Schweiz

Ein Tiefenwärmekraftwerk soll den Atomstrom ersetzen

Aktualisiert am 22.06.2011 15 Kommentare

Swisspower, der Verbund von 25 Stadtwerken, legt eine Strategie vor, wie er bis 2050 vollständig auf erneuerbare Energien setzen will. Allerdings: Ohne ein riesiges Geothermie-Projekt wird es nicht gehen.

Erdwärme soll Atomstrom ersetzen: Geothermie-Bohrung in Oberentfelden ZH.

Erdwärme soll Atomstrom ersetzen: Geothermie-Bohrung in Oberentfelden ZH.
Bild: Keystone

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Die Erdwärme müsse dringend kommen, sagte Hans-Kaspar Scherrer, Verwaltungsratspräsident der Swisspower Netzwerk AG, heute vor den Medien in Zürich. Ohne diese neue Energiequelle sei es nicht möglich, dass Swisspower per 2050 vollständig auf erneuerbare Energien umstelle.

Die künftige Energieversorgung müsse sowohl im Winter als auch im Sommer sichergestellt sein. Mit Photovoltaik und Wasserkraft sei es voraussehbar, dass im Sommer zu viel Energie vorhanden sei und im Winter dafür Engpässe entstehen würden, sagte Scherrer.

1,2 Millionen Kunden

Im «Masterplan 2050», den Swisspower im September präsentieren will, ist die Geothermie bereits fest einberechnet - mit jährlich bis zu 40 Terawattstunden für die Wärmeproduktion und einer einstelligen Terawattgrösse für Strom.

Der Swisspower-Verband, der unter anderem die Stadtwerke von Bern, Genf, Basel, St. Gallen und Winterthur und insgesamt 1,2 Millionen Kunden in der ganzen Schweiz vertritt, unterstützt deshalb ein neuartiges Geothermie-Projekt, das sogenannte Tiefenwärmekraftwerk.

Zehn Kilometer tiefes Bohrloch

Im Gegensatz zu bisherigen Projekten hat es viel grössere Ausmasse und - so hofft Swisspower - mehr Aussichten auf Erfolg. Grösster Unterschied zu anderen Projekten ist, dass beim Tiefenwärmekraftwerk nicht nur fünf Kilometer in die Tiefe gebohrt wird, sondern deren zehn.

Diese 10'000 Meter Tiefe hätten den Vorteil, dass die Bohrungen nicht Glückssache seien, hiess es beim zuständigen Ingenieurbüro DTE in Weinfelden TG, welches das Projekt entwickelt. In dieser Tiefe sei die Wärme überall vorhanden, an jedem Standort.

Zweiter grosser Unterschied zu bisherigen Projekten ist, dass die Wärmegewinnung in einem geschlossenen System in der Tiefe passieren soll. Das Wasser wird nicht in den Fels gepresst - Erdbeben, wie sie beispielsweise in Basel passiert sind, sollen so ausbleiben.

Mögliche Standorte: St.Gallen und Schwyz

Klappt das Vorhaben, könnte ein solches Tiefenwärmekraftwerk dereinst Strom für etwa eine Million Menschen produzieren. Als mögliche erste Standorte nennt das Ingenieurbüro die Kantone St.Gallen und Schwyz.

Die politischen Entscheide, die ein solches Riesenbauwerk erst erlauben würden, sind dort jedoch noch nicht gefallen. Swisspower hofft jetzt schon, dass sich die Einsprachen von besorgten Anwohnern in Grenzen halten. (pbe/sda)

Erstellt: 22.06.2011, 15:19 Uhr

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15 Kommentare

Hans Hugentobler

22.06.2011, 19:31 Uhr
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Ich habe einen Traum: Die Schweiz entwickelt kommerziell erfolgreiche geotermie Kraftwerke und kann die in die ganze Welt exportieren. Natürlich muss man dafür etwas riskieren und investieren. Antworten


Peter Neubaeuer

22.06.2011, 15:56 Uhr
Melden 7 Empfehlung

vielleicht kann sich ja auch Basel nochmals aufraffen, eine Bohrung zu starten - die Technik entwickelt sich und aus Fehlern kann gelernt werden - weil es einmal gebumst hat, sollten wir nicht einfach den Ball wegschmeissen Antworten



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