Schweiz

Eine Mindestlohn-Revolution

Gewerkschaften wollen in der Schweiz flächendeckend Mindestlöhne einführen. Was bringt diese Massnahme? Wirtschaftswissenschaftler George Sheldon zum Für und Wider von garantierten Minimaleinkommen.

1/9 4'000 Franken Lohn für alle: Gewerkschaftsaktivisten reichen Unterschriften zur «Mindestlohninitiative» ein. (23. Januar 2012)
Bild: PD

   

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Mindestlöhne in ausgewählten Ländern

Mindestlöhne in ausgewählten Ländern


Angaben in Franken

Quelle: WSI-Mindestlohnbericht 2010

Situation in der Schweiz und im Ausland

In der Schweiz können Mindestlöhne gegenwärtig nur im Rahmen von Gesamtarbeitsverträgen (GAV) allgemeinverbindlich verankert werden. Etwa 40% der Lohnabhängigen sind schweizweit über Mindestlöhne abgesichert.

In Europa haben 21 von 27 Staaten einen branchenübergreifenden gesetzlichen Mindestlohn eingeführt. Unter den Staaten mit Mindestlöhnen sind z.B. Frankreich, Grossbritannien, die Niederlande und Spanien.

In den USA gibt die Bundesregierung einen nationalen Mindestlohn vor, von dem die Bundesstaaten nach oben hin abweichen können. Eine ähnliche Regelung gibt es in Kanada.

Keine allgemeingültigen Mindestlohnregelungen gibt es hingegen in Deutschland, Finnland, Dänemark, Schweden, Italien und Österreich, wo die Regelungskompetenz für Löhne bei den Tarifparteien liegt. In den skandinavischen Ländern sind aufgrund des hohen gewerkschaftlichen Organisationsgrades jedoch fast alle Arbeitnehmer von tarifvertraglichen Regelungen erfasst.

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Erwähnen Gewerkschafter das Wort «Mindestlöhne», so läuft es den meisten Ökonomen kalt den Rücken hinunter. In ihren Augen gilt: Der Preis von Arbeit sollte wenn möglich durch den Markt bestimmt werden. Werden Löhne künstlich hochgehalten, so liegt der Preis einer Einheit «Arbeit» über dem Ertrag, der aus ihr hervorgeht – und für Unternehmen lohnt es sich weniger, diese Arbeit nachzufragen. Die Arbeitslosigkeit nimmt zu.

Doch die Realität funktioniert nicht immer nach kruden Lehrsätzen: Dies sagt der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB), der diese Woche die Initiative «Für den Schutz fairer Löhne» eingereicht hat. 22 Franken pro Stunde soll jeder Arbeitnehmer in der Schweiz nach Ansicht des SGB im Minimum verdienen – wie ist dieses Anliegen zu bewerten?

Kriterium 1: Beschäftigung

Empirische Untersuchungen lassen keine eindeutigen Schlüsse zu, ob sich Mindestlöhne positiv oder negativ auf die Beschäftigung auswirken. Studien aus den USA zeigen einen interessanten Effekt: Staaten, in denen der Mindestlohn erhöht wurde, verzeichneten im Vergleich zu den übrigen Staaten eine bessere Entwicklung bei der Beschäftigung von jungen Arbeitnehmern. Ob diese Schlüsse auf die Schweiz übertragbar sind, ist jedoch fraglich. In den USA sind die Mindestlöhne tief, das landesweite Minimum lag zuletzt bei umgerechnet rund 7.50 Franken.

George Sheldon, Professor für Arbeitsmarktökonomie an der Universität Basel, hält fest: «Solange allgemeingültige Mindestlöhne tief gesetzt sind, kann tatsächlich ein positiver Beschäftigungseffekt eintreten.» Man spreche hier allerdings von Löhnen in der Grössenordnung von einem Drittel des landesweiten Mittels. Die aktuelle Initiative geht demgegenüber weiter: Der von den Gewerkschaften geforderte Stundenlohn von 22 Franken entspricht rund zwei Dritteln des schweizerischen Medians, wie der SGB in seinem Expertenbericht zu Mindestlöhnen schreibt.

Gemäss Sheldons Schätzung beliefe sich der Anteil der Arbeitnehmer, deren Salär durch den neuen Mindestlohn auf 22 Franken angehoben würde, mit Sicherheit in einem zweistelligen Prozentbereich. Dass ein solcher Eingriff ohne Folgen bliebe, glaubt er nicht: Besonders im Tieflohnbereich würde die Beschäftigung durch die Mindestlöhne negativ beeinträchtigt. Unternehmen würden mit weniger Personal auskommen, ein Stellenabbau unter Geringverdienern wäre die wahrscheinliche Folge.

Kriterium 2: Soziale Gerechtigkeit

Mindestlöhne stellen ein Mittel zum Schutz der Schwächsten auf dem Arbeitsmarkt dar. Laut dem Gewerkschaftsbund arbeiten in der Schweiz rund 400'000 Personen in Niedriglohnjobs und bewegen sich deshalb am Rande der Armutsgrenze. Generell sind Frauen und junge Arbeitnehmer einem höheren Armutsrisiko ausgesetzt; besonders von einem Mindestlohn profitieren würden Beschäftigte in der Dienstleistungsbranche, im Handel und in der Landwirtschaft (siehe Bildstrecke). Auch viele Angestellte in Kleinbetrieben, Hilfsarbeiter und Arbeiter ohne Berufsausbildung hätten durch Mindestlöhne einen Vorteil, sagt die Gewerkschaft.

George Sheldon mag dieser Argumentation nur bedingt folgen. Zwar würden Mindestlöhne per Definition das Einkommen der Erwerbspersonen mit dem tiefsten Lohn erhöhen, so Sheldon. Allerdings seien diese Personen nicht immer diejenigen, die man als «arm» bezeichnen und deshalb unterstützen müsste: Jungen Leuten mit Zukunftsperspektiven und vermögenden Eltern könne auch ein geringerer Lohn als der Mindestlohn zugemutet werden. Umgekehrt käme eine Familie mit Kindern auch mit einem Mindestlohn nur schwer über die Runden.

Mindestlöhne, die undifferenziert auf alle Personengruppen angewandt werden, machen deshalb wenig Sinn, sagt Sheldon. Für die bessere Lösung hält er, Einkommen von «Working Poor» mit gezielten Steuergutschriften aufzubessern: «Auf diese Weise wird dem sozialen Gedanken Rechnung getragen, und gleichzeitig wird die Beschäftigung geschont.» Angesichts der hohen Arbeitslosenquote bei schlecht qualifizierten – und darum auch schlecht verdienenden – Personen, sei dies ein wichtiges Argument gegen die Einführung allgemeingültiger Mindestlöhne.

Kriterium 3: Weniger Marktverzerrungen

Die Aufstockung der Einkommen von Niedrigverdienern ist ein Mittel, das in Ländern wie den USA oder Deutschland zur Anwendung kommt. Als «Ersatz» für Mindestlöhne angedacht, kommt die Massnahme jedoch mit einer unerwarteten Wendung daher. Denn: In Kenntnis der Einkommensgutschriften könnten Unternehmen ihre Marktmacht dazu benutzen, die Löhne bei ohnehin schon schlecht bezahlten Stellen weiter herunterzubieten. Einem solchen Verhalten gelte es mit der Festsetzung von Mindestlöhnen einen Riegel zu schieben, sagt Sheldon.

Dass Unternehmen als alleinige Nachfrager von Arbeit über eine gewisse Marktmacht verfügen, davon geht auch der Gewerkschaftsbund aus. Gemäss der Argumentation seiner Experten liegen die aktuellen Löhne der genannten Branchen vielfach unter den «eigentlichen» Marktlöhnen – was den Unternehmen Profite auf Kosten der Arbeitnehmer verschafft. Mindestlöhne würden diesen Missstand korrigieren, ohne dass die Beschäftigung in diesen Branchen unnötig beeinträchtigt würde.

Das Fazit

Die Einführung eines landesweiten Mindestlohns von 22 Franken wäre eine eigentliche Revolution – denn sie würde die Schweiz aus dem Nichts an die Spitze der internationalen Mindestlohn-Rangliste katapultieren (dies gilt auch, wenn man kaufkraftbereinigte Einkommen vergleicht). Doch der Blick in die Wirtschaftsrealität zeigt auch, dass grosse Anteile der Erwerbsbevölkerung ohnehin bereits mehr verdienen, als vom SGB gefordert wird.

Die ökonomischen Schlüsse bleiben zweideutig. Somit dürfte die Mindestlohninitiative nicht mehr, aber auch nicht weniger als das bewirken, was sie als Hauptanliegen erreichen will: Geringverdienern in der Schweizer Wirtschaft ein höheres Erwerbseinkommen zu ermöglichen – nach dem Giesskannenprinzip, dafür mit gesetzlicher Garantie. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.01.2012, 11:12 Uhr

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43 Kommentare

Greg müll

26.01.2012, 01:34 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Erfolgsmodell Deutschland (HarzIV) auch bei uns?!! Es ist billiger für die Wirtschaft die Sozialfälle dem Staat abzuschieben... Zudem werden die "Working Poors" als BILLIGE Arbeitskraft gerne eingesetzt +bei "Nichtbedarf" abgeschoben. Kein Wunder wenn dann SOZIALKOSTEN via Steuergelder dem Mittelstand aufgebürdet wird, damit die Rendite weiter stimmt....ugli Trittbrettfahrerei -Kostentransparez?! Antworten


Arie Bitter

25.01.2012, 20:10 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Wir leben im Kapitalismus. Nicht jedes Element im Arbeitsmarkt kann Kuchen essen und darum muss man sich halt mit Brot begnuegen. Antworten


Alain Burky

25.01.2012, 18:49 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Zentralistische Mindestloehne bringen nichts, ausser mehr Arbeitslosigkeit und allg. Lohnnivellierung
gegen unten, siehe F hat das, D eben nicht.
Besser sind branchenspezifische Mindestloehne, die zw. den Sozialpartnern ausgehandelt werden.
(Beispiel "F": In Paris zahlen viele auch den Mindestlohn, obwohl dort der gleiche EUR (Kaufkraft)
nur halb so viel wert ist, wie im uebrigen F.)
Antworten


Ursi Brock

25.01.2012, 20:01 Uhr
Melden 2 Empfehlung

@Burky, Warum wird Land primär privaten Interessen und Besitz untergeordnet anstatt für das Gemeinwohl, in diesem Fall Wohnraum? Warum wird Land gehandelt und gepreist wie Konsumgüter anstatt das alles nur zu einem Einheitspreis zu Verpachten? Das gleiche übrigens mit Wohnraum und anderen Gütern und Leistungen die alle brauchen. Wasser etwa oder gerne auch Grundnahrungsmittel.


Alain Burky

25.01.2012, 19:52 Uhr
Melden 5 Empfehlung

@Brock:
Ganz konkret:
Wie loesen Sie das Problem, dass man mit EUR 1200 in F auf dem Land
einigermassen (wenn man schlau ist -sogar gut) leben kann;
in Paris hingegen nicht...
(Interessiert das eine Org. wie WTO ueberhaupt ?).


Ursi Brock

25.01.2012, 19:12 Uhr
Melden 1 Empfehlung

So manches andere wird auch zentralistisch geregelt, mit u.a den WTO Verträgen. Für alle Unterzeichner verbindliche Leitplanken um Investitionen und Renditen abzusichern. Blos die Löhne sind da nicht verbindlich geregelt. Warum nicht? Immerhin ist die Mehrheit der Menschen davon direkt betroffen.


kurt habegger

25.01.2012, 18:37 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Damit wird der Anstellung von ausländischen Arbeitskräften Vorschub geleistet - diese schlecken die Finger wenn sie die Hälfte verdienen und als Grenzgänger für den täglichen Gebrauch von den tieferen
Lebenshaltungskosten
profitieren - Diese Jobkiller-Initiatrive bringt uns noch mehr Ausländer ins Land - inkl. allen negativen Erscheinungen in der Infrastruktur unseres Landes!
Antworten


Manfred Stierli

25.01.2012, 17:41 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Ein doppelverdiener Haushalt braucht nicht 8000 Franken Mindestlohn... Antworten


Samuel Gerber

25.01.2012, 16:13 Uhr
Melden 25 Empfehlung

Erschreckend ist nicht die Forderung des Mindestlohnes sondern die unglaubliche Unkenntnis ökonomischer Zusammenhänge vieler Kommentarschreiber hier. Je teurer Arbeit wird, desto weniger Stellen gibt es und umso mehr werden Leute schwarz arbeiten oder schlicht Stellen ins nahe, billigere Ausland verlegt. Die CH ist nicht Rumänien, wir leben von hoher Wertschöpfung und nicht von Transferleistung. Antworten


Joel Laperrière

25.01.2012, 20:32 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Erschreckend, Herr Gerber, ist wieviele Leute ein Wirtschaftsstudium absolvieren und dabei das Gefühl haben, einen wissenschaftlichen Zugang zur Ökonomie vermittelt zu erhalten. Bevor Marx von heutigen Ökonomen nicht als Wirtschaftswissenschaftler akzeptiert wird, können Ökonomen nicht als Wissenschaftler ernst genommen werden. Ein heutiges Wirtschaftsstudium ist pure Indoktrination!


Carlo Müller

25.01.2012, 17:14 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Bravo, Herr Gerber! Endlich einer, der sie Sache versteht.


Rolf Gunz

25.01.2012, 15:44 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Wenn man der Druck zur pers.Entwicklung genommen wird, und wenn ein "Mehr" an Leistung oder Risikobereitschaft nicht extra belohnt wird, geht die Gesellschaft unter. - Fischt man alle unsympatischen Haie aus dem Meer, geht das oek System kaputt - Antworten


Adam Schmid

25.01.2012, 15:39 Uhr
Melden 15 Empfehlung

Un- oder wenigqualifizierte Arbeitnehmer sind z.T. schon heute überbezahlt. Wenn diese dann noch mindestens Fr. 4'000.- pro Monat erhielten, wäre das ein Witz. Man muss sich halt damit abfinden, dass doch nicht alle gleich sind. Antworten


maja naef

25.01.2012, 18:03 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Ich würde gerne mal sehen wie die Schweiz aussähe wenn niemand mehr putzt oder sonst körperlich anstrengende Arbeit leistet. Es ist sehr oberflächlich wie sie denken. Wenn ein Arbeitnehmer zu wenig verdient bei einem 100% Job und er von der Fürsorge Zuschüsse braucht, bereichert sich die Firma an der Allgemeinheit.


Ursi Brock

25.01.2012, 16:05 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Nein es sind nicht alle gleich. Einige haben 1000.- oder weniger andere haben 100'000'000 oder mehr. Aber ist ja wurscht, wir sind ja nicht alle gleich. Ungleich sind auch die Steuern und Abgaben. Je mehr jemand hat, desto weniger wird beigetragen. Es sind nicht alle gleich, alles nur eine Frage des Willens der Verantwortlichen, aber nicht jedes einzelnen.


Hans Egloff

25.01.2012, 14:37 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Im geifern gegen "Abzocker" und Boni, die es nur in einer Minderheit aller Firmen überhaupt gibt, geht vergessen, dass viele Kleinunternehmen sich keinen solchen Mindestlohn leisten können. Leider wahr: Firmeneigentümer können sich in diversen Branchen kaum mehr auszahlen, als den Mitarbeitern, und zudem deutlich weniger als 4000.-. Einer differenzierteren Regel wie oben würde ich aber zustimmen. Antworten


alfred bleuler

25.01.2012, 13:59 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Erwähnen Gewerkschafter das Wort «Mindestlöhne», so läuft es den meisten Ökonomen kalt den Rücken hinunter. >> den meisten ? >> es gehören noch lange nicht alle ökonomen zur GIER ist GEIL klicke >> die meisten wissen, dass in einer prosperierenden volkswirtschaft der rubel rollen muss >> und das tut er nur wenn JEDER daran teilhaben kann >> und dazu braucht es einen existenz sichernden lohn Antworten


sonja fuchs

26.01.2012, 13:57 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Aber auch eine Exstenzsichere Rente


Roger Mettler

25.01.2012, 13:59 Uhr
Melden 21 Empfehlung

Mindestlohn tönt gut, wenn man jedoch genauer hinschaut bedeudet das: 1. mehr Schwarzarbeit 2. Verlagerung Arbeitsplätze ins Ausland 3. kleinere Betriebe müssten ev. schliessen oder Mitarbeiter entlassen(Bsp. Blumenladen) 4. enorme Zunahme der Zuwanderung unqualifizierter ausländischer Arbeitnehmer (4'000.- sind für die Paradies) 5. Leistung lohnt sich nicht mehr, da alle einfach 4'000.- haben. Antworten


Manuela Graf

25.01.2012, 15:01 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Das heisst also, dass wenn die Initiative durchkommt, 1. die Gewerkschaften schuld sind, wenn Arbeitgeber das Gesetz brechen und Schwarz arbeiten lassen. 2. Arbeitgeber entschuldigt sind, wenn sie andere (billige Ausländer) ausbeuten (statt Schweizern) 3. Arbeitgeber die nicht planen und rechnen können und rote Zahlen schreiben, eine Entschuldigung haben,???


Theo Sprecher

25.01.2012, 13:49 Uhr
Melden 12 Empfehlung

Angenommen der 13-jährige Nachbarsjunge bietet sich an, Ihnen den Rasen zu mähen oder den Vorplatz zu wischen. Würden Sie ihm "den Auftrag erteilen" wenn er dafür Fr. 22 Stundenlohn verlangen würde? Mindestlöhne sind grundsätzlich gut, sind aber tödlich für "kleine Arbeiten ohne Qualifikationsbedarf".
Das Lächeln wird bei jenen verloren gehen, die deshalb ihren Job verlieren werden.
Antworten


Walter Krauer

26.01.2012, 01:13 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Herr Sprecher, -- Sie widersprechen sich ein zweites mal. Sie schreiben Sie selber seien Arbeiter (Büezer) und Sie geben Job in Auftrag wie reimt sich das? Dann sind Sie selbständig oder Chef einer Firma. Überlegen Sie es sich besser bevor Sie Kommentare abgeben.


Petra Wyss

25.01.2012, 14:53 Uhr
Melden 6 Empfehlung

@ Hr. Sprecher: Einige Jobs mag es kosten, aber längst nicht alle: Oder glauben Sie McDonalds macht dann alle CH-Filialen zu? Oder dass Unternehmungen keine Reinigungsfirmen mehr anstellen, und die Angestellten nur noch dreckige WCs haben?
Andererseits subventionieren wir Steuerzahler dann keine Firmen mehr, wo die GL über TCHF 100 verdienen und ihre Angestellte Sozialhilfe beziehen müssen...


Petra Wyss

25.01.2012, 14:43 Uhr
Melden 2 Empfehlung

@ Herr Sprecher:


Theo Sprecher

25.01.2012, 14:25 Uhr
Melden 8 Empfehlung

@ Walter Krauer: Sorry, es war nur als anschauliches Beispiel gemeint. Und doch, werde ich persönlich (selber Büezer) nicht bereits sein, für JEDEN Job den ich in Aufrag gebe mal einfach Fr. 22 pro Stunde springen zu lassen, ganz egal ob es Leute gibt die Fr. 1 Mio verdienen. Betriebswirtschaftlich gesehen, fallen diese Jobs dann einfach weg, ganz zum Leidwesen jener, die sie gerne gehabt hätten.


Walter Krauer

25.01.2012, 14:15 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Herr Sprecher ist sicher weit hergeholt ein 13jähriger ist Kinderarbeit der nicht Broterwerb bedeutet. Er arbeitet nicht für den Unterhalt auch nicht für Familie. Wenn Leute ein Monatseinkommen von fast einer Million beziehen scheint mir 4000 Fr. angemessen. Arbeit muss sich noch lohnen das hat mit Menschenwürde und Rechte etwas zu tun. Sozialleistungen würden gespart !


Stella Biasini

25.01.2012, 13:45 Uhr
Melden 29 Empfehlung

Es ist erschütternd mit zu verfolgen, wie im Express-Tempo ein Wohlfahrts-Staat aufgebaut wird, der uns schon in wenigen Jahren um die Ohren fliegen wird! 6 Wochen Ferien, Betreuungsgutscheine und Subventionen ohne Ende für Familien, Mindestlohn! Zur Finanzierung dieser Gadgets höhere Besteuerung des aktiven Mittelstands, der richtiggehend ausgeblutet wird! Wer noch arbeitet ist selber schuld! Antworten


Szabolcs Mihalyi

25.01.2012, 15:03 Uhr
Melden 6 Empfehlung

der Wohlfahrtstaat muss zurzeit unterbezahlten Arbeitnehmern per Sozialhilfe unter die Arme greifen, damit sie überleben können (bis zu 50% der Sozialhilfebezüger hat einen Job aber zu wenig Einkommen). Ein Mindestlohn entlastet hier den Wohlfahrtsstaat. Der Mindestlohn wird NICHT über höhere Steuern bezahlt!


Petra Wyss

25.01.2012, 14:36 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Fr. Biasini (Teil 2): Familien müssen unterstützt werden,. Das ist im Interesse der Bevölkerung. Wenn Familie haben ein Luxus ist, der sich nur noch die gehobene Gesellschaft leisten kann, dann wird die CH bald überaltert und die Sozialwerke kaputt sein. Wollen Sie lieber CH-Kinder, die zukünftig als Arbeitskräfte unser Wirtschaftswachstum sichern oder zukünftig einfach Ausländer importieren?


Walter Krauer

25.01.2012, 14:33 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Stella Biasini --- fliegt Ihnen der Wohlfahrtstaat um die Ohren? Glaube eher dass die Schuld bei den übertriebenen Einkommen liegt. Solange 1 Std., gehandelt mehr bedeutet als ein Monat gearbeitet sind wir auf die falsche Bahn geraten. Amerikanischer Kapitalismus hat die Welt verändert. Das ist der Uhrsprung der Krise die den Europäer beigebracht wurde.


Petra Wyss

25.01.2012, 14:15 Uhr
Melden 7 Empfehlung

Fr. Biasini (Teil 1): In den letzten Jahren wurden die Reichen und Unternehmen massiv von den Steuern entlastet, nicht jedoch Familien und der Mittelstand. Das haben wir den bürgerlichen Parteien zu verdanken.


alfred bleuler

25.01.2012, 13:45 Uhr
Melden 4 Empfehlung

existenzsichernde löhne sind schlicht und einfach menschenrecht >> jedoch vergisst nicht das leben nach der arbeit >> unsere pension wird von privaten versicherungen und banken verzokkt und in boni umgewandelt >> beispiel eine versicherung kauft aktien / staatsanleihen A ; B; C >> A schreibt verlust B und C gewinne >> KLAR >> A kommt in das PK-portfoil >> B und C in das der bank / versichrung Antworten


Kurt Aegeri

25.01.2012, 13:28 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Jahrelang habe ich mich auch verführen lassen von dem Mantra "der Markt bestimmt den Wert der Arbeit". Dass "der Markt" weder nach Lehrbuch "spielt", noch irgendetwas Existenzielles bestimmen sollte, für diese Erkenntnis brauchte ich die letzten 10 Jahre. Ich bin klar für einen Mindestlohn. Wir dürfen uns nicht mehr länger von "den Märkten" versklaven lassen. Wir müssen neue Wege finden. Antworten


Roman Huber

25.01.2012, 13:22 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Mindesteinkommen? Grundeinkommen! Aber das wird wohl noch härter abgeschmettert als das hier. Die Menschen wollen prekäre Arbeitsverhältnisse, ja niemanden etwas gönnen, geiz ist geil und ich komm zuerst. Und nebenan stehen Artikel vonwegen wir müssen alle mehr konsumieren. Kopf -> Tisch. Antworten


Carlo Müller

25.01.2012, 17:25 Uhr
Melden 4 Empfehlung

@Bockemühl: Mann kann doch nicht für völlig anspruchslose Jobs mit entsprechend minimer Wertschöpfung einen derartigen Fantasielohn bezahlen. Da geht die Rechnung ganz einfach nicht mehr auf. Diese Jobs werden entweder anspruchsvoller werden (=mehr Wertschöpfung) oder ganz verschwinden. Jene die da nicht mithalten können werden bei der Sozialhilfe landen. Toll und sozial, nicht?


Cornelis Bockemühl

25.01.2012, 13:47 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Zustimmung! Der Zweck ist doch, dass keine Einkommen bezahlt werden von denen man nicht leben kann. Ein fixer, in der Verfassung festgeschriebener Betrag leistet das nicht! Denn die alleinerziehende Mutter von 4 Kindern braucht sicherlich mehr, und der gerade ausgezogene Millionärssohn deutlich weniger als 4000CHF im Monat...


Levin Kummer

25.01.2012, 13:21 Uhr
Melden 7 Empfehlung

Ich weiss gar nicht wieso hier eine Diskussion entstehen kann! Diese Initiative ist unbedingt anzunehmen! Ich bin erschüttert wie die Propaganda unserer lieben SVP und FDP schon wieder voll zugeschlagen hat. Die Argumente der Kommentare unten sind ein perfektes Spiegelbild von dieser Propaganda. Antworten


Urs Haeny

25.01.2012, 13:07 Uhr
Melden 42 Empfehlung

Diese Initiative bringt die Überwindung des Kapitalismus, sie liegt auf dem ultralinken Kurs der SP. Und sie zerstört nicht nur unsere Wirtschaftsordnung, sondern auch gerade jene Arbeitsplätze, welche die Gewerkschaften zu schützen vorgeben. Antworten


Ursi Brock

25.01.2012, 13:19 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Die üblichen Drohungen scheinen in der Tat sehr wirksam zu sein. Nach dem Mindestlohn geht die Welt unter wie wir sie kennen...


Erich Meier

25.01.2012, 13:06 Uhr
Melden 32 Empfehlung

Relativ hohe Mindestlöhne würden lediglich bewirken, dass die Auslagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland weiter beschleunigt würde. Für Kleinbetriebe mit geringen Margen würde sie das Aus bedeuten. Die Arbeitslosigkeit würde steigen. Antworten


Philipp Rittermann

25.01.2012, 12:55 Uhr
Melden 30 Empfehlung

das "giesskannenprinzip" ist genau das, was mich daran stört. die schwarzarbeit würde sprunghaft zunehmen... Antworten


Anton Scherrer

25.01.2012, 12:36 Uhr
Melden 15 Empfehlung

Unbedingt annehmen die Geiz ist Geil Mentalität unserer Nachbarnländer müssen wir nicht nachäffen. Arbeit soll sich lohnen auf für die tiefsten Einkommen. Lasst Euch nicht einschüchtern die Arbeitgeber können das sehr wohl verkraften. Es bleibt im schlimmsten Fall ein bisschen weniger übrig für exessive Bonis in den Teppich Etagen. Antworten


Peter Hofer

25.01.2012, 13:38 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Ja ja Herr Scherrer. Es gibt über 300'000 Firmen in der Schweiz und ich bin überzeugt, Sie bringen nicht mal 0.01% zusammen, wo exessive Bonis ausbezahlt werden. Und wie sieht es mit den Mindestlöhnen bei den restlichen 99.99 % aus? Kann sich der Blumenladen um die Ecke einen Mindestlohn von 4000.- für seine Mitarbeiter leisten? 90 % aller Firmen haben weniger als 10 Mitarbeiter!



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