«Eine gigantische, sehr teure Aufgabe kommt auf uns zu»

Aktualisiert am 13.05.2009

Immer wieder reissen überschäumende Flüsse halbe Dörfer ins Elend. Für den Hochwasser-Schutz rechnet Bundesrat Leuenberger mit einer Milliarde Franken – jährlich. Wer zahlts?

Am 23. August 2005 verwüstete Hochwasser Weesen am Walensee: Durch breitere Führung des Flussbettes hätte das verhindert werden können.

Am 23. August 2005 verwüstete Hochwasser Weesen am Walensee: Durch breitere Führung des Flussbettes hätte das verhindert werden können.
Bild: Keystone

«In Sachen Hochwasserschutz kommt eine gigantische und sehr teure Aufgabe auf uns zu», sagte Leuenberger am Mittwoch vor den Medien in Bern. Ab 2020 rechnet er mit jährlichen Kosten von einer Milliarde Franken.

Die Flüsse bräuchten 30 Prozent mehr Volumen, um den gleichen Schutz zu gewähren, wie er vor 50 bis 100 Jahren durch den Bau von Dämme geschaffen worden sei. Dringlichste Aufgabe ist deshalb laut Leuenberger, die Finanzierungsfrage zu klären. Als Möglichkeiten kommen für den Uvek-Chef eine Lösung über die Gebäudeversicherung oder über eine CO2-Abgabe in Frage.

260 Millionen für Rhone-Korrektur

Für die erste Tranche der dritten Rhonekorrektur bis 2014 hat der Bundesrat am Mittwoch zuhanden des Parlaments einen Rahmenkredit von 169 Millionen Franken verabschiedet. Hinzu kommen 90 Millionen Franken aus dem Budget des Bundesamts für Strassen, wie das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) mitteilte. Insgesamt kosten die prioritären Hochwasserschutzmassnahmen 350 Millionen Franken. Dadurch sollen potenzielle Schäden in der Höhe von rund sechs Milliarden Franken verhindert werden.

Gleichentags gaben die Kantone Waadt und Wallis ihr gemeinsames Vorgehen bei der Auswertung der Vernehmlassungsantworten zur dritten Rhonekorrektur bekannt, um die Zusammenarbeit und die gemeinsame Sicht zu festigen. Das Vorprojekt soll unter Berücksichtigung der eingegangenen Bemerkungen optimiert werden, insbesondere werden für die Verbreiterungen anstelle der landwirtschaftlichen eher Forstflächen beansprucht. Die ersten dringlichen Arbeiten werden mit der Unterstützung der Kantone an beiden Ufern rasch umgesetzt. Es handelt sich dabei um punktuelle Dammverstärkungsarbeiten, hauptsächlich in direkter Nähe von bebauten Gebieten. (cpm/ap)

Erstellt: 13.05.2009, 14:27 Uhr

Schweiz

Populär auf Facebook – Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Schweiz

AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz