Schweiz

Eine interkantonale Bereitschaftseinheit der Polizei?

Aktualisiert am 10.10.2010

Die Kantone prüfen laut einem Zeitungsbericht den Aufbau einer Polizeitruppe, die jederzeit für spezielle Einsätze bereit stehen soll – in der gesamten Schweiz.

Fussballspiele mit Risiko-Potential: Bei solchen Anlässen könnte eine interkantonale Einheit zum Einsatz kommen.

Fussballspiele mit Risiko-Potential: Bei solchen Anlässen könnte eine interkantonale Einheit zum Einsatz kommen.
Bild: Keystone

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Die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) habe die Arbeitsgruppe im Frühling eingesetzt, bestätigte KKJPD-Generalsekretär Roger Schneeberger auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA eine Meldung der «SonntagsZeitung». Also Vorbild für eine solche Polizeitruppe nennt das Blatt die Bereitschaftspolizeikorps der deutschen Bundesländer.

Die Prüfung einer interkantonalen Einheit sei eine von drei Fragen, so Schneeberger. Die Arbeitsgruppe solle hauptsächlich abklären, welche Aufgaben die Kantonspolizeien künftig abdecken müssten und wie viele Polizisten dafür nötig seien, sagte Schneeberger. Dabei stelle sich auch die Frage, ob es eine interkantonale Einheit oder ein ähnliches Modell geben solle.

«Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob das heutige System an seine Grenzen kommt», erklärte Schneeberger weiter. Er wollte sich nicht äussern, welche Stossrichtung die Vorschläge der Arbeitsgruppe haben könnten. Konkrete Anträge sind laut Schneeberger für die übernächste Versammlung der KKJPD im Frühling 2011 zu erwarten.

Zusammenarbeit schon heute üblich

Bereits heute stehen bei Grossereignissen wie Fussballspielen oder Demonstrationen regelmässig Polizisten aus mehreren Kantonen im Einsatz. Dies geschieht im Rahmen von Zusammenarbeitskonkordaten zwischen den Kantonen. Für solche Anlässe oder für das WEF in Davos käme eine interkantonale Einheit in Frage.

Die Frage nach der genauen Abgrenzung der Polizeiaufgaben ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass heute auch das Grenzwachtkorps oder die Armee auf dem Gebiet der Kantonspolizeien tätig sind. So ist das Grenzwachtkorps wegen der Schengen-Regeln immer häufiger im Landesinnern aktiv.

Die Armee übernimmt beispielweise auch den Schutz der Botschaften, was immer wieder für kontroverse Diskussionen sorgt. Verteidigungsminister Ueli Maurer lehnt es strikt ab, dass die Armee Polizeiaufgaben übernimmt. Andererseits steht aber auch Maurer der Unterstützung von Zivilbehörden nicht grundsätzlich negativ gegenüber. (raa/sda)

Erstellt: 10.10.2010, 18:01 Uhr

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