«Eine ernsthafte Warnung an uns alle»
Von Simone Rau, Bern. Aktualisiert am 30.03.2010 36 Kommentare
«Es handelt sich hier um ein Bern-spezifisches Problem»: SP-Präsident Christian Levrat. (Bild: Keystone)
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Die SP hat auch in Bern verloren. Ziehen Sie jetzt die Notbremse?
Die Situation in Bern ist tatsächlich ernst, auch wenn wir einen historischen Sieg in den Regierungsratswahlen erzielt haben. Doch im Parlament haben wir massiv Stimmen verloren. Das darf sich 2011 nicht wiederholen.
Was sind die Gründe?
Es ging für viele nicht primär um den politischen Inhalt, sondern um einen symbolischen Akt gegen die SVP. Auch wir haben Wähler an die BDP verloren.
SP-Wähler entscheiden sich plötzlich für die BDP – stimmt das wirklich?
Ich interpretiere das Ergebnis als Wahl für die BDP – und nicht als Wahl gegen die SP. Es handelt sich hier um ein Bern-spezifisches Problem. Das Resultat lässt sich nicht auf den Rest der Schweiz übertragen.
Tatsache ist, dass Sie seit 2007 in fast allen Kantonen Wähler verlieren. Drängt sich da nicht ein Richtungswechsel auf?
Mathematisch gesehen verlieren wir tatsächlich Wähler. Doch Umfragen zeigen, dass wir momentan auf nationaler Ebene zwischen 2 und 3 Prozent mehr Wähleranteil erreichen würden als 2007. Inhaltlich haben wir nicht so schlechte Karten, denn die sozialen und wirtschaftlichen Themen, die wir prioritär vertreten, sind mehrheitsfähig.
Wenn die Leute thematisch auf Ihrer Seite stehen, wieso wählen sie dann nicht SP?
Bei Themen mit einer Partei einig zu sein, ist eine politische Frage. Diese dann zu wählen, ist eine Vertrauensfrage, die Zeit braucht. Wir sind auf dem richtigen Weg, aber die Berner Wahlen sind eine ernsthafte Warnung an uns alle.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 30.03.2010, 04:00 Uhr
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36 Kommentare
Herr Levrat ist ein professioneller Schoenredner. Die Wahlniederlage der SP beruht auf deren antiquiertem Parteiprogramm (Ueberwindung des Kapitalismus steht immer noch drin...) und der ideologischen Verbortheit der Partei. Umverteilung und Empoerungsbewirtschaftung ist keine Strategie. Anstatt dies zu erkennen, versucht Levrat, die krasse Niederlage zu beschoenigen. Wers glaubt... Antworten
Levrat meint: Mathematisch gesehen verlieren wir tatsächlich Wähler. Doch Umfragen zeigen, dass wir momentan auf nationaler Ebene zwischen 2 und 3 Prozent mehr Wähleranteil erreichen würden als 2007. " matematisch" so ein Quatsch - es sieht doch jeder was Sache ist! Im Bezug auf "Umfragen" glaubt der "Normal-Bürger" nicht mehr alles, was man ihm schmackhaft machen will! was sonst noch? Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.






