Eritreer sind Flüchtlinge mit Imageproblem

In den letzten Monaten wurde der Ruf der Eritreer in der Schweiz immer schlechter. Die beziehen lieber Sozialhilfe, als zu arbeiten, lautet der Vorwurf. Eine Suche nach seinen Ursachen – und nach der Realität.

Der 28-jährige Yemane Yohannes lebt mit seinem Sohn Matthias und seiner Frau in Winterthur. Foto: Dominique Meienberg

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Einer von ihnen trägt ein ­T-Shirt, auf dem in roter Schrift «Switzerland» steht. Und genau darum geht es an diesem Donnerstagabend im Sitzungsraum der katholischen Hochschulgemeinde am Zürcher Hirschengraben: um die Eritreer und die Schweiz. Die drei Frauen und zwölf Männer sind hier, weil sie ihre eritreischen Landsleute bei der Integration unterstützen möchten. Die Brücke zur Schweizer Gesellschaft schlagen. Ab und zu unterdrückt einer von ihnen ein Gähnen, manche kommen direkt von der Arbeit. Vom Strassenlärm draussen hört man trotz der grossen Fenster wenig, als Kursleiter Ron Hal­bright die Teilnehmer begrüsst. Neben ihm liegen sechs Namensschilder, die unbenutzt bleiben werden.

Das Konzept des Kurses: Hilfe zur Selbsthilfe. Die Hilfe ist dringend nötig, denn die Integration der Eritreer im Kanton Zürich ist «unbefriedigend». Zu diesem Schluss kam die Asylorganisation Zürich (AOZ), als sie vor zwei Jahren 15 Eritreer und ebenso viele Experten befragte. Die Öffentlichkeit hingegen merkte lange wenig vom Integrationsproblem. Die Eritreer fielen hier selten auf, weil sie kaum Straftaten begehen. In der Kriminalstatistik liegt Eritrea zwar vor Somalia, aber hinter Italien, Kosovo, Algerien, Nigeria und 20 anderen Nationen. Und das, obwohl seit Jahren aus keinem anderen Land mehr Flüchtlinge in die Schweiz kommen als aus Eritrea: Allein letztes Jahr stellten knapp 7000 Personen ein Asylgesuch.

Das unauffällige Dasein der gut 22'000 Eritreer änderte sich im letzten Herbst mit einer Schlagzeile: «Sozial­irrsinn in Hagenbuch ZH» titelte der «Blick». Die Geschichte: Eine Zürcher Gemeinde müsse wegen einer eritreischen Grossfamilie die Steuern erhöhen, da vier der sieben Kinder in Heimen leben. Später stellte sich heraus, dass der Gemeinderat höhere Steuern wollte, weil er sie drei Jahre zuvor um 10 Prozent gesenkt hatte. Die Eritreer dienten als Vorwand – aber der Ärger darüber, dass eine einzige Familie die Gemeinde eine halbe Million Franken pro Jahr kostet, blieb.

Auch die Eritreer ärgern sich über diese Geschichte. Nach Diskussionen über Sprachtandems und mögliche Orte für einen Kulturaustausch kommt am Hirschengraben der Fall Hagenbuch zur Sprache. «Das war eine Hetzkampagne», sagt Yemane Yohannes. Er spricht sehr gut Deutsch und meldet sich oft zu Wort. Jetzt lehnt sich der 28-Jährige leicht nach vorn: «Die Journalisten sollten bei den Eritreern direkt nachfragen, anstatt ­einfach über sie zu schreiben», sagt er. ­Nicken und Raunen im Raum. «Durch solche Artikel gibt es noch mehr Vorurteile.»

Das Land der Uniformen

Die Vorurteile sind nicht völlig aus der Luft gegriffen. Von allen erwerbsfähigen Eritreern im Kanton Zürich haben 2013 nur 20 Prozent gearbeitet. Und das, obwohl sich laut dem AOZ-Bericht in den letzten 30 Jahren keine andere grosse Flüchtlingsgruppe so schnell auf ihre neue Heimat hätte einstellen können wie die Eritreer. Die allermeisten von ­ihnen sind jung, haben das Leben noch vor sich. Und sie können damit rechnen, hierzubleiben. Knapp 60 Prozent werden entweder als Flüchtlinge anerkannt oder «vorläufig aufgenommen». Der Grossteil des Rests wird gemäss Dublin-Verfahren in das Land geschickt, in dem der Flüchtling vorher war – meist Italien.

Der Grund für die hohe Aufnahmequote: Das kleine Land im Osten Afrikas ist eine der am stärksten militarisierten Nationen der Welt. Dazu gibt es einen Witz: Gott schaut sich die Erde an, und als er Eritrea sieht, stutzt er. «Warum ist dieses Land plötzlich so grün? Ich habe es doch extra trocken gemacht.» Da flüstert ihm der Engel Gabriel zu: «Das sind die Uniformen.»

Arsema Eyassu trug eine dieser ­grünen Uniformen. Einige Tage nach dem Brückenbauerkurs sitzt sie in ­einem Zürcher Café, schiebt den Ärmel ihrer schwarzen Bluse hoch und zeigt eine lange Narbe oberhalb des Ellenbogens: eine Erinnerung an den Militärdienst. Eyassu, 34 Jahre alt, zierlich, aber ­bestimmt. Seit elf Jahren ist sie in der Schweiz, am Wochenende macht sie zum ersten Mal einen Skikurs. Sie erzählt in fliessendem Deutsch und unter falschem Namen, sie wolle ihre Tochter nicht exponieren.

Als Arsema Eyassu eingezogen wurde, war sie 18 Jahre alt. Fortan spielte sie nicht mehr in einer eritreischen Tele­novela mit, sondern schoss Granaten, marschierte, schlief unter offenem Himmel. Fünfeinhalb Jahre lang – anstatt der geplanten 18 Monate. Eyassu durfte nicht zurück in ihr altes Leben, und mit ihrem neuen konnte sie sich nur schwer abfinden. Einmal habe ihr der Vorgesetzte gesagt: «Du bist nichts wert.» Als sie widersprochen habe, sei sie bestraft worden: Eine Nacht habe sie sitzend draussen verharren müssen, die Arme hinter dem Rücken gefesselt. Daher die Narbe am Ellenbogen.

Eyassu floh. 4000 tun es laut der UNO jeden Monat. Sie sass auf einem Pick-up-Truck, der die Sahara durchquerte, einen kleinen Stein im Mund gegen den Durst. Dann auf einem überfüllten Boot übers Mittelmeer, das kurz vor der Küste ein Leck hatte. Die Flüchtlinge schwenkten weisse T-Shirts, maltesische Soldaten fischten sie aus dem Wasser. Ein halbes Jahr lang sass Eyassu in einem Gefängnis auf Malta. Als sie ihre Tochter zur Welt brachte, standen Soldaten vor ihrem Spitalzimmer, damit sie nicht abhaute.

In Fachkreisen geht man davon aus, dass Menschen aus Eritrea öfter als ­andere Flüchtlinge von psychischen Problemen betroffen sind. Der obligatorische Militärdienst, die lange Flucht, die Trennung von der Familie, die unsichere Situation in der Schweiz. Arsema Eyassu ist nicht die Einzige, die unter ­ihrer Vergangenheit leidet, aber sie ist eine der wenigen, die eine Therapie ­machen. Für viele Eritreer ist eine psychologische Behandlung tabu.

Zwei Jahre ohne Deutschkurs

Die zweite Stunde des Abends hat begonnen, und Ron Halbrights Assistentin übernimmt kurz die Rolle einer Eritreerin, die vom Deutschunterricht frustriert ist. Eine Situation, die die meisten Anwesenden von ihren Kollegen kennen. Halbright, ein Mann mit amerikanischem Akzent und geduldiger Ausstrahlung, spielt den Gegenpart und rät: auf die Probleme eingehen, Fragen stellen, kleine Lösungen suchen. Denn «wer kein Deutsch spricht, findet keine Arbeit».

Noah Solomon meldet sich zu Wort. Der 32-Jährige hat ein weiches, freundliches Gesicht und trägt einen funkelnden Stecker im Ohr. Nach seiner Ankunft in der Schweiz habe er Deutsch lernen wollen, sagt er, aber fast zwei Jahre lang nicht gedurft. Später erzählt er ausführlicher von dieser «schlimmsten Zeit». Er möchte nicht, dass die Aussagen unter seinem richtigen Namen erscheinen.

Solomon kam 2007 nach einer ­verhältnismässig kurzen Flucht in die Schweiz – dank der Unterstützung seiner Familie hatte er vom Sudan aus direkt nach Europa fliegen können. Hier sei dann erst einmal wenig passiert. Während der zwei Jahre, in denen er auf seine Aufenthaltsbewilligung wartete, war Solomon in Durchgangsheimen ­untergebracht und später in einem Haus in Mönchaltorf. «Da wohnten nur Eritreer und Somalier.» Immer wieder habe er bei der Betreuungsorganisation nachgefragt, wann er einen Deutschkurs besuchen dürfe. Er durfte nicht.

In der Schweiz entscheidet jede ­Gemeinde selbst, ob sie Deutschkurse für Asylbewerber anbietet oder nicht. Eine Praxis, die viele Eritreer verärgert. Auch der Kanton bietet einige Kurse an, genügend Plätze gibt es in denen aber nicht. Ein Flüchtling, der kein Deutsch lernt, ist zwar «rückkehrfähig», wie es im Fachjargon heisst. Doch unter den Eritreern gibt es keine Rückkehrer.

Mit der Zeit sei er resigniert gewesen, sagt Noah Solomon. «Ich konnte nichts tun, nur warten.» Um nicht zu viel Geld auszugeben, sei er meist zu Hause ­geblieben. In die Kirche ging er ab und zu. Solomon ist, wie die meisten Eritreer, orthodoxer Christ. Bei einem Gottesdienst lernte er eine ältere Schweizerin kennen. Fortan half er ihr dabei, ­Kuchen für einen guten Zweck zu verkaufen. So hatte er manchmal etwas zu tun und lernte ein wenig Deutsch. Als die B-Bewilligung nach knapp zwei Jahren kam, habe er sich sofort für einen Sprachkurs angemeldet und nur noch eines gewollt: arbeiten.

Unrealistische Berufswünsche

91 Prozent jener Eritreer, die erwerbs­fähig und seit weniger als sechs Jahren in der Schweiz sind, beziehen Sozialhilfe. Das schreibt das Bundesamt für Migration. Das ist viel, aber nicht viel mehr als bei anderen Flüchtlingen: ­Türken 88,7 Prozent, Iraner 84 Prozent, Syrer 86,6 Prozent. Dass so viele Eritreer Sozialhilfe beziehen, hat mehrere Gründe. Zum einen haben sehr viele von ihnen kleine Kinder. Die Mütter sind mit ihrer Betreuung beschäftigt und können deshalb nicht regelmässig an Deutschkursen teilnehmen oder arbeiten. Zum anderen sind die meisten Eritreer erst seit wenigen Jahren in der Schweiz. Laut dem AOZ-Bericht normalisiert sich die Sozialhilfequote einer neuen Flüchtlingsgruppe im zweiten Jahrzehnt nach ihrer Ankunft. Sie gleicht sich dann an jene von etablierteren Ausländergruppen an, auch weil es mit der Zeit weniger «vorläufig Aufgenommene» gibt. Ein Status, der bei der Arbeitssuche hinderlich ist. Kursleiter Ron Halbright erwähnt noch einen Punkt: Die Sozial­hilfequote gibt keinen Aufschluss über die Working Poor. Menschen wie Arsema Eyassu, die ehemalige Soldatin, die alleinerziehend ist und mit ihren 60 Prozent in einem Kinderhort nicht genug verdient, um sich und ihre 11-jährige Tochter zu ernähren.

Haben die Eritreer den Sprung in den Arbeitsmarkt erst einmal geschafft, werden sie von ihren Vorgesetzten oft geschätzt: hohe Eigeninitiative, gutes Auftreten, gewissenhaft, zuverlässig. Manche von ihnen haben aber laut Experten auch grosse Probleme bei der beruflichen Integration. Ron Halbright führt das vor allem auf das fremde Schweizer Berufssystem zurück: «Viele Eritreer müssen erst lernen, dass man in der Schweiz eine Ausbildung und Diplome braucht», sagt er. Fachpersonen warnen aber auch davor, dass manche Eritreer unrealistische Wünsche entwickeln würden. Eine fixe Vorstellung davon, welchen Beruf sie ausüben wollten. In der Folge käme es zu einem fordernden Verhalten, was die Zusammenarbeit mit den Integrationsberatern erschwere.

Noah Solomon, der zwei Jahre lang auf seinen ersten Deutschkurs wartete, sagt, er hätte in der Schweiz gerne ­wieder als Lehrer gearbeitet. Wie früher in Eritrea. Nachdem er die B-Bewilligung bekommen hatte, fand er Arbeit als Hilfskoch in zwei verschiedenen Kantinen. Fast drei Jahre lang arbeitete er von Montag bis Samstag. Er holte seine Frau in die Schweiz. «Das habe ich geschafft.» Er verdiente, aber es störte ihn, dass er weniger erhielt als der jüngere Schweizer Koch. Und dass er beim heissen Pizzaofen arbeiten musste, obwohl er davon starke Kopfschmerzen bekommen habe. Vor einigen Monaten wurde ihm gekündigt. Seither habe er in seinem Rucksack stets drei, vier Kopien seines Lebenslaufs dabei, sagt Solomon. «Damit ich mich spontan bewerben kann.»

Sozialhilfe für den Lehrling

Gegen Ende des Abends bringt Yemane Yohannes, der Wortgewandte im Flanellhemd, die Meinung der anwesenden Eritreer auf den Punkt. «80 Prozent von uns empfangen Sozialhilfe, aber 100 Prozent wollen arbeiten.» Nach dem Kurs stehen manche noch zusammen und sprechen auf Tigrinya miteinander. Yemane Yohannes erzählt von sich, ­höflich, unter echtem Namen. Er hat keine Angst, sich zu exponieren. Das Motto seines Whatsapp-Profils: «Only God Can Judge Me.» Vor einigen Jahren hat Yohannes im Schweizer Fernsehen die eritreische Regierung kritisiert. Dafür, dass sie versucht, unter den Flüchtlingen Geld einzutreiben. Bei jenen, die einen Pass brauchen zum Beispiel, oder Verwandten in Eritrea Geld schicken möchten. Praktiken, die dem Ruf der Eritreer in der Schweiz ebenfalls schadeten. Arsema Eyassu sagt, dass sie einmal bei der Botschaft ihre alten Schuldiplome verlangt, dann fast 1000 Franken bezahlt und nie etwas bekommen habe. Seither habe sie kein Geld mehr überwiesen. Solomon und Yohannes sagen, sie hätten gar nie damit angefangen.

Yemane Yohannes wird sehr ernst, wenn er über sein Land spricht. Laut Kursleiter Halbright ist er ein «Pionier». Nicht, weil er das eritreische Regime öffentlich kritisiert, sondern weil er in der Schweiz eine Lehre macht. Er ist eine Ausnahme. Heute ist Yohannes im zweiten Lehrjahr bei der Winterthurer Sanitärfirma Arbatherm. Nach der Arbeit spielt er mit Kollegen Fussball oder kümmert sich um den eritreischen Verein, den er gegründet hat. Bevor er seine Lehre beginnen konnte, musste Yohannes ein viermonatiges Praktikum und eine einjährige Vorlehre machen. «Das hat mich nicht gestört», sagt er. «Ich wollte unbedingt eine Ausbildung machen, mich gut integrieren.» Seine Frau lebt inzwischen auch in der Schweiz, ­gemeinsam haben sie einen 17 Monate alten Sohn. Bis Yohannes genug verdient, bezieht die Familie Sozialhilfe.

(Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 22.02.2015, 23:20 Uhr)

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Die militarisierteste Nation der Welt

Drohen Eritreern, die in ihre Heimat zurückkehren, unzumutbare Gefahren? 2006 hat der Bund diese Frage bei der Asylgesetzrevision mit Ja beantwortet. Seither schickt er keine eritreischen Flüchtlinge mehr zurück. Sie erhalten in der Schweiz entweder Asyl oder werden «vorläufig aufgenommen» und können hierbleiben. In letzter Zeit wurde diese Praxis jedoch immer mehr infrage gestellt, etwa von der SVP oder FDP-Präsident Philipp Müller. Im Januar reiste nun eine Delegation Schweizer Diplomaten für drei Tage nach Eritrea, um die Verhältnisse vor Ort zu prüfen und mit Vertretern des eritreischen Regimes zu sprechen. Das Resultat: Vorerst bleibt alles wie gehabt. Es bestehe kein Bedarf, die Asylpraxis anzupassen.

Menschenrechtsorganisationen berichten in Bezug auf Eritrea seit Jahren von Folter, Exekutionen, Vergewaltigungen, Zwangs­arbeit. Meinungs- und Pressefreiheit sind laut einem Bericht des Bundesamts für Migration (BFM) «kaum existent». Der Militärdienst ist obligatorisch und wird oft um Jahre verlängert. Gleichzeitig werden die Soldaten und Soldatinnen für Zwangsarbeit eingesetzt.

Eritrea hat sich 1993 von seinem Nachbarland Äthiopien unabhängig gemacht. Die beiden Länder waren zuvor von der UNO zusammengeschlossen worden – gegen den Willen der eritreischen Bevölkerung. Doch auch nach der Unabhängigkeit gingen der Grenzkonflikt und das Wettrüsten der beiden Länder weiter. Isayas Afewerki regiert das Land seit 1993. Laut dem BFM ist Eritrea bezogen auf seine Bevölkerungszahl die militarisierteste Nation der Welt. Als Folge hat in Ländern wie der Schweiz die Anzahl der Flüchtlinge stets zugenommen. Laut der UNHCR sind in den letzten zehn Jahren insgesamt über 305 000 Eritreer aus ihrem Land geflohen, 84 Menschen pro Tag. (sly)

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