Basel: An Schweinegrippe erkranktes Baby tot ins Spital eingeliefert

Die Schweiz hat den ersten tödlich verlaufenen Schweinegrippe-Fall. Bereits vor Tagen starb ein fünf Monate altes Kleinkind am H1N1-Virus, wie die Behörden erst heute bekanntgaben.

Das Kleinkind war schon vor einigen Tagen tot ins Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) eingeliefert worden sei, sagte der Baselbieter Kantonsarzt Dominik Schorr auf Anfrage. Dass der Säugling am H1N1-Virus verstorben sei, habe man erst am Dienstag erfahren. Erst dann seien die Untersuchungsergebnissse vorgelegen. Der Krisenstab des Kantons Basel-Landschaft will am Mittwochmorgen um 11 Uhr an einer Medienorientierung in Liestal über den Fall informieren. Der Baselbieter Kantonsarzt und ein leitender Mediziner des Universitätsspitals werden Details erläutern. Tagesanzeiger.ch/Newsnetz wird live von der Pressekonferenz berichten.

Es handelt sich um den ersten Fall einer tödlich verlaufenen Erkrankung an Schweinegrippe in der Schweiz. Im Kanton Basel-Landschaft war bereits im vergangenen August eine junge Mutter schwer an der Schweinegrippe erkrankt. Sie wurde wegen einer Lungenentzündung in künstlichen Tiefschlaf versetzt. Ihr Kind hatte sich nach den damaligen Informationen jedoch nicht infiziert.

BAG erfuhr gestern von dem Fall

Das Bundesamt für Gesundheit hat den Sektionsleiter Pandemie-Vorbereitung, Partrick Mathys, nach Basel entsandt. Er wird an der Pressekonferenz des baselländischen Krisenstabes teilnehmen, wie BAG-Pressesprecherin Katrin Holenstein auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnetz sagte. Die Information der Öffentlichkeit sei Sache der Kantone, so Holenstein weiter. Das BAG sei gestern von den Behörden in Baselland informiert worden. Weitere Details kennt das Bundesamt nicht.

Das BAG hatte letzte Woche von einer rasanten Ausbreitung der Schweinegrippe berichtet. Die Zahl der laborbestätigten Fälle war in der vorangegangenen Woche auf 773 Fälle gestiegen, was einer Verdoppelung im Vergleich zur Vorwoche entsprach. Das BAG sprach von einer exponentiellen Wachstumsphase. Zwölf Patienten wurden letzte Woche auf der Intensivstation behandelt. Ob sich das jetzt verstorbene Kleinkind darunter befand, ist noch unklar.

Weltweit 6250 Todesfälle

Todesfälle waren in der Schweiz bisher keine gemeldet worden, doch gingen die Behörden davon aus, dass es auch in der Schweiz zu tödlich verlaufenden Erkrankungen kommen wird. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte in einer letzten Bilanz vom vergangenen Freitag von über 206 Ländern und Territorien mit laborbestätigten Schweinegrippefällen berichtet, darunter mehr als 6250 Todesfälle. (ap/sda)

Erstellt: 18.11.2009, 10:05 Uhr

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