Schweiz

Erstmals regieren drei Frauen die Schweiz

In der Wintersession sollen drei Frauen an die Spitze von Parlament und Bundesrat gewählt werden, was es noch nie gab. Anschliessend stehen schwierige Geschäfte auf der Traktandenliste.

Sollen die Räte in Bern präsidieren: Pascale Bruderer, Erika Forster, Doris Leuthard (v.l.).

Sollen die Räte in Bern präsidieren: Pascale Bruderer, Erika Forster, Doris Leuthard (v.l.).
Bild: Keystone

Mit Pascale Bruderer und Erika Forster sowie Doris Leuthard sollen Frauen an die Spitze von Parlament und Bundesrat gewählt werden. Dies ist ein Novum in der Schweizer Politik, wie der Mediendienst des Parlaments gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet bestätigte.

In beiden Räten findet zudem eine ausserordentliche Session zur Landwirtschaftspolitik statt. Im Mittelpunkt der bereits am 23. November beginnenden Session steht traditionsgemäss das Budget. Beginnen wird die Session aber mit der Neubesetzung der Ratspräsidien. Im Nationalrat übernimmt die Aargauer Sozialdemokratin Pascale Bruderer das Amt der höchsten Schweizerin, im Ständerat nimmt voraussichtlich die St. Galler FDP-Ständerätin Erika Forster das Zepter neu in die Hand. Erstmals zu präsidialen Ehren kommt Wirtschaftsministerin Doris Leuthard, die in der zweiten Sessionswoche zur Bundespräsidentin gewählt werden dürfte.

Im Nationalrat findet sich auf der Liste der neuen Geschäfte unter anderem die 4. Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes. Allerdings wurde die Vorlage in der vorberatenden Wirtschaftskommission knapp abgelehnt. Umstritten sind dabei die Beitragssatzerhöhungen sowie die Leistungskürzungen. Erneut befassen wird sich die Grosse Kammer zudem mit der 11. AHV-Revision. Entgegen eines früheren Ratsbeschlusses hat sich die vorberatende Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit nämlich für eine soziale Abfederung des Rentenvorbezugs ausgesprochen. Auf der Traktandenliste steht auch die Volksinitiative «Gegen neue Kampfflugzeuge». Diese vom Bundesrat zur Ablehnung empfohlene Initiative fordert ein zehnjähriges Moratorium bis Ende 2019. Viel Zeit will sich die Grosse Kammer zudem für die Abarbeitung des Berges von parlamentarischen Vorstössen nehmen.

«Für faire Steuern»

Der Ständerat befasst sich unter anderem mit dem Strafrecht. Der Nationalrat hatte sich dabei in der Sommersession für eine härtere Gangart gegen Vergewaltiger und Raser sowie für die Einführung von kurzen Haftstrafen ausgesprochen. Zu reden geben werden auch die Vorstösse, die ein Verbot von Killerspielen fordern. Auf der Traktandenliste steht unter anderem auch das Postgesetz. Dabei hat die vorberatende Kommission bereits signalisiert, den Bundesrat in seinem Vorgehen zu unterstützen. Dieser will den Postmarkt schrittweise öffnen. Diskutiert wird erneut die Regulierung der Bücherpreise. Die Wirtschaftskommission will von der Buchpreisbindung im Gegensatz zum Nationalrat nichts wissen und beantragt, auf die Gesetzesvorlage nicht einzutreten.

Traktandiert ist in der Kleinen Kammer zudem die Volksinitiative «Für faire Steuern. Stopp dem Missbrauch beim Steuerwettbewerb». Die von der SP lancierte Initiative fordert, dass Einkommensteile natürlicher Personen über 250'000 Franken mit mindestens 22 Prozent, Vermögensteile über zwei Millionen Franken mit mindestens fünf Promille besteuert werden. Ebenfalls befassen wird sich die Kleine Kammer mit den Massnahmen zur Eindämmung der Kostenentwicklung im Gesundheitswesen. In beiden Räten findet eine ausserordentliche Session zu den Themen Milchpreis und Landwirtschaftspolitik statt, und zwar im Nationalrat in der zweiten Sessionswoche und im Ständerat in der dritten Woche. (sam/ap/)

Erstellt: 09.11.2009, 14:05 Uhr

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22 Kommentare

Pascal Fröhlich

11.11.2009, 17:06 Uhr
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Ich freue mich auf dieses starke Frauentrio. Sie werden dezidirt und genau und auf den Punkt gebracht versuchen, die Politik im kommenden Jahr positiv zu beeinflussen, sofern es in ihrer Macht liegt. Aber in einem internationalen Umfeld ist das nicht so einfach wie sich das BR Merz vorgestellt hätte. Und ich bin sicher, dass diese 3 Engel für die Schweiz Angriffe auf unser Land besser parieren. Antworten


Reto Barandun

09.11.2009, 19:14 Uhr
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Ob Männer oder Frauen, diese Sitzungsleiter haben keine Kompetenz! Es entscheidet das Parlament oder das Volk. Selbstverständlich werden solche Posten von der linken Presse hoch gejubelt, wenn sie von Frauen besetzt werden! Antworten


Bruno Bänninger

09.11.2009, 17:47 Uhr
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Das ist gut so. Aber ob es anders kommt? Lassen wir die Frauen doch einfach arbeiten und ziehen dann Bilanz Ende 2010. Vergessen wir aber nicht, die gleichen Massstäbe wie bei Leistungsbewertungen der Männer anzuwenden. Antworten


Sibylle Weiss

09.11.2009, 17:45 Uhr
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Wenn er oder sie sich in seinem/ihrem Fach gut auskennt u.demzufolge Fachkompetenz besitzt,spielt es eigentlich gar keine Rolle ob es ein Männlein od.ein Weiblein ist.Frausein als solches ist bekanntlich keine Qualifikation,die man sich erarbeiten muss.Ich denke, je mehr Frauen Einzug in den Chef-Etagen halten,desto grösser die Intrigengefahr;schlechtes Wetter kommt bekanntlich von oben! Antworten


Hans-Christian Müller

09.11.2009, 17:36 Uhr
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@Rosario Centamore und Lex Steiner: Ob Frauen in dieser Form überhaupt in die Politik gehören, ist eine Frage des Natur- und Menschenbildes. Unsere aktuellen Gesellschaften geben da eine Daseinsform zum besten, die in der Schöpfung kaum anderweitig zu finden ist. Die Negativ-Resultate sind im Umgang miteinander täglich zu lesen und zu spüren. Was soll's: Moderne und Zukunftsgeist sind angesagt. Antworten


Andy Wöllner

09.11.2009, 17:28 Uhr
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Da gibt's eigentlich nichts zu kommentieren: Frau Bundesrätin Leuthard ist und bleibt Magistratin der höchsten Exekutive - wird sogar bald Bundespräsidentin. Gratulation! Die anderen beiden kommen - lächeln ein Jahr lang vom grossen Stuhl herunter - - - und verschwinden wieder. So einfach ist das. Antworten


Hans Herzog

09.11.2009, 16:24 Uhr
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Ich fürchte, es wird nicht besser als es jetzt ist. In der Presse liest man: BR Leuthard hat es nicht im Griff? Also einfachere Geschäfte hat sie nicht im Griff, was ist wen sie den Bundesrat leiten muss? Egal wer in den Räten vorsteht, wenn die Räte anders stimmen nützt auch eine Frau als Vorsteherin wenig. Antworten


Aschi Oiram

09.11.2009, 16:04 Uhr
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Die Freude und Hoffnung sind gross. Im BR sind die Frauen den Männern überlegen, bisher. Sie Anzusehen, macht auch mehr Spass. Lügen hört man sie weniger und sie sprechen zwar spontan, aber trotzdem überlegter als ein Couchepin, Merz, Maurer, Leuenberger , Blocher usw. Weniger als 10% der Verbrecher sind Frauen. Mächtige haben Potential zu Unrecht. Hormonfrage? Wer Frauen wählt riskiert weniger!!! Antworten


Gaby Müller

09.11.2009, 15:42 Uhr
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Ich fürchte, die Drei werden unter dem medialen Elektronenmikroskop arbeiten müssen. Und männiglich (und frauiglich) wird mit Kritik schnell zur Hand sein, wenn etwas vordergründig nicht zu gelingen scheint. Mir scheint, dass Frauen sehr viel kritischer in ihrem Wirken (ver)-beurteilt werden als Männer. Aber - die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Antworten


Beat Keller

09.11.2009, 15:23 Uhr
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@Blöchinger. In eben diesem Internetforum wurde kürzlich eine Umfrage publiziert, nach welcher die Skepsis gegenüber dem Islam bei Frauen stärker ausgeprägt ist. Bei allen Vorbehalten gegenüber Umfragen, wäre es doch gut, wenn man nicht eifach Behauptungen in den Raum stellen würde, die längst statistisch widerlegt sind. Auch wenn es toll tönt und Ihre Weltanschauung super untermalt. Antworten


Christian Maier

09.11.2009, 15:15 Uhr
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Auch wenn sie es meinen, sie machen es nicht besser als die Männer!! Antworten


Robert E. Angst

09.11.2009, 15:15 Uhr
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Chance oder auch nur Ego-Trip von Lobbyisitinnen? Hoffentlich enttäuschen uns diese Damen etwas weniger als die Herren Politiker in Bern.. Man wird ja so bescheiden... Antworten


Rosario Centamore

09.11.2009, 15:09 Uhr
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@ Lex Steiner - ja, stimmt...Sie haben eigentlich recht! ;-) Und irgendwie politisieren Frauen besser und sind nicht solche Streitgockel und Alphatiere. Ich habe also nicht fertig gedacht... Antworten


Stadler peter

09.11.2009, 15:01 Uhr
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Ja bravo Antworten


Jürg Schmid

09.11.2009, 14:56 Uhr
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Das ist ein zufälliges Auseinandertreffen. Im übrigen ist der Einfluss des Ratsvorsitzes auf den Gang der Geschäfte viel geringer als man glaubt. Ein Vereinspräsident hat mehr Einfluss auf das Geschehen. Antworten


Maximilian Blöchlinger

09.11.2009, 14:50 Uhr
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Bravo! Die Männer machen sich gegenseitig nur schlecht. Sie lästern über Islam und die Welt. Sie lösen keine Probleme, sie schaffen nur neue. Die Schweiz braucht lösungsorientierte Sachpolitiker und keine Jammerer. Antworten


Evelyne Lohm

09.11.2009, 14:46 Uhr
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Man kann's auch übertreiben mit der Männerquote in der Politik! Seit 1948 gibt es 105 Bundesräte und 6 Bundesrätinnen! Irgendwann ist fertig... lustig (?) Antworten


Lex Steiner

09.11.2009, 14:40 Uhr
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@Rosario Centamore: Wieso? 51% der schweizer Bevölkerung sind Frauen, also dürfen sie wohl die Mehrheit des Bundesrates und des Parlamentes besitzen. Wir Männer hatten lange genug die Mehrheit der Macht :) und ausserdem können Frauen besser politisieren ;) Antworten


Karl Heinen

09.11.2009, 14:30 Uhr
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Mir graust. Die vielen Frauen in der Politik haben unser land nicht besser, sondern schlechter gemacht. Leider haben aus Angst vor den Frauen auch viele Männer im Parlament nicht mehr die Stärke, der Verweichlichung unserer Behörden durch die Frauen entgegen zu wirken. Die Folge davon ist: Unser Land hat heute eine schwache Regierung, die von allen andern Ländern und Verbänden ausgenützt wird. Antworten


Roman Vincenz

09.11.2009, 14:27 Uhr
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Finde ich sehr gut. Antworten


Beni Jamar

09.11.2009, 14:22 Uhr
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Wetten dass... diese Frauen mehr bewegen könnten, als die Abzocker-Handlanger u. unnötig komplizierte Leerlaufpolitik, welche Wohlhabenden Privilegien verschaffen und einfältige Hinterwäldler austricksen, ohne dass diese merken, dass sie ihr eigenes Grab schaufeln... Ohne Gerechtigkeit u. Solidarität gibt's immer mehr Vandalismus, Gewalt, Unruhen, Krieg! Unnötiger Geldbedarf für Sicherheit...!!! Antworten


Rosario Centamore

09.11.2009, 13:26 Uhr
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Man kann's auch übertreiben mit der Frauenquote in der Politik! Bald haben wir mehr Bundesrätinnen als Bundesräte! Irgendwann ist fertig lustig... Antworten



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