - so gesehen sei der Unfalltag auch nicht der erste schöne Tag gewesen.
Die Verhandlung, die voraussichtlich bis zum Freitag dauert, geht nun mit der Befragung von Zeugen weiter. (cpm/ap)
Erstellt: 17.11.2009, 10:41 Uhr
Schweiz
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.






