Ein reizvolles Duell
Von Fabian Baumann. Aktualisiert am 16.10.2010 18 Kommentare
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Gestern sagte sie zu: Christa Markwalder, Nationalrätin seit 2003, will für die FDP in das Rennen um den freien Ständeratssitz des Kantons Bern steigen. Ihre Nomination ist reine Formsache. Damit ist die Ausgangslage für den ersten Wahlgang vom 13. Februar 2011 halb geklärt: Die SVP hat bereits Nationalrat Adrian Amstutz nominiert. Offen ist, wen SP und Grüne nominieren und ob sie sich schon für den ersten Durchgang auf eine Einerkandidatur einigen können.
Christa Markwalder ihrerseits zeigt sich so oder so durchaus zuversichtlich: «Meine Chancen sind absolut intakt.» Ihr Ziel ist, gleich im ersten Wahlgang am meisten Stimmen zu holen – das heisst vor allem: mehr Stimmen als ihr bürgerlicher Kontrahent Amstutz.
Ob BDP oder SVP, sei dem Volk egal
Dass dieser bei den Nationalratswahlen 2007 das beste Resultat im ganzen Kanton erzielt hat, schreckt die Burgdorferin nicht: In Ständeratswahlen sei die Persönlichkeit und nicht die Partei entscheidend. «Zudem bezweifle ich, dass die Bernerinnen und Berner noch einen zweiten SVP-Vertreter in den Ständerat entsenden wollen, nachdem sie 2007 mit Werner Luginbühl bereits einen SVP-Mann gewählt haben.» Dass dieser später zur BDP wechselte, ist in dieser Sichtweise das Problem der SVP und nicht des Wahlvolks.
Was aber macht Markwalder, wenn sie im ersten Wahlgang klar hinter Amstutz liegt? Verzichtet sie dann zugunsten der Bürgerlichen auf den zweiten Durchgang? Die SVP fordert dies bereits ultimativ – Markwalder lässt die Frage jedoch offen. Das werde man dann nach dem ersten Wahlgang sehen.
Würde die SVP verzichten?
Interessanter wäre ohnehin die Frage, was die SVP und Amstutz machen, falls Markwalder im ersten Wahlgang obsiegt. Dass sich die grosse Volkspartei zugunsten der FDP aus dem Rennen nähme, ist nur sehr schwer vorstellbar.
Absehbar ist, dass die SVP und Amstutz im Wahlkampf fleissig daran erinnern werden, dass Markwalder bekennende Befürworterin eines EU-Beitritts ist. Sie weiss, dass sie insofern eine ideale Zielscheibe abgibt. «Aber die Ständeratswahl wird nicht an diesem Thema entschieden.» Zudem sei nicht nur sie als Beitrittsbefürworterin, sondern auch die SVP in der Minderheit: «Die SVP hat bisher alle Europa-Abstimmungen verloren. Sie hat alle Öffnungsschritte bekämpft, obwohl diese den Wohlstand der Schweiz nachweislich erhöht haben.»
In ihrem Wahlkampf will Markwalder auf diese Themen setzen: wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Bildung, Kultur und Energie. Im letzten Bereich stimmt sie in einer wichtigen Frage mit Adrian Amstutz überein: Beide unterstützen den Ersatz des AKW Mühleberg. Dies ist nicht irrelevant, da das Bernervolk am 13.Februar nicht nur einen neuen Ständerat wählt, sondern an der Urne auch gleich seine Stellungnahme zu Mühleberg abgibt. (Berner Zeitung)
Erstellt: 16.10.2010, 17:38 Uhr
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18 Kommentare
Der Bevölkerung ist es eben genau nicht egal, ob BDP oder SVP: Deshalb ist die SVP praktisch gleich gross wie vor Abspaltung der BDP - letztere hingegen hat sogar hinzugewonnen, und zwar auf Kosten der stets lavierenden FDP. Die europhile Frau Markwalder wird im Kanton Bern nie und nimmer gewählt werden. Antworten
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