«Eine weitere Verkleinerung bedeutet das Ende der Milizarmee»
Aktualisiert am 25.10.2009 3 Kommentare
«Das ist gegenüber unseren Milizsoldaten nicht in Ordnung»: Armeechef André Blattmann. (Bild: Keystone)
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«Wir haben eine Mängelliste erstellt, die aufzeigt, dass die Armee massiv unterfinanziert ist. Und wir haben entschieden, dass wir die Jets zwar brauchen, aber dass eine Beschaffung zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Frage kommt», sagt André Blattmann in der Zeitung «Sonntag». Das VBS rechnet laut Blattmann mit Beschaffungskosten von 4,4 Milliarden Franken, Unterhalt und Betrieb der Jets nicht mit eingerechnet: «Ein zu grosser Brocken, angesichts der aktuellen Mängel bei der Armee. Ich will Flieger, die wir anschaffen, auch betreiben können».
Erstmals räumt der Armeechef ein, dass die Armee wegen Geldmangel ihren Auftrag nicht mehr wahrnehmen kann. Pro Jahr würden der Armee 725 Millionen Franken fehlen, so Blattmann. «Das ist gegenüber unseren Milizsoldaten nicht in Ordnung, die ihren Dienst ordentlich leisten wollen, und es ist gegenüber der Bevölkerung nicht in Ordnung, weil wir so tun müssen, als könnten wir unsere Aufträge erfüllen, aber in Wahrheit nicht genügend Ausrüstung haben».
Dies hätte die Armee früher aufzeigen müssen, meint Blattmann selbstkritisch: «Aber wir haben gemeint, dass Politik und Bevölkerung sich bewusst sind, was die Armee leisten muss.» Allein im Immobilienbereich rechnet Blattmann mit einem Investitionsbedarf von «einer halben Milliarde».
Mehr Geld ab 2011?
«Ich gehe davon aus, dass der Regierung die Sicherheit etwas wert ist», so Blattmann weiter. Er rechne deshalb ab 2011 mit mehr Mittel für die Armee: «Ich rechne fest damit, dass wir 2011 mehr Geld erhalten. Den Entscheid des Bundesrats, die Beschaffung der Kampfjets weiterzuführen, werte ich als Signal, dass der Bundesrat unsere Botschaft verstanden hat.»
Eine weitere Verkleinerung der Armee, so wie das der Bundesrat fordert, hält Blattmann für unmöglich: «Eine Milizarmee mit 120000 Mann weiter verkleinern, heisst, die Grundsätze des Systems in Frage zu stellen. Wenn wir die Gesamtsicht aufzeigen, wird der Bundesrat erkennen, dass er nicht ein Ende unserer Milizarmee riskieren will und deshalb mehr Geld für die Armee zur Verfügung stellen muss. Es gibt keine Alternative zur Milizarmee.»
(bru)
Erstellt: 25.10.2009, 09:17 Uhr
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3 Kommentare
Grundsätzlich lässt sich das Problem ganz einfachl lösen. Da der Staat durch die rechts-konsvervativen Streitkräfteverteidiger immer mehr abgewürgt wird und wichtige soziale Anliegen gestrichen werden ist es logischerweise am einfachsten, diese Fasnachtsgesellschaft als volkloristischen Verein durch freiwillige Mitgliederbeiträge zu finanzieren. Antworten
Und das Ende der Milizarmee bedeutet das Ende der ganzen Armee. Auf eine neue mächtige Kaste, die vornehmlich die Interessen der Politiker, welche vornehmlich die Interessen des Kapitals vertreten, kann ich gerne verzichten. Dafür genügt auch unsere Polizei, wir brauchen weder Söldner noch Blackwater. Antworten
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