Er hat die Schweinegrippe – und das Spital Baden schickt ihn nach Hause
Aktualisiert am 30.04.2009 50 Kommentare
Interaktiv-Box
Artikel zum Thema
Schweinegrippe
Acht Tote in Mexiko
Die mexikanische Regierung hat die Schliessung aller Unternehmen angeordnet, deren Waren und Dienstleistungen für die Versorgung der Bevölkerung nicht unbedingt nötig sind. Die auf fünf Tage angesetzte Massnahme fällt mit den Maifeiertagen zusammen. Ausgenommen seien Supermärkte, der öffentliche Gesundheitssektor, die Verkehrsbetriebe, Tankstellen, die Müllabfuhr, die Medien und der Finanzsektor, sagte Gesundheitsminister Jose Angel Córdova am Mittwoch in Mexiko-Stadt.
Mexiko, wo die Schweinegrippe ausgebrochen ist, ist das am stärksten von der Epidemie betroffene Land. Eine weitere Person starb unterdessen nachweislich an dem Virus. Damit stieg die Zahl der Schweinegrippe-Toten auf mindestens acht. Die Anzahl Infizierten nahm von bisher 49 auf 91 zu. «Die Lage bleibt ernst», sagte Córdova.
In der Schweiz ist der erste Fall von Schweinegrippe bestätigt worden. Es handelt sich um den 19-jähriger Mann, der am vergangenen Montag wegen Verdachts auf eine Erkrankung im Kantonsspital Baden isoliert worden war, wie das Spital am Donnerstag mitteilte. In seinem Fall hatten die Aargauer Gesundheitsbehörden am Mittwochnachmittag zunächst Entwarnung gegeben und ihn aus dem Spital entlassen.
Missverständnis beim Testergebnis
Der Patient war am Mittwoch offenbar aufgrund eines Missverständnisses nach Hause geschickt worden. Das positive Testergebnis kam am Abend vom Nationalen Referenzzentrum für Influenza in Genf. Am Nachmittag hatte das Kantonsspital noch einen negativen Grippebefund erhalten. Infolge eines Missverständnisses bei der Interpretation des Kommentars zum ersten Laborergebnis sei der Patient entlassen worden, heisst es in der Mitteilung. Inzwischen befindet sich der junge Mann wieder auf einer isolierten Station.
Alle Personen, die Kontakt mit dem Patienten gehabt hätten, wurden laut den Angaben über den Befund des Tests und die einzuleitenden Massnahmen informiert. Am Donnerstag will das Kantonsspital an einer Medienkonferenz weiter informieren. Bei dem Badener Patienten handelt es sich um die Person, die am Montag als erste in der Schweiz wegen Verdachts auf Schweinegrippe hospitalisiert worden ist. Der Zustand des Mannes war stets stabil. Er wurde mit dem Grippemittel Tamiflu behandelt und stand unter Beobachtung.
Bis auf weiteres zu Hause bleiben
Laut Interviews, die er in den letzten Tagen der Zeitung «Blick» gegeben hatte, handelt es sich um einen 19-jährigen Kantonsschüler aus Baden, bei dem die Grippesymptome nach der Rückkehr aus den Ferien in Mexiko aufgetreten waren.
Das Spital in Baden forderte Personen innerhalb und ausserhalb des Spitals, die unmittelbaren Kontakt mit dem Patienten gehabt hatten, auf, bis auf weiteres zu Hause zu bleiben. Für jene Personen, die mit dem Patienten nicht direkten Kontakt hatten, sind keine Massnahmen notwendig, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Sollten gleichwohl Symptome auftreten, wird ihnen empfohlen, den Hausarzt zu kontaktieren.
Weitere Massnahmen des BAG zu erwarten
Am Mittwochabend hatte das BAG 26 Verdachtsfälle in der Schweiz gemeldet. In einem Fall in Genf wurde das Risiko auf einen positiven Befund als recht hoch eingestuft. Mit der Ausrufung der Warnstufe 5 durch die Weltgesundheitsorganisation WHO am späten Mittwochabend dürfte auch die Schweiz weitere Massnahmen gegen die Pandemiebedrohung anordnen.
Laut dem Pandemieplan des Bundes sind in der Phase 5 grösstmögliche Anstrengungen zu unternehmen, um eine Ausbreitung in der Schweiz zu verhindern. Es geht dabei unter anderem um die Früherkennung allfällig eingereister Erkrankter. In der Phase 5 ist auch die Freigabe der Notreserve des Bundes mit dem Grippemittel Tamiflu und, falls nötig, die Freigabe der Pflichtlager vorgesehen.
Für BAG-Direktor «kein Grund für Aufregung»
Für den Direktor des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), Thomas Zeltner, besteht aufgrund des ersten Falls von Schweinegrippe in der Schweiz «kein Grund für irgendeine grössere Aufregung». Es sei eigentlich zu erwarten gewesen, dass aufgrund der Entwicklung auch in anderen europäischen Ländern jetzt halt auch ein oder zwei Fälle in der Schweiz auftreten würden, sagte er dem Zürcher Lokalsender Radio 1.
Die Behörden würden am Donnerstagmorgen die Informationen zusammensammeln und anschliessend die Medien korrekt informieren, sagte er weiter.
Lesen Sie auch: «Mit em Elleboge müemer hueschte!»
Hier gehts zum Blog www.blog.tagesanzeiger.ch/mutterblog (bru/vin/sda/ap)
Erstellt: 30.04.2009, 11:46 Uhr
Kommentar schreiben
50 Kommentare
Symptomatisch für die Schweiz. Wie hiess es doch als AIDS aktuell wurde. Keine Gefahr in der Schweiz, alle Blutkonserven sind getestet und sicher. Kindern mit Blutvergiftung wird Grippe diagnostiziert. Bei Herztransplantationen wird die Blutgruppe falsch bestimmt. Dann brüstet man sich noch mit dem besten Gesundheitswesen der Welt. Hallo, da fühlt sich die Schweinegrippe in der CH wie zu Hause. Antworten
Ich schliesse mich dem Kommentar Herrn Selezens an. Irre Panikmacherei. Und endlich haben die Medien wieder was gefunden, was die Massen anlockt. Jeder glotzt täglich 7x Tagesschau und geht seine Hände im 7-Minuten Intervall mit kochend heissem Wasser waschen. Wenn im Zug irgendwo jemand niessen muss, drehen sich alle Fahrgäste um und werfen verdächtige Blicke. Grausame Zeiten sind angebrochen!!! Antworten
































